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Jack Nicholson

Jack Nicholson
Regie, Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 22. April 1937
Neptune (New Jersey)
USA

JACK NICHOLSON • Biographie Seite 1/1

Er ist einer der größten lebenden Schauspieler Hollywoods. Bisher hat er dreimal den Oscar erhalten, zudem kommt er auf zwölf Nominierungen. Er gilt als der höchstbezahlteste Charakterdarsteller der Filmgeschichte, streicht als Joker in der Comic-Verfilmung BATMAN (1989) mehr als 60 Mill. Dollar ein. Auch mit kleinsten Auftritten verdient der Super-Star Millionen, seine Gastauftritte adeln jeden Film. Gleichzeitig hält er sich aber zurück bei großangelegten Blockbustern, bleibt in seiner Rollenwahl immer unberechenbar. Bevorzugt spielt er immer noch gern in unabhängigen Produktionen; als bequem und hollywood-variabel einsetzbar gilt Jack Nicholson nicht.

Jack Nicholson wird am 22. April 1937 als John Joseph Nicholson in Neptune City, New Jersey, südlich von New York geboren. Seine Mutter June ist bei der Geburt 16 Jahre alt; der Vater bleibt unbekannt. Seine Großmutter Ethel May Nicholson übernimmt die Funktion seiner Mutter - er wächst in dem Glauben auf, das seine eigentliche Mutter seine Schwester ist. Im Alter von 37 Jahren erfährt der Schauspieler von einem Journalisten der "Time" die Wahrheit über seine Familienverhältnisse.

Bereits während seiner Kindheit interessiert er sich für die darstellenden Künste. Erste Auftritte hat er in der Theatergruppe an der Roosevelt Grammar School in Neptune, New Jersey. Danach besucht er die Manasquam High School, auf der er eine Klasse überspringen darf, weil er überdurchschnittliche Leistungen zeigt. Mit 17 Jahren beendet er seine Schulausbildung und zieht nach Hollywood, wo er bei seiner Mutter/Schwester June wohnt, die in der Filmmetropole in kleinen Shows und Etablissements als Tanzgirl auftritt. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich anfangs als Verkäufer in einem Spielzeugladen, später als Botenjunge in der Zeichentrick-Abteilung der Filmproduktionsfirma MGM und kommt dadurch mit dem Filmgeschäft in Kontakt.

Ende der 1950er Jahre beginnt er am Player's Ring Theatre in Los Angeles mitzuwirken. außerdem schult er sich auch schauspielerisch: Er schreibt sich im Actor's Studio ein, lernt unter anderem bei Martin Landau. Einen ersten Auftritt hat er in dem Theaterstück "Tea and Sympathy" von Terence Rattigan. Daneben beginnt er in Fernsehen-Serien aufzutreten, zu sehen ist er unter anderem in "Matinee Theatre" oder "Divorce Court". In letzterem spielt er einen Gerichtsreporter. Aber eigentlich will Jack Nicholson Regisseur werden, nimmt zusätzlich Unterricht in Regie an der Schule von Jeff Corey. In den Seminaren lernt er den Regisseur und Produzenten Roger Corman kennen, der ihm auch sein erstes Engagement beim Film besorgt. 1958 ist erstmals auf der Leinwand in THE CRY BABY KILLER (1958) unter der Regie von Jud Addiss zu sehen. In den nächsten Jahren arbeitet Jack Nicholson vorrangig für Roger Corman, tritt in mehr als 17 Filmen auf. Einige seiner früheren Filme genießen heute Kultstatus wie etwa KLEINER LADEN VOLLER SCHRECKEN (1960) oder DER RABE - DUELL DER ZAUBERER (1963) beide unter der Regie von Roger Corman und nach Erzählungen von Edgar Allan Poe. Er ist aber nicht nur als Darsteller, sondern auch als Autor, Produzent und Regisseur in der Produktionsfirma beschäftigt. Intensiv arbeitet er in dieser Zeit mit dem Regisseur Monte Hellman zusammen, bei drei Filmen bilden beide ein Arbeitsteam. Sein Ziel ist es immer noch, Regisseur zu werden, die Schauspielerei gilt ihm nur als Mittel zum Zweck.

Schlagartig bekannt wird der Schauspieler durch seine Darstellung des Rechtsanwalt George Hanson, der, als er zufällig auf zwei Männer trifft, die mit ihren Motorrädern von Los Angeles nach New Orleans fahren, Geschmack an Drogen und Individualität findet. Das Roadmovie EASY RIDER (1969) von Dennis Hopper und Peter Fonda wird zum Kult, gehört zu den Klassikern der New Hollywood-Bewegung. Das Werk zählt heute zu einem der echtesten Dokumente einer Generation in den USA, die nach neuer Orientierung sucht und damit alte Konventionen einreißt. Die Rolle selbst bringt Jack Nicholson seine erste Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller ein. Nach dem Erfolg begeht der Schauspieler nicht den Irrtum, den großen Hollywood-Angeboten zu erliegen. Er bleibt seinen Freunden treu und arbeitet weiter in kleineren Produktionen, vervollständigt sein Repertoire an typischen Gesichtsausdrücken und Manierismen, die ihn unverwechselbar machen: das Haifischgrinsen, oft die diabolisch hochgezogenen Augenbraunen, der freche Blick, das charmante Siegerlächeln.

In den 1970er wird Jack Nicholson zum Hollywood-Star. In EIN MANN SUCHT SICH SELBST (1970) von Bob Rafelson spielt er den Pianisten Robert Eroica Dupea, der seinen Beruf aufgegeben hat. Erstmals wird er als Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert. Eine weitere Nominierung bringt ihm seine Rolle des Soldaten Buddusky in DAS LETZTE KOMMANDO (1973) von Hal Ashby ein, der gemeinsam mit einem Kameraden einen dritten ins Gefängnis bringen soll, wo dieser eine Haftstrafe abbüßen muß. Auch für die Rolle des Detektiv J. J. Gittes in CHINATOWN (1974) von Roman Polanski reicht es nur für eine Oscar-Nominierung. Hier deckt er eine kalifornische Korruptionsaffäre auf. Ein Jahr später erhält er endlich seinen ersten Oscar für die Rolle des Randle Patrick McMurphy in EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST (1975) von Milos Forman, der zur Beobachtung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird, aber das System auf den Kopf stellt und seinen Mitbewohner Würde zurückgibt. In diesen Filmen beweist er neben seiner Schauspielkunst, dass er nicht der typische, amerikanische Held ist. Seinen Figuren bleibt immer eine Zweideutigkeit, durch ihre Selbstüberschätzung scheitern sie häufig an der Realität.

Danach in Jack Nicholson in mehreren Filmen zu sehen, die nicht unbedingt an seine Erfolge Mitte der 70er Jahre anschließen. Erst in der Zusammenarbeit mit Regisseur Stanley Kubrick bietet er wieder eine seiner besten, weil dämonischsten sowie bösesten Darstellungen: Als Schriftsteller Jack Torrance in dem Horrorstreifen SHINING (1980) wird er langsam wahnsinnig und tyrannisiert seine Familie. Der folgende melodramatische Kriminalfilm WENN DER POSTMANN ZWEIMAL KLINGELT (1980) von Bob Rafelson provoziert wegen der freizügigen Sexszenen mit seiner Filmpartnerin Jessica Lange einen Skandal. Die melodramatische Komödie ZEIT DER ZÄRTLICHKEIT (1983) von James L. Brooks bringt ihm eine weitere Oscar-Nominierung ein. Einen finanziellen Coup landet der Schauspieler bei der Comic-Verfilmung BATMAN (1989) von Tim Burton. Als Joker erhält er mit Gewinnbeteiligung plus Gage etwa 60 Mill. Dollar für dieses Engagement. Auch mit kleinsten Auftritten verdient der Super-Star Millionen, seine Gastauftritte adeln jeden Film. Gleichzeitig hält er sich aber zurück bei den Blockbustern, bleibt in seiner Rollenwahl immer unberechenbar. Bevorzugt spielt er immer noch gern in unabhängigen Produktionen; als bequem und hollywood-variabel einsetzbar gilt Jack Nicholson nicht.

In den Rollen, die Jack Nicholson in den folgenden Jahren verkörpert, zeigt sich seine Spiellust, auch wenn nicht alle Filme überzeugen. In fast allen seinen Werken ist er das Zentrum, bestimmt wie selbstverständlich die Szenerie und drückt ihnen seinen Stempel auf. Er spielt den Teufel, der drei Frauen gleichzeitig verführt, in DIE HEXEN VON EASTWICK (1986) unter der Regie von George Miller, wird von einem Werwolf gebissen in WOLF (1993) von Mike Nichols, spielt den amerikanischen Präsidenten in der Science Fiction-Parodie MARS ATTACKS! (1996) von Tim Burton. Als in zynischer Romanschriftsteller, der sich von den Menschen fern hält, in der Komödie BESSER GEHT'S NICHT (1998) unter der Regie von James L. Brooks, erhält er seinen nächsten und dritten Oscar. In der Friedrich Dürrenmatt-Adaption DAS VERSPRECHEN (2000) unter der Regie seines Schauspielkollegen Sean Penn gibt er einen alternder Polizist, der sich in einen Fall von besonderer Grausamkeit verbeißt. Auch für ABOUT SCHMIDT (2002) von Alexander Payne erhält er zahlreiche Auszeichnungen: Hier spielt er einen Pensionär, der nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau sein Leben neu gestaltet. Jack Nicholson spielt auch mit über 60 Jahren in der Komödie DIE WUTPROBE (2003) sowie in der romantischen Variante WAS DAS HERZ BEGEHRT (2003) mit seinem Image als Frauenheld. Zuletzt agiert er in Martin Scorseses-Film DEPARTED - UNTER FEINDEN (2006) als Mafiaboss.

1962 heiratet Jack Nicholson die Schauspielerin Sandra Knight. Ihre gemeinsame Tochter Jennifer kommt 1963 zur Welt. Nach kurzer Zeit lässt sich das Paar scheiden. Jack Nicholsons Privatleben und seine Affären werden von der Regenbogenpresse begierig belauert. Er hat insgesamt fünf Kinder von vier verschiedenen Frauen. 1982 wird seine Tochter Honey geboren, deren Mutter das dänische Model Winnie Hollman ist. Eine 17-jährige Partnerschaft verbindet ihn mit der Schauspielerin Anjelica Huston. Sie trennen sich, als die Beziehung Jack Nicholsons zu der Kellnerin Rebecca Broussard an die Öffentlichkeit gelangt. Mit ihr hat er die Tochter Lorraine. 1992 kommt sein Sohn Raymond auf die Welt. Zwei Jahre lebt er mit der Schauspielerin Lara Flynn Boyle zusammen.

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