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Christopher Walken

Christopher Walken
Darsteller

* 31. März 1943
Astoria (New York)
USA

CHRISTOPHER WALKEN • Biographie Seite 1/1

Über 100 Filme hat Christopher Walken bisher gedreht, ist einer der großen Stars in Hollywood, ohne durch Skandale aufzufallen. Eher überzeugt der New Yorker mit seinem vielseitigem Spiel: Immer wieder taucht er in größeren Nebenrollen und mit denkwürdigen Kurzauftritten auf, setzt eigenwillig auf seine Exzentrik und begeistert damit seine Fans. Leider nimmt er fast alle Rollen an, die ihm geboten werden. Dadurch kommt nicht immer Qualitätsvolles auf der Leinwand, aber Christopher Walken ehrt so manche minderwertige Filmware mit seinem Auftritt.

Christopher Walken wird am 31. März 1943 in New York, Stadtteil Queen als Ronald Christopher Walken geboren. Sein Vater Paul Walken, der in den 1920er Jahren von Deutschland aus Essen nach Amerika auswandert, und seine schottische Mutter Rosalie Walken betreiben eine kleinere Bäckerei. Zur Familie gehören noch die zwei Brüder Glenn und Kenneth. Durch das musische Interesse seiner Mutter animiert, tanzt er bereits als 10jähriger Schüler gemeinsam mit seinen Brüdern in Fernsehshows, unter anderem in "The Colgate-Comedy-Hour" an der Seite von Dean Martin und Jerry Lewis. Während seiner Schulzeit an der Professionals Children's School in Manhattan tritt er - unter dem Namen Ronnie Walken - in mehreren TV-Serie auf, spielt unter anderem kleinen Rollen in "The Wonderful John Acton" (1953).

Nach seinem Schulabschluss schreibt er sich für ein Studium der englischen Literatur an der Hofstra University ein, bricht aber nach einem Jahr ab und versucht sich als Schauspieler am Broadway. Er steht unter anderem an der Seite von Liza Minelli in dem Musical "Fast Forward" (1965) auf der Bühne, wirkt an der Aufführung der "West Side Story" mit. Er ist aber auch in Bühnenklassikern wie "Hamlet" oder "Macbeth" von William Shakespeare zu sehen. Am Broadway ist er erfolgreich, gewinnt 1966 den Clarence Derwent Award für die Hauptrolle in dem Theaterstück "Der Löwe im Winter" und erhält ein Jahr später den renommierten Obie für seine Leistung in Anton Tschechows "Die Möwe". Der Theatre World Award wird ihm für "The Rose Tattoo" nach Tennessee Williams verliehen.

Ab Ende der 1960er Jahre kommt seine Film-Karriere in Fahrt. In dem Krimi DAS ANDERSON CLAN (1970) von Sidney Lumet erhält er an der Seite von Sean Connery eine kleinere Rolle. Danach erhält er zahlreiche Rollenangebote, nimmt fast alles an, was sich ihm bietet und ist in vielen B-Movie zu sehen. Er gibt einen Soldaten in EIN DRAHT IM KOPF (1972) von Bernard Girard, der sich einer ungewöhnlichen Schockbehandlung entgegenstellen muss. Er arbeitet mit Regisseuren wie Paul Mazursky und Michael Winner zusammen. Woody Allen holt ihn vor seine Kamera für seine Großstadtkomödie DER STADTNEUROTIKER (1977) als suizidgefährdeten jungen Mann. Sein Auftritt ist kurz, aber umso nachhaltiger. Mit DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN (1978) von Michael Cimino wird er schlagartig einem größerem Publikum bekannt. Erzählt wird die schonungslose Geschichte dreier Freunde aus einem kleinen Ort in Pennsylvania, die in den Vietnam-Krieg ziehen. Christopher Walken gibt Nick, der in Gefangenschaft gerät und dort - psychisch krank - zum Meister des russischen Roulettes wird. Letztlich kehrt er im Sarg nach Hause zurück. Für seine darstellerische Leistung wird er mit dem Oscar als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Danach stehen dem Schauspieler die Türen Hollywoods offen, viele bekannte Regisseure der Zeit wollen mit ihm Arbeiten, unter anderem Jonathan Demme, John Irvin und Michael Cimino. Seine brillanten tänzerische Fähigkeiten gepaart mit Rhythmusgefühl und Eleganz kann er in TANZ IN DEN WOLKEN (1981) unter der Regie von Herbert Ross demonstrieren. Eine seiner beeindruckten Leistungen zeigt er in der Stephen King-Verfilmung DEAD ZONE (1983) unter der Regie von David Cronenberg. Er spielt einen Mann mit übernatürlichen Fähigkeiten, der sich von seiner Umwelt abkapselt, dann aber doch den Ausbruch eines Krieges verhindert. In JAMES BOND 007 - IM ANGESICHT DES TODES (1984) von John Glen steht er als Bösewicht Max Zorin vor der Kamera und kämpft gegen den britischen Agent in Gestalt von Roger Moore. Als Krimineller eifert ihm sein Sohn (gespielt von Sean Penn) in AUF KURZE DISTANZ (1985) von James Foley nach. Unter der Regie von Mike Nichols beweist er in BILOXI BLUES (1987) sein komisches Talent als Sgt. Merwin J. Toomey.

Aber in der Regel macht sich Christopher Walken als Fiesling per excellence einen Namen, überzeugt als Sadist, der unbeeindruckt von moralischen Dünkeln in jähe Gewalt ausbrechen kann. In DER TROST VON FREMDEN (1989) von Paul Schrader schneidet er einem jungen Ehemann in Venedig vor den Augen seiner Ehefrau die Kehle durch. In KING OF NEW YORK - KÖNIG ZWISCHEN TAG UND NACHT (1992) von Abel Ferrara reißt er mit brutaler Gewalt den New Yorker Drogenmarkt an sich. Er gibt den Schurken und Großindustriellen Max Shreck in BATMANS RÜCKKEHR (1991) von Tim Burton. Nochmals arbeitet er mit dem Regisseur bei SLEEPY HOLLOW - KÖPFE WERDEN ROLLEN (1999) zusammen. Hier gibt er den kopflosen Reiter, schwertschwingend und schauerlich anzusehen, der ein ganzes Dorf in Angst und Schrecken hält. Immer wieder taucht der Schauspieler in größeren Nebenrollen und mit denkwürdigen Kurzauftritten auf, setzt eigenwillig auf seine Exzentrik und begeistert damit immer wieder seine Fans. Die Abgründe seiner Figuren, ihre Brutalität oder Verrücktheit werden aber nie Selbstzweck, sondern immer in einer überraschenden Folgerichtigkeit inszeniert. Auch sind seine Figuren in den seltensten Fällen eindimensional, dafür besetzt der Schauspieler zu viele Facetten.

Regisseur Quentin Tarantino holt ihn für PULP FICTION (1994); er ist der dämonische Erzengel Gabriel in GODS ARMY (1995) von Gregory Widen, dem eine Reihe von Fortsetzungen folgen. Mit seiner Rollenvielfalt beweist er, dass er ein klassischer Schauspieler ist, der sich nicht festlegen lässt. Dabei ist er Komiker ebenso wie Bösewicht, trauernder Vater wie brutaler Kopfgeld-Jäger, Mafiosi wie kleiner Mann, Vampir und Engel. In der Gaunerkomödie CATCH ME IF YOU CAN (2002) von Steven Spielberg spielt er den Vater des jugendlichen Hochstaplers und wird dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Britischen Filmpreis als Bester Nebendarsteller und mit einer Nominierung für den Oscar in der gleichen Kategorie geehrt.

Christopher Walken ist bekennender Tanz-Liebhaber. Als einer der ersten anerkannten Schauspieler tritt er in Musikvideos auf, unter anderem als Schutzengel von Madonna im Musikvideo "Bad Girl" (1983). Außerdem holt ihn Regisseur Spike Jonze für Videoclips vor die Kamera. Sein Tanzauftritt edelt das Video der Fatboy Slims "Weapon of Choice" und wird 2002 von einem britischen Sender zum "Bestes Musikvideo aller Zeiten" gewählt. Außerdem leiht er seine Stimme einigen Trickfilmfiguren und ist in der TV-Satire "Saturday Night Live" ein gern gesehener Moderator.

Seit 1969 ist Christopher Walken mit Georgianne Thorn verheiratet, die eine erfolgreiche Casting-Agentur führt. Die Familie lebt in New York und auf ihrem Landsitz in Connecticut.

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Autor: Ines Walk
Stand: März 2008

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