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Oliver Reed

Oliver Reed
Darsteller

* 13. Februar 1938
London-Wimbledon
Großbritannien
† 02. Mai 1999
Valletta
Malta

OLIVER REED • Biographie Seite 1/1

Oliver Reed verkörpert häufig das Böse, als Werwolf, Dieb, Räuber macht er in zahlreichen Abenteuer-, Horror- und Historienfilmen auf sich aufmerksam. Aber der Schauspieler beweist mehrfach seine Wandlungsfähigkeit. Beim Regisseur Michael Winner kann er sein komödiantisches Talent entfalten, unter der Regie von Ken Russell zeigt er ausgefeilte Charakterdarstellungen. Die Uraufführung seinen letzten Films GLADIATOR (2000) kann der Darsteller des Proximo nicht mehr erleben.

Oliver Reed wird am 13. Februar 1938 in London, Wimbleon, geboren. Zur Familie gehören neben den Eltern noch zwei Brüder. Sein Onkel ist der Regisseur Carol Reed, seine Cousine die Schauspielerin Tracy Reed. Nach seiner Schulausbildung beginnt er in den verschiedensten Berufen zu jobben, arbeitet zeitweise als Taxifahrer, kurz als Krankenpfleger, ist Rausschmeißer in einem Londoner Nachtclub und steht auch als Boxer zwischen den Ringen. Sein Armeedienst führt ihn Mitte der 50er Jahren nach Malaysia und Hongkong.

Zurückgekehrt nach Großbritannien beginnt Oliver Reed eine Karriere als Stuntman und Schauspieler vor der Fernsehkamera. Er ist in TV-Serien des BBC zu sehen, spielt zahlreiche Nebenrollen. Anfang der 60er Jahre tritt er auch in Kinofilmen auf. Er wird bevorzugt in Horrorstreifen besetzt, spielt den Nachtclubbesitzer in der Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Variante SCHLAG 12 IN LONDON (1960) oder gibt den Werwolf in DER FLUCH VON SINIESTRO (1961) von Terence Fisher. Auch später wird der Schauspieler mehrfach in Horrorfilmen vor der Kamera stehen.

Aber bereits frühzeitig zeigt Oliver Reed, daß er ein wandlungsfähiger Darsteller ist. In dem Joseph Losey-Science-Fiction SIE SIND VERDAMMT (1962) stellt er dies unter Beweis. Mit dem Film WIE EIN SCHREI IM WIND (1966) von Sidney Hayers wird der Darsteller einem großen internantionalen Publikum bekannt. Er spielt den ungehobelten Pelztierjäger Jean La Bête, der für 1000 Dollar ein stummes Mädchen kauft und in der wilden Naturlandschaft British Columbias mit ihr lebt. In dem musikalischen Adaption von "Oliver Twist" mit dem Titel OLIVER! (1967) steht er unter der Regie seines Onkels Carol Reed. Er gibt den Taschendieb Bill Sikes, der den kleinen Waisenjungen Oliver quält. Der Film wird 11mal für den Academy Award nominiert und erhält 5 Oscars.

Mehrmals arbeitet Oliver Reed mit dem englischen Regisseur Michael Winner zusammen. In MINIROCK UND KRONJUWELEN (1966) steht er mit Michael Crawford vor der Kamera. Um zu beweisen, daß sie verkannte Genies sind, brechen die zwei Brüder in den Londoner Tower ein und rauben die britischen Kronjuwelen. Ein Jahr später ist er neben Orson Welles in der Komödie WAS KOMMT SPÄTER? (1967) als Angestellter zu sehen, der aus seinem bürgerlichen Leben ausbricht, um Schriftsteller zu werden. Nochmals agiert er in der Michael Winner-Komödie HANNIBAL BROOKS (1969), in der er einen britischen Kriegsgefangener spielt, der aus dem Münchener Zoo einen Elefanten nach Tirol evakuieren soll.

Der Regisseur Ken Russell besetzt den Darsteller ebenfalls mehrfach in seinen Filmen. Mit Alan Bates und Glenda Jackson ist er in der skandalträchtigen D. H. Lawrence-Adaption LIEBENDE FRAUEN (1969) zu sehen. Oliver Reed spielt den arroganten Minenbesitzer Gerald Crich. In dem Historienfilm DIE TEUFEL (1971) nach einem Roman von Aldous Huxley spielt er den kahlköpfigen Pater Grandier, der im 17. Jahrhundert wegen Unzucht und Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Vorallem die orgiastischen Szenen im Kloster sorgen damals für Aufsehen. Auch in den Ken Russell-Filmen MAHLER (1974), TOMMY (1975) und LISZTOMANIA (1975) ist der Darsteller zu sehen. Als General Boisdeffre überzeugt er neben dem Schauspieler Richard Dreyfuss in der filmischen Adaption der "Dreyfus-Affäre" unter dem Titel DER GEFANGENE DER TEUFELSINSEL (1991) zum letzten Mal unter dem Regisseur.

Ab den 70er Jahren ist Oliver Reed in zahlreichen Science-Fiction-, Historien- und Abenteuerfilmen zu sehen. Mit seiner Rolle des leidenschaftlichen Arthos in DIE DREI MUSKETIERE (DIE DREI MUSKETIERE Trailer) (1973) hat er enormen Erfolg. Die Verfilmung des Alexander Dumas-Stoffes mit Richard Chamberlain, Frank Finley, Raquel Welch und Faye Dunaway vom Regisseur Richard Lester zählt heute noch zu den besten. Zwei Jahre später steht das Team nochmals vor der Kamera in der Fortsetzung VIER MUSKETIERE - DIE RACHE DER MYLADY (1975). Ende der 80er Jahre gibt er nochmals den Arthos in seinem dritten Musketier-Film DIE RÜCKKEHR DER MUSKETIERE (1988). In dem Genre wird er immer wieder Rollen spielen. In der Terry Gilliams Verfilmung von DIE ABENTEUER DES MÜNCHHAUSEN (1988) gibt er den Vulcan. Anfang der 90er Jahre spielt Oliver Reed das Rauhbein Billy Bones in der Neuverfilmung des Klassikers DIE SCHATZINSEL (1990). Als weitere Besetzung des Films agieren mit Charlton Heston und Christopher Lee zwei weitere Nestoren des Films.

In etwa 100 Filmen ist der Schauspieler zu sehen. Sein letztes Film-Projekt wird GLADIATOR (2000) von Ridley Scott. Er spielt den Gladiatorhändler Proximo, der einst selbst Gladiator war und von Kaiser die Freiheit geschenkt bekam. Bei den Dreharbeiten auf der Insel Malta stirbt der Schauspieler am 02. Mai 1999 an einem Herzanfall. Oliver Reed ist dreimal verheiratet. Er hinterläßt einen Sohn und eine Tochter. Bereits 1979 sind seine Memoiren unter dem Titel "Read All About Me" erschienen.

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