Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Dustin Hoffman

Dustin Hoffman
Regie, Darsteller

* 08. August 1937
Los Angeles (Kalifornien)
USA

DUSTIN HOFFMAN • Biographie Seite 1/1

Dustin Hoffman ist einer der ganz großen Hollywood-Stars. Dabei ist er keiner der typischen Siegertypen, kein repräsentatives Idol, das dem amerikanischen Traum entliehen ist. Die Figuren, die er verkörpert, sind Menschen, die sich im unerbittlichen Gesellschaftsspiel zurechtfinden müssen, die gewinnen, aber auch scheitern. Er gibt ihnen eine erstaunliche Emotionalität und große psychologische Glaubwürdigkeit. Dem Schauspieler eilt der Ruf voraus, sich akribisch auf seine Rollen vorzubereiten, er gilt als Perfektionist und ist deshalb leider immer weniger auf der Leinwand präsent.

Dustin Hoffman wird am 08. August 1937 als Dustin Lee Hoffman in Los Angeles, Kalifornien geboren. Sein Vater arbeitet als Möbelverkäufer, vor der Weltwirtschaftskrise ist er als Möbeldesigner bei der Produktionsfirma Columbia in der Requisitenabteilung beschäftigt. Seine Mutter betätigt sich als Amateur-Schauspielerin, gibt ihren Beruf jedoch auf, als sie heiratet. Sie sorgt für die musische Ausbildung ihrer beiden Söhne. Zur Schule geht Dustin Hoffman auf die Los Angeles High School, sein Traum ist es Arzt oder Pianist zu werden. Am Santa Monica City College und am Los Angeles Conservatory of Music studiert er Musik, besucht aber auch einen Schauspielkurs und entdeckt die Theaterkunst, schließt sich kurzzeitig dem Pasadena Playhouse an.

Anfang der 1960er Jahre geht Dustin Hoffman nach New York. Wie in der Branche üblich, jobbt er neben seiner Ausbildung und Arbeit als Schauspieler, nimmt zahlreiche Gelegenheitsjobs an und muss sich täglich aufreibend um seine Lebensunterhalt bemühen: Er arbeitet als Kellner, Sekretär, verkauft Zeitungen und Spielzeug. Auf der Theaterbühne wird er immer wieder stehen, mehrere Jahre arbeitet er am Off-Broadway. 1961 gibt der Schauspieler sein Broadway-Debüt in "A Cook for Mr. General" nach Steven Gether. 1966 erhält er für seine Darstellung des Zodich in Ronald Ribmans "Journey of the Fifth Horse" den "Obie Award" als Bester Schauspieler. Ein Jahr darauf bringt ihm die Rolle des Valentine in "Eh?" nach Harry Living weitere hochdotierte Preise in Amerika ein. Seine Karriere hat damit einen großen Schub erhalten und Hollywood wird auf den kleinen Charakterdarsteller aufmerksam. Aber auch nach erfolgreichen Filmarbeiten kehrt er immer wieder auf die Theaterbühne zurück, spielt unter anderem 1968 die Hauptrolle in Murray Schisgals "Jimmy Shine", 1974 wirkt er in "All Over Town", einer Inszenierung des gleichen Autors mit.

Seinen ersten großen Erfolg auf der Leinwand feiert er als 18jähriger Bursche (immerhin ist er bereits 30 Jahre alt) in DIE REIFEPRÜFUNG (1967) unter der Regie von Mike Nichols. Hier gibt er einen Jugendlichen, der in die gutbürgerliche Gesellschaft eingeführt wird, sich von einer älteren Dame vernaschen lässt und sich am Ende zur Selbstbehauptung entschließt. Über Nacht wird Dustin Hoffman mit dieser Rolle des verzweifelten, unverdorbenen College-Boy bekannt, erhält eine Oscar-Nominierung und avanciert sofort zum Hollywood-Star. In dem Kinoalptraum ASPHALT-COWBOY (1969) von John Schlesinger spielt er an der Seite von Jon Voight den heruntergekommenen Kleinganoven Ratso Rizzo aus der Bronx, der sich durchs Leben schlägt, an einer Krankheit leidet und daran stirbt. Er glaubt an nichts und niemanden mehr, misstraut jedem, lauert auf seine Gelegenheit und erst ein naiver Provinzler bringt ihn wieder dazu, an das Menschliche zu glauben. Auch für diese Darstellung erhält er eine Oscar-Nominierung.

In LITTLE BIG MAN (1970) von Arthur Penn ist er der kleine große Mann, der hautnah amerikanische Geschichte als Adoptiv-Indianer, Falschspieler, Trunkenbold und Tattergreis erlebt. Dabei gelingt es den Filmemachern, die die Geschichte als Satire erzählen, zahlreiche romantische Mythen der Gründerzeit zu entzaubern. Wieder beeindruckt der Schauspieler durch sein Spiel: Maske und Körpersprache sind derart glaubwürdig, dass der Zuschauer glauben könnte, er sähe wirklich einen Augenzeugen der historischen Ereignisse vor sich. In dem Sam Peckinpah-Film WER GEWALT SÄT ... (1971) spielt er den schüchternen David Sumner, einen Mathematiklehrer, der sich gegen die Einwohner eines britischen Dorfes wehren muss. Eigentlich will er keine Gewalt ausüben, wird aber dazu gezwungen; er ist nicht der Held, der Gewalt rechtfertigt. Auch als kleiner, ausgemergelter Sträfling und Geldfälscher PAPILLON (1973) von Franklin J. Schaffner setzt er auf Menschlichkeit. Er will seinem Mithäftling mit dem Spitznamen Papillon (gespielt von Steve McQueen) zur Flucht verhelfen.

Für LENNY (1974) von Bob Fosse erhält Dustin Hoffman seine dritte Oscar-Nominierung. Erzählt wird die Geschichte des Komikers Lenny Bruce, der im Jahr 1966 unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Der Schauspieler bemüht sich auch immer um politisch brisante Stoffe, setzt mit seiner Rollenauswahl Zeichen. Als Babe Levi in dem Polit-Thriller DER MARATHONMANN (1976) von John Schlesinger gerät er in eine politische Treibjagd, weil er beschuldigt wird, in er McCarthy-Ära der kommunistischen Partei anzugehören; als Journalist Carl Bernstein deckt er in DIE UNBESTECHLICHEN (1976) von Alan J. Pakula gemeinsam mit Robert Redford den politischen Watergate-Skandal auf.

Einen überaus erfolgreichen Publikumsrenner produziert er mit KRAMER GEGEN KRAMER (1979) von Robert Benton. Erzählt wird von einem geschiedenen Vater, der auf einmal seinen Jungen allein erziehen muss, wie er mehr und mehr in diese Aufgabe hineinwächst. Er entscheidet sich für sein Kind und verzichtet auf eine vorteilhaftere Arbeit. Für seine Darstellung erhält er nun endlich auch den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Diesen Erfolg kann er mit einem seiner erfolgreichsten Filme und einer schauspielerischen Meisterleistung zwar nicht wiederholen, aber eine Nominierung bringt ihm die Rolle des arbeitslosen Schauspielers Michael Dorsey doch ein. Die Komödie TOOTSIE (1983) von Sydney Pollack erzählt die Geschichte eines Mannes, der einen Rock anzieht und dadurch zu einem besseren Mann wird. Dustin Hoffman spielt diese Rolle mit großer Präzision und gestaltet sie mit unvergleichlichem Nuancenreichtum, dadurch wird sie überaus doppeldeutig: Eine Komödie, die bisweilen schon wieder ernst ist. Dabei hat er wahrscheinlich auch die Erfahrungen aus der Anfangszeit seiner Karriere einfließen lassen, als er selbst täglich, zermürbend und demütigend, um eine Rolle kämpfen musste.

Mitte der 1980er Jahre ist der Schauspieler wieder auf der Theaterbühne präsent. Er spielt am Broadway die Titelrolle in "Tod eines Handlungsreisenden" nach Arthur Miller. Der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff adaptiert das Stück für einen Fernsehfilm. In Deutschland kommt der Film auch in die Kinos. Mit dem Jungunternehmer Tom Cruise, seinem ungleichen Bruder, reist er als Autist Raymond Babbitt in RAIN MAN (1988) (RAIN MAN (1988) Trailer) von Barry Levinson durch Amerika. Einige seiner Verhaltensweise sprechen für Situationskomik, andere zeigen die Tragik dieser auch mit autistischen Sonderbegabungen ausgestatteten Person auf. Dabei schafft der Darsteller es, dass der Zuschauer über die Manierismen von Raymond lacht, gibt die Figur aber nicht der Lächerlichkeit preis. Für diese Rolle hat sich Dustin Hoffman über ein Jahr mit dem Phänomen des Autismus beschäftigt. Es gelingt ihm, den introvertierten Gestus der Figur so genau zu treffen, dass nicht nur Zuschauer und Kritiker begeistert sind, sondern auch Experten von einer authentischen Darstellung sprechen. Auch die American Academy sieht es ähnlich und verleiht ihm seinen zweiten Oscar als Bester Hauptdarsteller.

Zwischen Theater und Film pendelnd, spielt Dustin Hoffman seit den 1990er mehr und mehr in hochbudgetierten und kommerziell ausgerichteten Filmen der großen Studios. Als Beispiele genügen der Fantasy-Spass HOOK (1991) von Steven Spielberg, der Viren-Thriller OUTBREAK - LAUTLOSE KILLER (1995) von Wolfgang Petersen oder der Science Fiction SPHERE (1998) von Barry Levinson. Mitte der 1990er Jahre gründet er seine eigene Produktionsfirma, die Punch Productions. Eines seiner ersten Projekte wird ein voller Erfolg: Die Satire WAG THE DOG - WENN DER SCHWANZ MIT DEM HUND WEDELT (1997), wieder unter der Regie von Barry Levinson, erzählt von einen Sex-Skandal im Weißen Haus. Die Berater des Präsidenten engagieren einen Werbefachmann (Robert De Niro) und einen Filmproduzenten (Dustin Hoffman), die eine Gegenkampagne organisieren sollen. Alle werden aufs Korn genommen: die Politiker ebenso wie die Journalisten, die nur jene Meldungen bringen, die dem Weißen Haus genehm sind. Auch der amerikanische Durchschnittsbürger bekommt sein Fett weg, da er sich anscheinend wehrlos von allen Seiten manipulieren lässt. Wieder erhält Dustin Hoffman eine Oscar-Nominierung.

Da der Schauspieler immer seltener gute Drehbücher erhält, gibt es auch lange Produktionspausen. Im neuen Jahrtausend ist er neben Gene Hackman als wahrheitsgetreuer Anwalt in dem Gerichtsthriller DAS URTEIL - JEDER IST KÄUFLICH (2003) von Gary Fleder zu sehen. Mit Stars wie Robert De Niro und Barbra Streisand kann er in den Komödie MEINE FRAU, IHRE SCHWIEGERELTERN UND ICH (2004) von Jay Roach dem Affen Zucker geben. In der Bestsellerverfilmung DAS PARFÜM (2006) unter Regie von Tom Tykwer übernimmt er die Rolle des französischen Parfümiers Giuseppe Baldini.

Dustin Hoffmann heiratet 1969 die Tänzerin Anne Byrne. Gemeinsam haben sie zwei Töchter. 1980 wird die Ehe geschieden. Kurze Zeit später heiratet er die Anwältin Lisa Gottsegen. Vier gemeinsame Kinder - zwei Söhne und zwei Töchter - gehören zur Familie.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,91531