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Andy Serkis

Andy Serkis
Darsteller

* 20. April 1964
London
Großbritannien

ANDY SERKIS • Biographie Seite 1/1

Andy Serkis ist ein Weltstar, doch sein wahres Äußeres ist noch immer vielen unbekannt. Er ist der Mann für Motion-Capture-Arbeiten, sein Spiel, mit dem er Figuren wie Gollum, King Kong, den Affen Caesar und Kapitän Haddock zum Leben erweckt hat, findet oftmals hinter einer Maske aus tausenden Pixeln statt.

Geboren wird Andrew Clement G. Serkis am 20. April 1964 in Ruislip Manor im Westen Londons. Dort wächst er auf bei seiner Mutter Lylie Serkis, die behinderte Kinder unterrichtet, und seinem Vater Clement Serkis, einem irakischstämmigen Gynäkologen, der seinen ursprünglichen Familiennamen Serkissian in Serkis änderte. Andy Serkis besucht die St Benedict’s School, anschließend studiert er an Lancaster University Darstellende Künste. Zunächst beschäftigt er sich dort mit Theaterdesign und Setbau, kommt nach einigen kleineren Rollen jedoch schnell auf den Geschmack und widmet sich von da an voll der Schauspielerei.

In der Folgezeit arbeitet er hart, um seine Kunst noch zu verbessern, und er erhält die Mitgliedskarte der Schauspielergewerkschaft. Es folgen zahlreiche Theatertourneen, bei denen Andy Serkis in etlichen Stücken auftritt. Ende der 1980er startet auch seine Karriere außerhalb der Bühne, zunächst jedoch nur in Nebenrollen in TV-Serien. In der britischen Comedyserie The New Statesman feiert Andy Serkis 1989 seine Fernsehpremiere. Noch im selben Jahr gelingt es ihm, einen größeren Part in der Dramaserie Streetwise an Land zu ziehen. Auf seinen Durchbruch muss er trotzdem noch warten, ebenso auf seine erste Filmrolle.

Zu der kommt Andy Serkis erst 1994, als er den überschaubaren Part des Torsten in DER PRINZ VON JÜTLAND, gedreht von Gabriel Axel, spielen darf. Der Abenteuerfilm mit Gabriel Byrne, Helen Mirren und Christian Bale gerät jedoch schnell wieder in Vergessenheit und somit gelingt es auch Andy Serkis nicht, nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Erst durch die Rolle des drogensüchtigen Sohns eines Kriminellen in der von David Hayman inszenierten Miniserie Finney (1994) wird ihm größere Beachtung zuteil. Seine Wandlungsfähigkeit und sein Talent verschaffen ihm aber auch danach keine bedeutenden Rollenangebote. Allerdings sind seine Auftritte nach Finney nun größer als zuvor. Im mehrfach ausgezeichneten Drama KARRIERE GIRLS (1997) von Mike Leigh wirkt Andy Serkis ebenso in einer wesentlich substantielleren Rolle mit wie auch in der Miniserie Oliver Twist (1999), einer TV-Adaption von Charles Dickens’ bekannter Geschichte.

Auch wenn Andy Serkis sich zu diesem Zeitpunkt durchaus schon einen Namen als guter Nebendarsteller gemacht hat, ist sein Gesicht dennoch vielen Leuten unbekannt. Ironischerweise ändert die Rolle seines Lebens daran zunächst wenig. Als Peter Jackson sich aufmacht, die weltberühmte Fantasysaga "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien auf die Leinwand zu bringen, benötigt er jemanden, der dem Gollum die Stimme leiht. Seine Wahl fällt auf Andy Serkis. Der beeindruckt Peter Jackson jedoch mit seinem Körpereinsatz und seiner einnehmenden visuellen Darstellung des manischen Ringsüchtigen dermaßen, dass Peter Jackson beschließt, Andy Serkis den Gollum nicht nur sprechen, sondern spielen zu lassen. Zu diesem Zweck wird das Motion-Capture-Verfahren angewendet, bei dem zwar Andy Serkis’ Schauspiel, jedoch nicht sein Äußeres bewundert werden kann.

Seine außergewöhnliche Leistung in der HERR DER RINGE-Trilogie bleibt den Zuschauern jedoch nicht verborgen. Der Mann hinter der computergenerierten Maske bekommt von allen Seiten Anerkennung - außer von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Andy Serkis wird aufgrund des starken Einsatzes von Computertechnik nicht mit einem Oscar bedacht.

Die verweigerte Auszeichnung ändert jedoch nichts daran, dass die Karriere von Andy Serkis von da an mächtig an Fahrt aufnimmt. Seine Erfahrung im Umgang mit Motion-Capturing bzw. Performance-Capturing und seine extreme Ausdrucksstärke führt dazu, dass er immer wieder Figuren verkörpert, die zwar seine Gestik und Mimik haben, aber nicht sein Gesicht. 2005 verleiht Andy Serkis dem wohl berühmtesten Affen der Filmgeschichte in KING KONG (2005) von Peter Jackson sein Mienenspiel. Keinen Gorilla, dafür aber einen Schimpansen spielt er 2011 in PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION (PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION Trailer) von Rupert Wyatt. Wäre ein weiterer Beweis nötig gewesen, dass Andy Serkis der Meister des Performance-Capture-Verfahren ist, er wäre hiermit erbracht worden. Als intelligenter Affe Caesar bietet Andy Serkis sein ganzes Repertoire auf und hat damit immensen Anteil am großen Erfolg der Vorgeschichte zum von Franklin J. Schaffner inszenierten Klassiker PLANET DER AFFEN (1968). Dass sich das Performance-Capturing nicht nur für Tiere eignet, zeigt Andy Serkis im selben Jahr. In DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI (DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI Trailer) (2011), produziert von Peter Jackson und Steven Spielberg, der auch die Regie inne hat, gibt er den ruppigen Seebären Kapitän Haddock. Seine Paraderolle als Gollum wird er in nicht allzu langer Zeit auch wieder übernehmen, denn derzeit dreht er mit Peter Jackson den Film DER HOBBIT - EINE UNERWARTETE REISE (DER HOBBIT - EINE UNERWARTETE REISE Trailer), dessen erster Teil 2012 in die Kinos kommt.

Dass sein Gesicht jedoch durchaus filmtauglich ist, hat er vor allem in den letzten Jahren oft genug bewiesen, ohne sich auf ein bestimmtes Genre festzulegen. Sowohl in spannenden Mysteryfilmen DEATHWATCH (2002) von Michael J. Bassett oder PRESTIGE - DIE MEISTER DER MAGIE (2006) von Christopher Nolan, blutigen Horrorkomödien wie THE COTTAGE (2008) von Paul Andrew Williams oder Fantasyfilmen wie dem von Iain Softley inszenierten TINTENHERZ (TINTENHERZ Trailer) (2008) zeigt er, dass er nicht voller Detektoren sein muss, um eine ansprechende Leistung abzuliefern.

2002 heiratet Andy Serkis seine langjährige Freundin, die Schauspielerin Lorraine Ashbourne. Er lebt mit ihr und den drei Kindern Ruby, Sonny und Louis in Crouch End in Nord-London.

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Autor: Nils Pape
Stand: Dezember 2011

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