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Dennis Hopper

Dennis Hopper
Regie, Drehbuch, Mitarbeit, Darsteller

* 17. Mai 1936
Dodge City KS
USA
† 29. Mai 2010
Venice Beach (Kalifornien)
USA

DENNIS HOPPER • Biographie Seite 1/1

Als Farmersohn in Dodge City geboren, wird der amerikanische Schauspieler, Regisseur und bildende Künstler Dennis Hopper zum Held einer ganzen Generation. Im Laufe seiner langen Karriere durchläuft er unterschiedlichen Metamorphosen: vom hoffnungsvollen JungSchauspieler über den rebellischen Exzentriker bis hin zum drogensüchtiger Außenseiter. Seinen ersten Filmauftritt feiert er bereits mit 16 Jahren, es folgen Rollen in Amerika und Europa. Weltruhm erlangt er als Regisseur des Kultfilms EASY RIDER (1969), insgesamt dreht er mehr als 140 Filme.

Dennis Hopper wird am 17. Mai 1936 in Dodge City, Kansas als Sohn eines Farmers geboren. Er wächst auf der Farm seiner Großeltern auf. 1950 zieht er mit seiner Mutter nach Kalifornien und besucht dort die High School in San Diego. Schon früh interessiert er sich die Schauspielerei und nimmt nach seiner Schulausbildung Unterricht bei Dorothy McGuire. Er wirkt in mehrere Theatergruppen und diverse Werbespots mit. Es folgen kleine Rollen in Fernsehproduktionen bis er in Nicholas Rays Western JOHNNY GUITAR - WENN FRAUEN HASSEN (1953) seinen ersten Leihwandauftritt feiert. Die erste große Rolle bekommt er mit 18 Jahren an der Seite von James Dean in ... DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN (1955) wieder unter der Regie von Nicholas Ray. Der Film thematisiert die Probleme der verlorenen Generation und wird zum Kultfilm. In George Stevens GIGANTEN (1955) steht er erneut zusammen mit James Dean vor der Kamera. Nach ZWEI RECHNEN AB (1957) unter der Regie von John Sturges folgen lange Zeit nur Nebenrollen. Nicht nur auf der Kinoszene, sondern auch privat ist Dennis Hopper mit James Dean befreundet. Die beiden gehören zur Clique "Brat Pack" um Sal Mineo und Natalie Wood. Sie verbindet die Leidenschaft für Motorräder, schnelle Autos und Drogen. Außer Dennis Hopper lebt aus seiner Gruppe heute niemand mehr.

Dass Dennis Hopper oft Schurken, Alkoholiker und psychopatische Charaktere verkörpert, spiegelt sich auch in seiner Biografie. Er gilt als schwerumgänglich und störrischer Exzentriker, deswegen werden ihm in der Zeit von 1960 bis1967 kaum Rollen angeboten. Nach einer Leinwandpause nimmt der Schauspieler Unterricht im renommierten Actor’s Studio und in den folgenden Jahren ist er an einigen der erfolgreichsten Kinoproduktionen beteiligt. Er dreht Western wie DER UNBEUGSAME (1967) von Stuart Rosenberg an der Seite von Paul Newman und DER MARSHALL (1968) unter der Regie von Henry Hathaway. In HÄNGT IHN HÖHER (1967) von Ted Post ist Dennis Hopper an der Seite von Clint Eastwood zu sehen. Gleichzeitig dreht er einige psychedelische Filme wie DER TRIP (1967) von Roger Corman an der Seite von Jack Nicholson und HEAD (1968) unter der Regie von Bob Rafelson. Er zeigt damit die Hoffnungen und Ängste der Hippies und macht sich zum Star und Idol der Hippie-Generation.

Zum Kultfilm der zeitgenössischen Jugend avanciert Dennis Hoppers erste Regiearbeit, die Low-Budget-Produktion EASY RIDER (1969). Den für Hollywood unkonventionellen Roadmovie, in den Dennis Hopper auch als Hauptdarsteller mitwirkt, dreht er zusammen mit Peter Fonda und Jack Nicholson. Mit diesem Film beginnt eine neue Epoche - der Film gilt als Schlüssel zum New Hollywood und wird zur Kultfilm der Hippie-Bewegung. EASY RIDER (1969) thematisiert das Motiv der Reise, den Lebensstil der Jugendkultur, die sexuelle Moral, Drogenkonsum und Alkoholismus. Die Hauptdarsteller sind revolutionäre Figuren, für die es keinen Ort mehr gibt. Das neue Hollywood-Kino wird geboren und bekommt mit Dennis Hopper, Peter Fonda und Jack Nicholson seinen ersten Helden. Dennis Hopper erhält eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie. Die American Academy zeichnet ihn nicht aus, dafür wird er auf den Filmfestspielen in Cannes mit einer Auszeichnung bedacht.

Nach dem großen Erfolg mit EASY RIDER (1969) dreht Dennis Hopper Anfang der 1970er Jahre die autobiografische Dokumentation AMERICAN DREAMER (1971). Spätere Regiearbeiten wie THE LAST MOVIE (1971) und OUT OF THE BLUE (1980) zeigen beachtliche Qualität, bleiben aber ohne Erfolg bei den Kritikern. Es folgen weitere Filme unter seiner Regie wie COLORS – FARBEN DER GEWALT (1987), mit dem er erstmals seit EASY RIDER (1969) wieder ein breiteres Publikum erreicht, sowie der Noir-Thriller THE HOT SPOT - SPIEL MIT DEM FEUER (1990), außerdem CATCHFIRE (1991) und CHASERS (1993).

Wegen Drogen- und Alkoholprobleme steht Dennis Hopper Anfang der 1970er Jahre immer seltener vor der Kamera. Nach einer Psychotherapie bekommt er Mitte der 1970er Jahre die Titelrolle in Wim Wenders' Film DER AMERIKANISCHE FREUND (1976), einer Patricia Highsmith-Verfilmung. Mit der Rolle des Psychopaten Tom Ripley erlangt er eine große Popularität in Deutschland. Als Schauspieler überzeugt er auch drei Jahre später in Francis Ford Coppolas Vietnamepos APOCALYPSE NOW (1979), in dem er einen abgedrifteten Fotografen spielt. Vier Jahre später steht er erneut in RUMBLE FISH (1983) unter der Regie von Francis Ford Coppola. Ein großes Comeback feiert Dennis Hopper Mitte der 1980er Jahre in David Lynchs Psycho-Thriller BLUE VELVET (1986). Hier verkörpert er den brutalen Gangster Frank Booth an der Seite von Isabella Rossellini. Im selben Jahr erhält er für seine Rolle als alkoholkranker Trainer-Assistent in dem Basketball-Drama FREIWURF (1986) von David Anspaugh eine weitere Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller.

In den 1990er Jahre dreht er rund 30 Filme ab, darunter die Erfolgsfilme TOLLWÜTIG (1990) unter der Regie von Stephen Gyllenhaal, in dem er den rassistischen Geldverleiher Paris Trout spielt, und Tony Scotts TRUE ROMANCE (1993), sowie der Kinohit SPEED (1994) von Jan De Bont an der Seite von Sandra Bullock und Keanu Reeves. Er verkörpert den psychopatischen Verbrecher Howard Payne, der einen Bus in die Luft jagen will. Für seine Rolle des Bösewichts erhält er einen MTV Movie Award. Kurz vor Ende des Jahrtausends steht er für den deutschen Regisseur Thomas Bohn in dessen Regiedebüt STRAIGHT SHOOTER (1999) vor der Kamera. Er spielt den Fremdenlegionär Volker Bretz, der den Atomkraftwerk "Atar II" für den Krebstod seiner Tochter verantwortlich macht und einen Rachenfeldzug gegen deren Führungskräfte beginnt.

Zu seinen neuen Filmprojekten zählen unter anderem den Fantasyfilm KIDNAPPED – TODLICHER SUMPF (2000) von Lee Stanley und CHOKE (2000) unter der Regie von John Sjogren. In JASON UND DER KAMPF UM DAS GOLDENE VLIES (2000) von Nick Willing verkörpert er einen Tyrann, der seinen Bruder - den König von Jolkos - ermordet und so dessen Thron an sich reißt. Nach kurzer Leinwandpause beeindruckt Dennis Hopper mit seiner Rolle des kompromisslosen Geschäftsmanns im Horror-Schocker LAND OF THE DEAD (2005) unter der Regie von George A. Romero. Drei Jahre später dreht er erneut in Deutschland, wo er mit seiner Verkörperung des Todes in Wim Wenders' Film PALERMO SHOOTING (2008) (PALERMO SHOOTING (2008) Trailer) zu sehen ist.

Dennis Hopper hat seit 1954 auch immer wieder Gastauftritte in TV-Serien wie etwa WESTLICH VON SANTA FE (1958), BONANZA (1964), TIME TUNNEL (1966), BIG VALLEY (1967) und 24 (2002). 1998 dreht er einen Werbeclip, in dem EASY RIDER (1969) persifliert wird. In gleichem Jahr tritt er in dem Videospiel "Black Dahlia" auf.

Dennis Hopper ist neben seiner Filmkarriere auch ein anerkannter Fotograf und Maler. Seine Werke zeigt er in Galerien in den USA, Europa und Japan.

Seit 1995 ist Dennis Hopper mit der Schauspielerin Victoria Duffy verheiratet - seine fünfte Ehe. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter Galen Grier Hopper. Aus früheren Ehen hat er drei weitere Kinder. Alle seine Frauen sind Schauspielerinnen: Brooke Hayward (1961-1969), Michelle Phillips (1970), Daria Halprin (1972-1976) und Katherine La Nasa (1989-1992).

Dennis Hopper stirbt am 29. Mai 2010 in Kalifornien an den Folgen einer Krebserkrankung.

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Autorin: Cveta Dobreva
Stand: April 2009

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