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Romy Schneider

Romy Schneider
Darsteller

* 23. September 1938
Wien
Österreich
† 29. Mai 1982
Paris
Frankreich

ROMY SCHNEIDER • Biographie Seite 1/1

Romy Schneider ist eine der besten und erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. Schon als 13jährige schreibt sie in ihr Tagebuch "Ich muss auf jedenfall einmal eine Schauspielerin werden. Ja! Ich muss!". Sie wird eine der Besten, ein Star, der in Frankreich umjubelt, in Deutschland geschmäht wird, weil sie keine Prinzessinnen-Rollen mehr spielen will.

Romy Schneider wird am 23. September 1938 in Wien als Rosemarie Magdalena Albach geboren. Ihre Eltern sind ebenfalls Schauspieler. Ihre Mutter Magda Schneider ist seit 1937 mit dem Schauspieler Wolf Albach-Retty verheiratet. Zur Familie gehört noch der Bruder Wolf-Dieter, der 1940 geboren wird. Da die Eltern beruflich stark beschäftigt sind, wachsen die Kinder bei den Großeltern auf.

Mit elf Jahren kommt Romy Schneider in das Mädchenpensionat "Schloss Goldenstein" bei Salzburg. Bis zu ihrem 15 Lebensjahr wird sie dort leben und lernen. Sie erhält Musik- und Kunstunterricht, spielt das erste Mal in Theateraufführungen der Schule. Ihr größter Traum ist, Schauspielerin zu werden. 1953 vermittelt ihr die Mutter ein Rolle in dem Film: WENN DER WEIßE FLIEDER WIEDER BLÜHT. Die Produzenten haben die Idee, mit Kindern von berühmten Schauspielstars einen Erfolg zu feiern. Das Konzept geht auf: Romy Schneider, Götz George und Nina von Porembsky begeistern das Publikum.

Im Sommer 1954 spielt die junge Schauspielerin die Hauptrolle in dem Hans Deppe-Film MÄDCHENJAHRE EINER KÖNIGIN. Die Zuschauer sind derart begeistert, daß sie Romy in keiner anderen Rolle mehr sehen wollen. In zwei weiteren Streifen über die junge Kaiserin Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn spielt sie an der Seite von Karlheinz Böhm. Je größer der Fan-Andrang, desto unglücklicher ist Romy, die sich mit dem Kitsch nicht zufrieden geben will. Eine Teilnahme an der vierten Verfilmung des Stoffes lehnt sie kategorisch ab.

Es folgen Filme, in denen sie versucht, das Image des braven, kleinen Mädchens abzuschütteln. Josef von Baky dreht gemeinsam mit ihr und Horst Buchholz ROBISON SOLL NICHT STERBEN (1956); der Regisseur Helmut Käutner inszeniert mit ihr und ebenfalls wieder mit Horst Buchholz den in Paris spielenden Film MONPTI (1957), außerdem spielt sie in der neuen Verfilmung von MÄDCHEN IN UNIFORM (1958) die Hauptrolle. Dann folgen in Paris die Dreharbeiten zu dem Film CHRISTINE (1958). Sie trifft mit dem französischen Jung-Star Alain Delon zusammen, beide verlieben sich ineinander. Romy Schneider bleibt in Paris. In Österreich und Deutschland verliert sie zahlreiche Sympathien. In Frankreich wird sie bald als "beste Schauspielerin Europas" gefeiert, im deutschsprachigem Raum regelrecht zerrissen oder geschmäht.

In Frankreich arbeitet Romy Schneider auch auf der Theater-Bühne. Unter der Regie von Luchino Visconti steht sie gemeinsam mit Alain Delon in dem Stück "Schade, dass sie eine Dirne ist" auf der Bühne des Théatre de Paris. Das Stück feiert riesigen Erfolg, läuft anderthalb Jahre vor ausverkauftem Haus. Theater wird eine Leidenschaft, die die Künstlerin leider zu selten pflegen kann. Sie geht 1962 mit "Der Möwe" von Anton Tschechow auf Tournee. Sie spielt in 100 Vorstellungen vor ausverkauften Häusern in Belgien, Portugal, Marokko oder im Libanon.

1961 dreht sie mit dem Regisseur Luchino Visconti eine Episode in dem Film BOCCACIO 70 (1961). Von dem Image des braven Mädchens hat sie sich vollends verabschiedet. Sie spielt die Ehefrau eines Grafen, der in einen Callgirl-Skandal verwickelt ist. Bis heute gehört ihre Striptease am Telefon zu den gekonntesten. Neben Luchino Visconti arbeiten auch andere bedeutende Regisseure der Zeit mit der Schauspielerin. In dem Film DER PROZEß (1962) holt sie der Regisseur und Schauspieler Orson Welles vor die Kamera. Weltweit erntet sie Beifall für ihre Darstellung der Leni, der Magd des Anwalt Hastlers, die alle mit ihrem Wandelbarkeit verführt. Romy Schneider dreht mit Otto Preminger, steht mit Jack Lemmon vor der Kamera oder arbeitet mit Henri-Georges Clouzot.

1962 trennen sich Romy Schneider und Alain Delon. Drei Jahre später lernt sie den Schauspieler und Boulevardtheater-Regisseur Harry Meyen kennen. Sie heiraten. Der Sohn David wird im Dezember 1966 geboren. Die Schauspielerin zieht sich aus dem Filmgeschäft zurück. Bis 1968 widmet sie sich ganz ihrer Familie in Berlin-Grunewald.

Filmangebote bleiben nicht aus. 1968 dreht sie DER SWIMMINGPOOL (1968) mit Alain Delon. Der Film wird ein weltweiter Erfolg. Bis 1975 arbeitet die Schauspielerin unermütlich. Mehr als 15 Filme feiern Uraufführung, größtenteils mit Erfolg. Darunter sind solch wichtige Werke wie NACHTBLENDE (1974), DIE UNSCHULDIGEN MIT DEN SCHMUTZIGEN HÄNDEN (1974) oder etwa DAS ALTE GEWEHR (1975). Enge künstlerische Beziehungen ergeben sich mit dem Regisseur Claude Sautet und dem Schauspieler Michel Piccoli. Mehrere Filme dreht das Team gemeinsam, die zu den Höhepunkten ihrer Karriere zählen. Auch in Deutschland kommt ein Film zustande. Für ihre Darstellung in GRUPPENBILD MIT DAME (1977) erhält sie das Filmband in Gold.

Nach ihrer Scheidung von Harry Meyen heiratet Romy Schneider 1975 ihren Sekretär Daniel Biasini. Die gemeinsame Tochter Sarah Magdalena wird im Juli 1977 geboren. Die Ehe zerbricht Anfang der 1980er Jahre. Nach einem tödlichen Unfall ihres Sohnes im Juli 1981 erholt sich Romy Schneider nur äußerlich. Sie beginnt die Dreharbeiten zu dem Film DIE SPAZIERGÄNGERIN VON SANSSOUCI (1982). Den Film hat sie selbst initiiert, sie spielt die Doppelrolle der Elsa Wiener / Lina Baumstein. Sie selbst bezeichnet den Film als ihren besten.

Am 29. Mai 1982, knapp elf Monate nach dem tragischen Unfalltod ihres Sohnes, wird Romy Schneider tot in ihrem Bett aufgefunden. Herzversagen. Auf dem Filmfestival in Montreal wird Romy Schneider postum der Preis für die beste schauspielerische Leistung in ihrem letzten Film verliehen. Die deutsche Uraufführung von DIE SPAZIERGÄNGERIN VON SANSSOUCI (1982) findet erst Monate nach ihrem Tod statt.

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