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Sofia Coppola

Sofia Coppola
Regie, Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 14. Mai 1971
New York (New York)
USA

SOFIA COPPOLA • Biographie Seite 1/1

Sofia Coppola ist mehr als nur die Tochter des berühmten Regisseurs Francis Ford Coppola. Auf dem Umweg über die Schauspielerei findet sie ihre Profession als Regisseurin, die mit ihrem bisherigen filmischen Schaffen, schon eine eigene, filmische Handschrift vorzuweisen hat. Unter ihrer Regie können sich die verborgenen Talente von jungen Schauspielerinnen wie Kirsten Dunst und Scarlett Johansson erst richtig entfalten. Dabei ist Sophia Coppola die Darstellung des Seelenlebens der Protagonistinnen ihrer Filme stets wichtiger als die Einhaltung von traditionellen Erzählkonventionen.

Sofia Coppola wird am 14. Mai 1971 in New York als Sofia Carmina Coppola geboren. Sie ist die Tochter des Regisseurs Francis Ford Coppola und seiner Ehefrau Eleonore Coppola. Sie wächst in einer filmbessenen Familie auf. Ihre Brüder Roman Coppola (geb. 1965) und Gian-Carlo Coppola (geb. 1963) arbeiten mittlerweile auch als Schauspieler und Regisseur. Ihre Cousins sind unter anderem die Schauspieler Nicolas Cage und Jason Schwartzman. Nach ihrer Schulausbildung studiert sie zunächst Fotografie am Mills College in Oakland, Kalifornien und anschließend Malerei am California Institute of the Arts in Valencia, Kalifornien. Sofia Coppola entwirft eine Modekollektion mit dem Namen Milkfed, die ausschließlich in Japan verkauft wird.

Ihre Schauspielkarriere beginnt schon als Kind in den Filmen ihres Vaters Francis Ford Coppola. So ist sie beispielsweise in einer Taufszene in DER PATE - 1. TEIL (1972) zu sehen oder in dem Film DIE OUTSIDER (1983). FRANKENWEENIE (1984), ein Kurzfilm von Tim Burton, ist der erste Film eines fremden Regisseurs, in dem sie auftritt. In diesem Film wie auch in anderen spielt sie unter ihrem Künstlernamen Domino. Ihr wohl bekanntester Auftritt als Schauspielerin ist jener der Mary Corleone in DER PATE - 3. TEIL (1990). Diese heftig kritisierte Darbietung, für die sie die in der Kategorie Schlechteste Newcomerin bei der Goldenen Himbeere, dem Anti-Oscar, ausgezeichnet wird, beendet praktisch ihre Karriere als Schauspielerin.Gelegentlich ist zu noch als Schauspielerin zu sehen, wie in dem Independentfilm DER GANZ NORMALE WAHNSINN (1992) von Jefery Levy und im Hintergrund von Filmen ihrer Familie und Freunden. Sie tritt auch in Musikvideos von Madonna und den Chemical Brothers auf.

Mitte der 1990er Jahre wechselt sie in den Bereich Regie. Zunächst dreht sie als Regisseurin die beiden Kurzfilme BED, BATH AND BEYOND (1996) und LICK THE STAR (1998), bevor sie mit THE VIRGIN SUICIDES (1999) ihr Debüt im Langspielfilm-Bereich feiert. Der Film, der von ihrem Vater Francis Ford Coppola koproduziert ist, basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage des amerikanischen Autoren Jeffrey Eugenides. Erzählt wird die Geschichte von fünf Schwestern, die in einem repressiven, stark religiösen Elternhaus aufwachsen. Als die jüngste der Schwestern Selbstmord begeht, werden die anderen Schwestern von ihren strengen Eltern immer mehr von ihrer Außenwelt isoliert, so dass auch für sie letztendlich ein Entkommen aus dieser beengten Welt nur in ihrem Freitod liegt. Dem Film gelingt es erfolgreich, dass Lebensgefühl von Teenagern in den 1970er Jahren zu zeigen, ohne sich dabei in Klischees zu vergreifen. Kirsten Dunsts Darstellung der Schwester Lux findet bei vielen Kritikern eine lobenswerte Erwähnung.

Sofia Coppolas zweiter Spielfilm LOST IN TRANSLATION (2003)basiert auf ihrem eigenen Drehbuch. Bill Murray und Scarlett Johansson spielen zwei Amerikaner, die sich an einer Bar in einem Hotel in Tokio kennen lernen und sich fortan immer wieder treffen, um nicht nur die fremde Metropole zu erkunden, sondern auch, um sich gemeinsam über universelle Themen wie Ehe und Kinder sowie den Sinn des Lebens sich zu unterhalten. Der Film bewegt sich abseits von gängigen Erzählkonventionen des amerikanischen Unterhaltungskinos. Ihm gelingt es auf eindrucksvolle Weise, den auf seine beiden Protagonisten einströmenden Gefühlsreigen aus Jet Lag , Verlorensein in einer fremden Kultur und gegenwärtiger Lebenskrise zu vermitteln. Besonders unterstützend wirkt dabei der von Brian Reitzell komponierte Soundtrack, der japanische Melodien und eine Art von Dream Pop miteinander vermischt. So gelingt es Sofia Coppola bereits mit ihrem zweiten Film, eine sich von ihrem Vater Francis Ford Coppola unterscheidende filmische Handschrift zu finden. LOST IN TRANSLATION (2003) wird mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Zu den wichtigsten unter ihnen zählen der Oscar für Sofia Coppola in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch und die Golden Globes in den Kategorien Bestes Film-Musical/Komödie, Bestes Drehbuch und den Preis für Bill Murray als Bester Schauspieler .

Enttäuscht zeigt sich die Kritik allerdings von Sofia Coppolas dritten Spielfilm Marie Antoinette (2006), der bei den Filmfestspielen in Cannes 2006 seine Weltpremiere feiert. Dieser erzählt die Geschichte der österreichischen Prinzessin, dargestellt von Kirsten Dunst, die als 14jährige im Jahre 1770 nach Versailles geht, um den zukünftigen König von Frankreich, Louis XIV, gespielt von Jason Schwartzman, zu heiraten. Anfangs hat sie große Schwierigkeiten sich an das höfische Protokoll zu gewöhnen, doch allmählich wächst sie in ihre Rolle hinein. Kritiker tadeln, dass der Film sich nicht um historische Genauigkeit kümmert. Stattdessen richtet er detailgetreu seine Aufmerksamkeit auf die Wiedergabe der damalige Mode und Hofetikette, vergisst dabei aber eine ausgefeilte Charakterentwicklung innerhalb der interessanten Filmhandlung. Der Film lässt sich aber auch als ein Kommentar lesen zu dem außerhalb jeglicher Normalität stehenden Luxusleben heutiger Berühmtheiten vom Schlage einer Paris Hilton. Die Filmemacherin hat sich hier also ganz bewusst, nicht zuletzt durch die Verwendung eines zeitgenössischen Soundtracks mit New Wave Bands wie Bow Wow Wow oder The Cure, für eine moderne Variante des Historienfilms entschieden. Bei den Oscarverleihungen 2007 gewinnt der Film eine Trophäe in der Kategorie Bestes Kostüm.

Sofia Coppola ist von Juni 1999 bis Dezember 2003 mit dem Regisseur Spike Jonze verheiratet. Die Filmemacherin und ihr jetziger Freund Thomas Mars, de Sänger der Rockband Phoenix, sind Eltern der am 28. November 2006 in Paris geborenen Tochter Romy.

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Harald von Treuenfels (Stand: November 2007)

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