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David Carradine

David Carradine
Darsteller

* 08. Dezember 1936
Hollywood (Kalifornien)
USA
† 03. Juni 2009
Bangkok
Thailand

DAVID CARRADINE • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler David Carradine wird Zeit seines Lebens als (halb-)chinesischer Shaolin-Mönch Kwai Chang Caine in Erinnerung bleiben, der Frieden und Gewaltlosigkeit in den USA verbreiten will. Die Rolle des friedfertigen Kung Fu-Kämpfers beherrscht er perfekt. Daneben stehen auf viele zweitklassige B-Movies, in denen er den Bösewicht gibt, ohne viel erzählerische Tiefe tritt er dort als schlagkräftiger Held auf. Drei seiner Filme besonders erwähnenswert, er arbeitet mit Ingmar Bergman, Hal Ashby und Quentin Tarantino zusammen.

David Carradine ist am 8. Dezember 1936 in Los Angeles als John Arthur Carradine geboren. Sein Vater ist John Carradine, der eine lange Hollywood-Karriere vorzuweisen hat, in der er fast nur Bösewichter spielt. Seine Mutter Abigail Carradine ist Hausfrau. Sein Vater hat noch mehrere Kinder, wobei sein Bruder Bruce Carradine sich als ebenfalls kurzzeitig als Schauspieler versucht und Halbbrüder Keith Carradine, Robert Carradine und Michael Bowen in dem Beruf später sehr erfolgreich sind. In seiner Jugend gehört David Carradine zu den Rebellen. Wegen seiner kleinkriminellen Aktionen verbringt viel Zeit in verschiedenen Internaten und Besserungsanstalten. Dann orientiert er sich um und studiert an der San Francisco State University Musiktheorie und Komposition. Während des Studium entdeckt er seine Leidenschaft für die Schauspielerei, er tritt einer Theatergruppe an seiner Universität bei und sammelt erste Erfahrungen auf der Bühne. Nach dem Studium absolviert er einen zweijährigen Militärdienst.

Nach seiner Entlassung 1963 konzentriert sich David Carradine auf seine Schauspielkarriere. Erste Gastauftritte in verschiedenen Fernsehserien schließen sich an, vorwiegend in Westernserien. Wie schon sein Vater spielt er in der Regel Bösewichte. Erste Aufmerksamkeit erlangt der Schauspieler Anfang der 1970er Jahre mit dem Gangsterdrama DIE FAUST DES REBELLEN (1972) unter der Regie von Martin Scorsese. Er spielt Big Bill Shelly, einen jungen Rebellen während der amerikanischen Depressionszeit, der zwar Gerechtigkeit einfordert, aber letztlich zum Verbrecher wird. Bei dem Film handelt es sich um eine Auftragsarbeit für B-Movie-Spezialist Roger Corman und so ist der Film schnell und ohne große Schnörkel inszeniert.

Der Erfolg des Film bringt David Carradine eine Rolle in einer TV-Serie ein, mit der er Zeit seines Lebens in Erinnerung bleiben wird. Als Kwai Chang Caine wandert er in KUNG FU (1971-1974) durch die USA, vermittelt als (halb-)chinesischer Shaolin-Mönch Werten wie Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit. In einzelnen Folgen treten bekannte US-Schauspieler als Gäste auf, beispielsweise Harrison Ford, Leslie Nielsen, William Shatner und Jodie Foster. Die Serie ist überaus populär beim Publikum und wird mehrfach ausgezeichnet. Deshalb kommt es mit KUNG FU - DER FILM (1985) auch zu einer Auswertung auf der großen Leinwand. Die Serie wird außerdem in den 1990er Jahren fortgesetzt mit KUNG FU: IM ZEICHEN DES DRACHEN, dann folgt auch noch den Kinofilm KUNG FU - RÜCKKEHR DER LEGENDE (1992) unter der Regie von Jud Taylor. Hier zieht er heimatlos durch die US-amerikanische Gegenwart und bemüht sich, den blutigen Terror der chinesischen Mafia in einer Großstadt aufzuhalten.

Fernseh-Serien sind auch weiter das Metier von David Carradine. In der populären Bürgerkriegs-Serie FACKELN IM STURM (1985/1986) spielte er den Südstaaten-Bösewicht Justin LaMotte, einen skrupellosen Plantagenbesitzer und Kriegsgewinnler. Gegen diese Massenware und seine eher zweitklassigen Kinofilme, die sich durch einfach gestrickte Erzähl-Muster auszeichnen, stehen eine Handvoll Filme, die er mit einigen wichtigen Regisseuren dreht. Dazu gehört unter anderem die Filmbiographie DIESES LAND IST MEIN LAND (1976) von Hal Ashby. David Carradine verkörpert den Protestsänger Woody Guthrie, der zur Zeit der Depression Mitte der 1930er Jahre durch Amerika trampt und die soziale Ungerechtigkeit anprangert. Er übernimmt zudem die Hauptrolle in DAS SCHLANGENEI (1977) von Ingmar Bergman. Hier verkörpert er den Juden Abel Rosenberg, der als Artist im November 1923 nach Deutschland. Er verliert in der Wirtschaftskrise seine Arbeit und wird mehrerer Morde verdächtigt, die sich in seiner engsten Umgebung ereignet haben.

Diese Filme bilden aber eine Ausnahme in seiner Filmographie; der Schauspieler ist eher auf Massenware ausgelegt. Sein Gebiet ist der amerikanische Genrefilm, Horrrostreifen, Katastrophenfilme, zweitklassige Actionthriller werden nach und nach sein Metier. Ab Anfang der 1990er Jahre wird es still um den Darsteller bis er von Quentin Tarantino entdeckt wird. Mit KILL BILL - VOLUME 1 (2003) und KILL BILL - VOLUME 2 (2004) feiert er ein furioses Comeback. Hier verkörpert er den mörderischen Bill, der Schwertkampf und Kung Fu beherrscht, einen gefährlichen Killer. Von Fans wird der Darsteller gefeiert. Weitere solche hochkarätige Werke schießen sich zwar nicht an, aber David Carrandine ist wieder präsent.

Neben der Schauspielerei setzt sich David Caradine auch auf den Regie-Stuhl. Er führt bei drei Kinofilmen und einigen TV-Episoden von Fernsehserien Regie. Außerdem schreibt er, veröffentlicht ein Buch über die Kung-Fu-Philosophie, eines über die Dreharbeiten zu den KILL BILL-Filmen sowie seine Autobiographie. Der Schauspieler setzt sich für den Umweltschutz ein, kämpft medienwirksam gegen Walfänger und Robbenjäger.

Der Schauspieler ist fünfmal verheiratet; er hat zwei Kinder. Calista Carradine und Kansas Carradine arbeiten ebenfalls als Schauspielerinnen. Am 03. Juni 2009 stirbt David Caradine in Bangkok. Er wird in seinem Hotelzimmer aufgefunden; die Polizei geht von Selbstmord aus.

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