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Wolfgang Braumann

Wolfgang Braumann
Kamera

* 07. Januar 1938
Potsdam
Deutschland

WOLFGANG BRAUMANN • Biographie Seite 1/1

Der Kameramann Wolfgang Braumann gilt als Spezialist für Kinderfilme. Er arbeitet mehrfach mit den Regisseuren Hans Kratzert, Egon Schlegel und Walter Beck zusammen, die sich besonders für den Kinderfilm einsetzen. Märchenfilme, Gegenwartsgeschichten und historischen Steifen fotografiert der Kameramann. Besonders gelobt werden seine stimmungsvollen Landschafts- und Tieraufnahmen. Außerdem zeigt sich bei vielen Filmen sein Geschick, die Kinderdarsteller zu freiem und natürlichem Spiel zu animieren.

Wolfgang Braumann wird am 07. Januar 1938 in Potsdam geboren. Als Kind erlebt er den Bombenangriff auf seine Heimatstadt. Bereits während seiner Kindheit interessiert er sich für die Fotografie. Nach seiner Schulausbildung, die er 1956 mit dem Abitur abschließt, beginnt er ein Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg in der Fachrichtung Kamera. Von 1956 bis 1961 erlernt er das Handwerk, schließt das Studium als Diplom-Kameramann ab.

1961 beginnt er als Kamera-Assistent und 2. Kameramann im DEFA-Studio für Spielfilme. Seine Lehrer sind unter anderem die gestandenen Kameramänner Werner Bergmann und Karl Plintzner. Nach fünf Jahren Assistententätigkeit wird er 1966 zum Ersten Kameramann befördert und arbeitet in dieser Funktion bis 1990 bei der DEFA. Er ist an 36 Spielfilmen für Kino und Fernsehen, größtenteils Filme für Kinder und Jugendliche beteiligt. Bei Märchenfilmen wird er auch häufig für die Trickelemente und Spezialeffekte herangezogen.

Kontinuierlich ist die Arbeit Wolfgang Braumanns mit mehreren Regisseuren, denen der Kinderfilm besonders am Herzen liegt. Mit Regisseur Hans Kratzert beginnt die Arbeitsbeziehung bei WIR KAUFEN EINE FEUERWEHR (1970), bei dem der Kameramann auch als Drehbuchautor mitwirkt. Gedacht für kleine Kinder erzählt der Film vom 6-jährigen Matti, der zwischen Kindergarten und Schule hängend, Spielkameraden sucht und Herrn Clasen sowie ein alte Feuerwehr findet. Kritiker bescheinigen dem Kameramann eine sensible Kameraführung, die ganz auf die genaue Beobachtung setzt. Danach drehen sie gemeinsam den Indianerfilm TECUMSEH (1972). Der Kinderfilm DER WÜSTENKÖNIG VON BRANDENBURG (1973) bietet einen ironischen Blick auf die Absurditäten der Nachkriegsverhältnisse. Witz, Einfallsreichtum und eine ausgefeilte Bildsprache zeichnen den Film aus. Die Bilder, die Wolfgang Braumann für die Nachkriegszeit finden, sind lebendig. Der Märchenfilm HANS RÖCKLE UND DER TEUFEL (1974) nach der Erzählung "Hans Röckle und Mister Flammfuß" von Ilse und Vilmos Korn erzählt vom Puppenspieler und Mechanikus Hans Röckle, der einen Pakt mit dem Teufel schließt. Trickreich wird die Geschichte erzählt, Gags, Überraschungen und viele poetische Bilder sind zu sehen. Leise, lebendig und charmant erzählt der Film, verbindet gekonnt Märchenhaftes mit Real-Historischem. Es folgen die Filme OTTOKAR DER WELTVERBESSERER (1977) und EIN SONNTAGSKIND, DAS MANCHMAL SPINNT (1978), bis mit DER SCHWUR VON RABENHORST (1986) der letzte ihrer gemeinsamen Filme entsteht.

Zudem arbeitet der Kameramann bei dem Märchenfilm WER REIßT DENN GLEICH VOR'M TEUFEL AUS (1977) unter der Regie von Egon Schlegel. Das Filmteam offenbart hier ein sicheres Gespür für unterhaltsames und spannungsreiches Kino, phantasievoll, aktionsgeladen und überaus witzig haben sie die Geschichte in Szene gesetzt. Bei der Gegenwartsgeschichte DAS PFERDEMÄDCHEN (1979) werden die poetisch kraftvoll gestalteten Bilder gelobt. Der Kameramann findet lange, stimmungsvolle Landschaftsbilder und ästhetisch schöne Pferdeaufnahmen, um die Beziehung Mensch, Tier und Natur zu verdeutlichen. Auch die Herbheit der mecklenburgischen Landschaft fängt er mit der Kamera gekonnt ein. Ihr letzter gemeinsamer Film wird das Road Movie für Kinder MAX UND SIEBENEINHALB JUNGEN (1980).

Auch mit Kinderfilmregisseur Walter Beck arbeitet Wolfgang Braumann zusammen. Der Schauwert der Bilder in dem Märchenfilm DER PRINZ HINTER DEN SIEBEN MEEREN (1982) vermag die jungen Zuschauer zu fesseln. Von Kritikern gelobt wird die optische Realisierung des Märchens, die ohne Kitsch und Pomp auskommt. In gemeinsamer Arbeit entstehen noch BIBERSPUR (1984), ein Kinderfilm, der sich kritisch mit Umweltproblemen auseinandersetzt. Wieder werden die Landschafts- und Tieraufnahmen des Kameramanns gelobt. Diesmal fängt Wolfgang Braumann stimmungsvoll die herbstliche Flußgegend der Elbe ein. FROSCHKÖNIG (1988) erzählt das Märchen einmal anders: Die Prinzessin macht sich auf die Suche nach dem Prinzen. Ihr letzter gemeinsamer Film wird die Filmsatire DER STREIT UM DES ESELS SCHATTEN (1990).

Einen Film dreht der Kameramann mit der Regisseurin Hannelore Unterberg. Der Film KONZERT FÜR BRATPFANNE UND ORCHESTER (1976) ist einer der wenigen DEFA-Beiträge, der dem Musizieren eine außerordentliche Rolle zuweist. Er überzeugt durch phantasievolle Ideen und kreative Einfällen. Durch brillante Animation werden die Gegenstände lebendig gemacht, binden sich in die realen Filmbilder ein. Die Kamera von Wolfgang Braumann findet zahlreiche stimmungsvolle Einstellungen, die abwechslungsreich sind und die Kinder individuell charakterisieren. Dabei zeigt sich das Geschick des Filmteams, die Kinderdarsteller zu freiem und natürlichem Spiel zu animieren. Der Kinderfilm DAS EISMEER RUFT (1983) von Jörg Foth erzählt vom sowjetischen Forschungsschiff "Tscheljuskin", welches im Eismeer verunglückt. Stilistisch reizvoll werden Dokumentarfilmaufnahmen von der tatsächlichen Tscheljuskin-Expedition in die Spielfilmhandlung eingebaut. Einer der letzten Filme, die der Kameramann für die DEFA fotografiert, wird DIE SPRUNGDECKELUHR (1991) unter der Regie von Gunter Friedrich.

Seit 1991 arbeitet Wolfgang Braumann als freischaffender Kameramann, vorwiegend für öffentlich-rechtliche und private TV-Anstalten. Großen Erfolg hat er mit der siebenteiligen Kinderserie SHERLOCK HOLMES UND DIE SIEBEN ZWERGE (1992), die auch eine Kinoauswertung erfährt. Er führt zudem die Kamera für Regisseur Günter Meyer bei SPUK AUS DER GRUFT (1997).

Wolfgang Braumann ist mit der Kostümbildnerin Barbara Braumann verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn, den sie Felix genannt haben. Er widmet seine freie Zeit seinem Hobby, der Malerei. 2000, 2002 und 2003 werden seine Bildern in Ausstellungen in Potsdam gezeigt. Die Familie lebt in Potsdam.

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