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Robert Redford

Robert Redford
Regie, Mitarbeit, Darsteller, Produzent

* 18. August 1936
Santa Monica (Kalifornien)
USA

ROBERT REDFORD • Biographie Seite 1/1

Robert Redford ist einer der populärsten und erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods. Er strahlt in fast allen seinen Rollen Jugendlichkeit, Optimismus und Unbekümmertheit aus. Als Schauspieler sind seine Rollen überaus beständig, er gibt den ehrlichen Mann. Seine Figuren überzeugen durch ihre Zivilcourage, verfügen über einen ausgeprägten Individualismus. Dadurch und auch wegen seiner erotischen Ausstrahlung wird er in den 1970er Jahren zur Ikone des amerikanischen Films. Aber er wehrt sich gegen das Image: Als er älter wird und auf den Regiestuhl wechselt, interessiert er sich auch für gebrochene Helden.

Robert Redford wird am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien als Charles Robert Redford jr. geboren. Sein Vater arbeitet als Farmer und Bankangestellter. Die Mutter stirbt, als er 17 Jahre ist. Zur Familie, die in einfachen Verhältnissen lebt, gehört noch der Bruder William. Nach seiner Ausbildung an der Van Nuys High School erhält er ein Stipendium an der University of Colorado in Boulder, da er als Baseball-Spieler aufgefallen ist. Aber er schmeißt das Studium hin, fällt durch seinen Alkoholkonsum auf. In Paris und Florenz studiert er Malerei und Kunstgeschichte, er bereist Frankreich, Italien und Spanien, führt ein Leben als Bohemien. Er will Maler werden, kehrt aber Ende der 1950er Jahre in die USA zurück.

Hier beginnt er, an der American Academy of Dramatic Arts Schauspielunterricht zu nehmen und studiert am New Yorker Pratt-Insitute Bühnenbild und Bühnenmalerei. 1959 debütiert er am Broadway in "Tall Story" von Howard Lindsay und Russel Crouse. Er überzeugt auch als Basketballspieler in "The Highest Tree" von Dore Schary. Auch kleine Rollen beim Fernsehen kann der junge Schauspieler ergattern, so ist er in Serien wie "Outer Limits", "Perry Mason" und "Twilight Zone" zu sehen. Durch den Fernsehfilm DER EISMANN KOMMT (1960) von Sidney Lumet erregt er größere Aufmerksamkeit. 1962 steht er auch erstmals vor einer Filmkamera in HINTER DEN FEINDLICHEN LINIEN (1962) unter der Regie von Denis Sanders, wo er auch den Schauspieler und späteren Regisseur Sydney Pollack kennen lernt. Aber er hat mehr Erfolg auf der Theaterbühne als in Hollywood. Erst mit der Verfilmung des Neil Simon-Bühnenstücken "Barfuss im Park", mit dem er 1963 am Broadway gefeiert wird, ändert sich das. Hier spielt er erstmals mit Jane Fonda zusammen: Beide geben in der leichten Komödie unter der Regie von Gene Saks ein jungvermählten Paar, das sich streitet und auch wieder verträgt.

Zwei Jahre später wird er an der Seite von Paul Newman zum Hollywood-Star. In BUTCH CASSIDY UND SUNDANCE KID (1968) von George Roy Hill spielen sie zwei Banditen, die nach einem Eisenbahnüberfall gejagt werden. Der humorvolle Western zeigt die Freundschaft beider, die lieber in den Tod gehen als sich ihrer Freiheit berauben lassen. Auch später werden die beiden Schauspieler gemeinsam vor der Kamera stehen, sichtlich Spaß an ihrem Zusammenspiel haben. In der intelligent-witzigen Gaunerkomödie DER CLOU (1973) unter der Regie des gleichen Regisseurs verkörpern sie wieder ein Trickbetrüger-Paar, das sich an einem Gangsterboss rächt. Der Film ist der Erfolg des Jahres, erhält sieben der keinen Staturen auf der Oscar-Verleihung.

Mit dem Regisseur Sydney Pollack ergibt sich eine langjährige, intensive Arbeitsbeziehung. An sieben Filmen werden beide gemeinsam arbeiten. Besonders hier beweisen seine Figuren Zivilcourage, zeigen ihren ausgeprägten Individualismus, ohne offen gegen das System zu rebellieren. Mit dem ausweglosen Drama DIESES MÄDCHEN IST FÜR ALLE (1966) beginnt ihre Zusammenarbeit. Als Fallensteller und Jäger JEREMIAH JOHNSON (1971), der sich gegen die Zivilisation wendet, vergisst er auch in der verschneiten Berg-Einöde nicht sein soziales Engagement, wird aber von der Grausamkeit und Barbarei eingeholt. Mit Barbra Streisand steht er in SO WIE WIR WAREN (1973) vor der Kamera: Erzählt wird die Geschichte einer schwierigen Liebe, die an den weltanschaulichen Unterschieden der Partner zerbricht. In dem spannenden Polit-Thriller DIE DREI TAGE DES CONDORS (1974) deckt er als kleiner Angestellter des CIA einen großen Komplott auf. Sein Gewissen für die Würde des Tieres kann er in DER ELEKTRISCHE REITER (1978) als Rodeo-Weltmeister beweisen, der einem berühmten Rennpferd seine Freiheit wiedergibt. In JENSEITS VON AFRIKA (1985) spielt er an der Seite von Meryl Streep den Großwildjäger Denys Finch Hatton. Als amerikanischer Pokerspieler erlebt er in HAVANNA (1989) das Ende des Batista-Regimes.

Dazwischen ist der Darsteller in zahlreichen Filmen präsent. Im Gefängnisfilm BRUBAKER (1980) unter der Regie von Stuart Rosenberg kämpft er für eine Reformation des Gefängniswesens. In DER UNBEUGSAME (1983) von Barry Levinson spielt er einen Baseball-Star, der niedergeschossen wird und erst 16 Jahre danach als Trainer einen mittelmäßigen Verein zum Meisterschaftssieg führt. Die klassische amerikanische Aufsteiger-Geschichte flopt an den Kinokassen. Auch der Adrian Lyne-Film EIN UNMORALISCHES ANGEBOT (1992), wo er einen Milliardär gibt, der eine Frau für eine Millionen Dollar eine Nacht kaufen will, erringt an den Kinokassen nicht den erwünschten Erfolg.

Politische Themen sind für den Künstler Robert Redfort überaus relevant. Um dafür unabhängig zu sein, gründet er eine eigene Produktionsfirma, die "Wildwood Enterprises" und beweist sein kritisches Engagement durch seine Rollenauswahl. Hier entsteht unter anderem BILL MCKAY - DER KANDIDAT (1972) unter der Regie von Michael Ritchie, in dem Robert Redfort einen idealistischen Rechtsanwalt gibt, der für die Demokratische Partei kandidiert. Amerikanische Wahlkampf-Methoden werden analysiert, spannend und ambitioniert. Der Schauspieler produziert DIE UNBESTECHLICHEN (1976) von Alan J. Pakula und spielt in den Polit-Thriller an der Seite von Dustin Hoffman auch die Hauptrolle. Sie geben die Journalisten der "Washington Post", die den Watergate-Skandal aufgedeckt haben.

Nach seiner Arbeit als Schauspieler und Produzent vollzieht Robert Redford einen logischen Schritt und übernimmt die Regie bei Filmprojekten. Lange bereitet er seine Filme vor, beobachtet psychologisch genau seine Figuren. Er spielt selbst in seinen Filmen nicht mit, vielleicht wirken sie deshalb so gelassen. Durch seine Regie-Arbeiten gelingt es ihm am besten, sich von seinem Image als gut aussehende Hollywood-Ikone zu befreien. Sein erster Film, das Familiendrama EINE GANZ NORMALE FAMILIE (1980) bringt ihm gleich den Oscar als Bester Regisseur ein. Donald Sutherland, Mary Tyler Moore und Timothy Hutton spielen in dem amerikanischen Familien-Porträt die Hauptrollen. Ihr idyllisches Leben bricht auseinander, als der älteste Sohn durch einen Unfall stirbt. MILAGRO - DER KRIEG IM BOHNENFELD (1987) erzählt die Geschichte eines kleinen Farmers in New Mexico, der sich gegen die Vernichtung seines Lebensraumes und den Bau einer modernen Feriensiedlung in seinem Tal wehrt. AUS DER MITTE ENTSPRINGT DER FLUSS (1992) berichtet von zwei ungleichen Brüdern, die sich beim Fliegenfischen immer wieder näher kommen, aber sich im eigentlichen Leben nicht helfen können. Mit der Mediensatire QUIZ SHOW (1993) behandelt der Regisseur ein Kapitel amerikanischer Fernsehgeschichte. Er stellt die Manipulation einer Quizshow Mitte der 1950er Jahre nach. Als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent fungiert er erstmals in DER PFERDEFLÜSTERER (1998), wo er einem nach einem Unfall schwer traumatisierten Mädchen und ihrem schwerverletzten Pferd wieder zu Selbstbewusstsein verhilft. DIE LEGENDE VON BAGGER VANCE (2002) schildert die Schwierigkeiten eines jungen Golf-Profi nach den Erlebnissen im Ersten Weltkrieg wieder in sein altes Leben zurück zu kehren.

Seit den 1980er Jahren erwirbt sich Robert Redford einen nationalen wie internationalen Ruf als Förderer unabhängiger amerikanischer Filmemacher. Er initiiert 1978 das Sundance Film Festival in Park City im US-Bundesstaat Utah, bei dem amerikanische Independent-Produktionen Vorrang haben. Außerdem gehört er zu den Gründern des "Sundance Film Instituts", das junge Filmkünstler unterstützt. Zugleich initiiert er den "Sundance Film Channel", der unabhängige Filmproduktionen eine Fernsehausstrahlung ermöglicht. 1995 gründet er die Produktionsfirma "South Fork Pictures", die sich zum Ziel setzt, neue Filmtalente zu entdecken und zu fördern. Für seine Leistungen als Schauspieler und Regisseur sowie für sein Engagement um den unabhängigen Film wird Robert Redford 2002 mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet.

Robert Redford ist einer der prominentesten Gegner der Politik von George W. Bush. Nach den Ereignisses des 11. September 2001 wendet sich vehement gegen die Einschneidung von Bürgerrechten und die Verschiebung von politischen Prioritäten. Er setzt sich als Umweltschützer für den Erhalt der amerikanischen Naturschutzgebiete ein, unterstützt zudem die Indianerbewegung.

1958 heiratet er Lola van Wagenen, mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Eines ihrer Kinder stirbt an Kindbettfieber. Der Künstler schirmt sein Privatleben vor der Öffentlichkeit ab. Die Ehe wird 1985 geschieden. Robert Redfort wohnt in Sundance, in den Bergen von Utah, sowie auf einer Ranch in Connecticut, und in New York.

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