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Devid Striesow

Devid Striesow
Darsteller, Sprecher

* 01. Oktober 1973
Bergen, auf Rügen
Deutschland (DDR)

DEVID STRIESOW • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Devid Striesow gehört bereits seit einigen Jahren zu den exzellenten Akteuren in deutschen Film- und Fernsehproduktionen, aber auch auf verschiedenen Theaterbühnen. Kritiker wie Zuschauer lieben den Darsteller. Ihm wird eine genaue Charakterzeichnung nachgesagt, die er mit einfachsten Mitteln zustande bringt. Auf der Leinwand wie auf der Bühne sind es seine Körperlichkeit, seine Sensibilität und seine männlich-erotische Ausstrahlung, die die Auftritte zu faszinierenden Ereignissen machen.

Devid Striesow wird 1973 in Bergen, auf Rügen geboren. Sein Vater arbeitet als Elektriker, seine Mutter ist Säuglings-und Kinderkrankenschwester. Zur Familie gehören noch drei weitere Kinder. Aufgewachsen ist er in Rostock, besucht dort die Schule. Sein musisches Talent fördert seine Mutter, die erfolgreich an der Talentshow des DDR-Fernsehens von Heinz Quermann teilnimmt, an einem Studium an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin aber nicht interessiert ist.

Nach seiner Schulausbildung entscheidet sich Devid Striesow für den Beruf eines Goldschmieds, hat bereits eine Lehrstelle, als im November 1989 die Berliner Mauer geöffnet wird. Er nutzt die Chance und setzt sich wieder auf die Schulbank, macht sein Abitur. Während seiner Schulzeit spielt er in einer Folk-Band Geige und Gitarre. Sein Wunsch ist es, Musik zu studieren, dann bewirbt er sich auf Anraten von Freunden an der Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin und wird nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung angenommen. 1999 schließt er das Studium ab, gemeinsam mit seinen Studienkolleginnen Fritzi Haberlandt und Nina Hoss.

Erste Engagements führen ihn ans Schauspielhaus Hamburg und ans Schauspielhaus Düsseldorf; er steht ebenso im Maxim Gorki-Theater in Berlin auf der Bühne. Er spielt unter anderem den Werner in "Minna von Barnhelm" nach Lessing, steht als Jonny Flint in "Happy End" von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf der Bühne, gibt den "Hamlet" und den "Prinz Friedrich von Hamburg". 2004 wird er für seine Darstellung des Wlas in Maxim Gorkis Bühnenstück "Sommergäste" unter der Regie von Jürgen Gosch am Schauspielhaus Düsseldorf mit dem Alfred Kerr-Preis ausgezeichnet. Kritiker und Kollegen loben sein facettenreiches Spiel, die Bandbreite seiner Ausdrucksmöglichkeiten. Im selben Jahr küren ihn die Kritiker der Zeitschrift "Theater heute" zum Besten Nachwuchsschauspieler des Jahres.

Er arbeitet mit der Regisseurin Nicolette Krebitz zusammen, steht unter ihrer Regie in "Das Herz ist ein dunkler Wald" in Hamburg auf der Bühne. Zur gleichen Zeit brilliert er beim Berliner Theatertreffen als Lady Macbeth unter der Regie von Jürgen Gosch mit schwarzer Perücke und Rock. Die Inszenierung wird überaus widersprüchlich aufgenommen, aber in einer Hinsicht sind sich alle einige: Devid Striesows Interpretation überzeugt. Er gibt Lady Macbeth zickig und hysterisch, gierig und machtbesessen, blutrünstig und hassend. Anfang des Jahres 2007 nimmt er eine halbjährige Auszeit vom Theater, seine zahlreichen Verpflichtungen haben ihn erschöpft. Im Herbst 2007 wird Devid Striesow am Nationaltheater in Weimar den Mephisto in Goethes "Faust" spielen.

2000 ist der Schauspieler erstmals auf der Leinwand zu sehen. Sein Debüt gibt er in der Literaturverfilmung KALT IST DER ABENDHAUCH (2000) von Rainer Kaufmann. Bald ist er ein viel beschäftigter Darsteller bei Film und Fernsehen. In mehr als 25 Filmen steht er in zwei Jahren vor der Kamera, gehört zu den gefragtesten Mimen seiner Generation. Erste größere Aufmerksamkeit erregt er mit der Rolle des erfolglosen Matratzenhändlers Ingo in dem komplexen Nachwendefilm LICHTER (2002) von Hans-Christian Schmid. Er will etwas auf die Beine stellen, im Osten etwas aufbauen, verliert aber seine Existenzgrundlage an einem Tag. Devid Striesow wird für den Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller nominiert und erhält den Preis der Deutschen Filmkritik als Bester Nebendarsteller. Diese Auszeichnung wird zugleich für seine Darstellung in BUNGALOW (2002) von Ulrich Köhler verliehen. Hier spielt er den Max, den Bruder des fahnenflüchtigen Rekruten Paul. Eine größere Nebenrolle erhält er in NAPOLA - ELITE FÜR DEN FÜHRER (2004) von Dennis Gansel, wo er den fanatischen Lehrer der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Allenstein Heinrich Vogler gibt, der bei der Ausschau nach Nachwuchsboxern auf den jungen Friedrich aufmerksam wird. In DER UNTERGANG (2004) von Oliver Hirschbiegel übernimmt er die Rolle des Feldwebels Tornow. In EDEN (2005) von Michael Hofmann spielt er einen humorlosen Ehemann. Einen homosexuellen Dramaturg gibt er in Dominik Grafs Film DER ROTE KAKADU (2006).

Bei den Internationalen Filmfestspielen 2007 in Berlin ist Devid Striesow das Gesicht des deutschen Films, da er gleich in beiden deutschen Wettbewerbsfilmen zu sehen ist. In DIE FÄLSCHER (2007) (DIE FÄLSCHER (2007) Trailer) von Stefan Ruzowitzky gibt er den SS-Sturmbannführer Herzog, der im Konzentrationslager Sachsenhausen eine perfide Aktion leitet: Von 1942 bis zum Kriegsende betrieb die SS eine geheime Werkstatt, in der jüdische Häftlinge Pfundnoten und Dollars fälschten. Wie er der Nazi-Rolle neue Fassetten abringt, ist besonders auffallend: Er ist halb Überzeugungstäter, halb Profiteur; mal gibt er sich als väterlicher Freund, ist kurze Zeit später ein eiskalter Mörder; er besitzt einen grauenhaften Charme, macht mit seinem süffisanten, aber auch falschen Lächeln das Janusgesicht des Nationalsozialismus deutlich. Zudem ist er als westdeutscher Investmentbanker in YELLA (2007) (YELLA (2007) Trailer) von Christian Petzold zu sehen, der sich smart und unnahbar gibt, ein geschäftstüchtiger und intriganter Biedermann, ein Wolf im Schafspelz, dem dann aber die Liebe in Gestalt von Nina Hoss begegnet. Die Regisseure der "Berliner Schule" arbeiten gern mit dem Schauspieler: Ulrich Köhler, Angela Schanelec und Christoph Hochhäusler engagieren ihn. Auch wenn es nicht immer Hauptrollen sind, zeugt seine Filmauswahl von einem sicheren Gespür für interessante Stoffe, experimentelle Formen und mutige Nachwuchsfilmer.

Neben seinen Arbeiten für das Kino ist Devid Striesow auch im Fernsehen präsent. Als Assistent von "Bella Block" wird er einem Massenpublikum in Deutschland bekannt. Auch in der populären TV-Reihe "Tatort" gastiert der Darsteller. Er gibt den jungen Karol Wojtyla in einer ZDF-Produktion.

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Autorin: Ines Walk
Stand: November 2007

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