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Marita Böhme

Marita Böhme
Darsteller

* 07. Mai 1939
Dresden
Deutschland

MARITA BÖHME • Biographie Seite 1/1

Marita Böhme zählt in den 1960er Jahren zu den weiblichen Stars der DEFA. Meist spielt sie selbstbewußte junge Frauen. Häufig steht sie dabei an der Seite beliebter Schauspieler wie Manfred Krug, Rolf Herricht und Erwin Geschonneck. Die Zuschauer sehen Marita Böhme gern auf der Leinwand, besonders ihre komödiantischen Fähigkeiten in unterhaltenen Stoffen bleiben vielen in Erinnerung.

Marita Böhme wird am 07. Mai 1939 in Dresden geboren. Nach ihrer Schulausbildung läßt sie sich als Vorschulerzieherin ausbilden. Aber danach entscheidet sie sich für die Schauspielerei, bewirbt sich mit Erfolg an der Staatlichen Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin-Schöneweide. Von 1958 bis 1961 absolviert sie dort ihr Studium und erhält nebenbei einen Gastvertrag an der Volksbühne. Dort spielt sie unter anderem in William Shakespeares "Komödie der Irrungen". Nach dem Ende des Studium geht sie an das Landestheater in Parchim. Sie sammelt zahlreiche Erfahrungen in modernen Stücken, spielt Maxim Gorki und Gerhard Hauptmann.

Anfang der 60er Jahre wird Marita Böhme Mitglied des Schauspielerensembles des DEFA-Studios für Spielfilme. Außerdem gastiert sie an der Staatsoperette in Dresden. Hier steigt sie zum Musical-Star auf, brilliert besonders als Eliza Doolittle in "My Fair Lady". In über 300 Aufführungen steht sie vor dem Publikum. Ihr Erfolg in ihrer Heimatstadt bringt ihr 1970 ein Engagement am Staatstheater ein. Zwischen 1966 bis 1970 ist sie in Berlin am Maxim Gorki-Theater beschäftigt.

1961 wird die Schauspielerin schlagartig im ganzen Land bekannt. Neben Manfred Krug steht sie in AUF DER SONNENSEITE (1961) unter der Regie von Ralf Kirsten vor der Kamera. Der Film, der die Geschichte des Darstellers - vom Stahlschmelzer zum Schauspieler - nacherzählt, wird der große Erfolg des Jahres. Nochmals sind die beiden Darsteller gemeinsam in DER KINNHAKEN (1962), BESCHREIBUNG EINES SOMMERS (1963) und DAS VERSTECK (1977) zu sehen - allerdings nie wieder als Liebespaar wie in ihrem ersten Erfolgsfilm. In BESCHREIBUNG EINES SOMMERS (1963) spielt Marita Böhme die Bauführerin Ottilie, in dem ausgezeichneten Frank Beyer-Werk DAS VERSTECK (1977) gibt sie Gertrud.

Marita Böhme zählt in den 60er Jahren zu den weiblichen Stars der DEFA. Der Regisseur Martin Hellberg besetzt sie relativ untypisch in seiner Lessing-Adaption MINNA VON BARNHELM (1963) mit der Hauptrolle der Minna. Meist spielt sie selbstbewußte junge Frauen, die ihren Platz in der Gesellschaft behaupten. Sie gibt in dem Frank Beyers-Erfolgsfilm KARBID UND SAUERAMPFER (1963) das Mädchen Karla, das darauf wartet, daß die Odyssee des findigen, vegetarischen Karbid-Organisators, gespielt von Erwin Geschonneck, durch das gespaltene Nachkriegsdeutschland ein Ende findet.

1965 erhält sie die Hauptrolle in dem Debüt-Film von Egon Günther. Sie ist mit Günther Simon in LOTS WEIB (1965) zu sehen. Als Sportlehrerin ind Mutter zweier Kinder kämpft sie um ihr eigenes Leben. Als sich ihr Mann nicht scheiden lassen will, stiehlt sie in einem Kaufhaus und wird auf Bewährung verurteilt. Jetzt stimmt der Mann der Trennung zu; sie ist frei. Die Verbindung eines weiblichen Einzelschicksals mit gesellschaftlichen Hierarchien und verkrusteten Rollenverständissen löst zahlreiche Diskussionen zum Frauenbild in der DDR aus. Auch in dem Film LEBEN ZU ZWEIT (1968) von Hermann Zschoche spielt sie eine ähnlich angelegte Figur.

Mit einem zweiten Star der DEFA, dem Komiker Rolf Herricht, steht Marita Böhme ebenfalls mehrfach und überaus erfolgreich vor der Kamera. In dem Film DER RESERVEHELD (1965) spielt sie die frischvermählte Sabine, die ihren Ehegatten in der Kaserne besucht und ein Eifersuchtsdrama auslöst. In DER MANN, DER NACH DER OMA KAM (1972) gibt sie die berufstätige Ehefrau eines erfolgreichen TV-Stars. Als die Oma sich für ein neues Leben entscheidet, hat die gestreßte Familie einige Probleme mit ihrem Haushalt. Beide Filme zählen zu den erfolgreichsten DEFA-Produktionen ihrer Jahre, erreichen Millionen Zuschauer.

Ab Ende der 60er Jahre arbeitet die Schauspielerin vorwiegend für das Fernsehen. An ihre Erfolge auf der Kinoleinwand kann sie nicht mehr anschließen, unter anderem ist sie in dem Publikumsrenner "Preußens Gloria und Sachsens Glanz" (1985) zu sehen. Nach dem Zusammenbruch der DDR wird es still um die Schauspielerin. Erst Mitte der 90er Jahre ist sie wieder regelmäßig zu sehen. Sie mimt in "Polizeiruf 110", der in Halle spielt, die Theaterregisseurin Edith Reger und Lebenspartnerin des Kommissars Schmücke, gespielt von ihren Kollegen Jaecki Schwarz.

Neben ihrer Schauspielerei für Fernsehen und Bühne, arbeitet Marita Böhme auch an Chanson-Programmen. Sie spielt im Dresdner Nachtkabarett Herkulessäule.

Marita Böhme ist verheiratet. Sie lebt mit ihrer Familie in ihrer Heimatstadt Dresden.

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Autorin
Ines Walk
Die Biographie entstand mit Unterstützung der DEFA-Stiftung.

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