Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Terrence Malick

Terrence Malick
Regie, Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 30. November 1943
Ottawa (Illinois)
USA

TERRENCE MALICK • Biographie Seite 1/1

Obwohl Terrence Malick in über 40 Jahren als Regisseur nur eine Handvoll Filme gedreht hat, gilt er als einer der ganz großen Bildkünstler. Seine filmische Ausdrucksform ist besonders, sein Stil kaum mit einem anderen zu vergleichen.

Terrence Frederick Malick kommt am 30. November 1943 in Ottawa, Illinois zur Welt. Sein Vater Emil Malick arbeitet als Geologe für Phillips Petroleum und muss viel herumreisen, weshalb der kleine Terrence Malick schon in frühester Kindheit an verschiedenen Orten aufwächst. Vor allem lernen er und seine zwei jüngeren Brüder Chris und Larry durch ihren Vater und ihre Mutter Irene Malick die ländliche Gegend der USA kennen. Terrence Malick besucht die St Stephen’s Episcopal School in Westlake, Texas und arbeitet in dieser Zeit auch als Farmgehilfe. Der überaus begabte Schüler strebt jedoch nach Höherem und beginnt ein Studium an der renommierten Havard Universität. Den Bachelor im Fach Philosophie schließt er summa cum laude ab. Mittels eines Stipendiums verlässt er danach die USA, um am Magdalen Colleg in Oxford, England, seine Doktorarbeit schreiben. Nach einem Disput mit seinem Dissertationsbetreuer beendet er jedoch vorzeitig seine Arbeit und kehrt in die USA zurück, wo er als freischaffender Journalist sein Geld verdient. In den 1960er Jahren tritt er eine Stelle als Hochschullehrer am Massachusetts Institute of Technology an. Ein Filmkurs, den er dort besucht, überzeugt ihn davon, es als Filmemacher zu versuchen. Um seinen Traum zu verwirklichen, wechselt er an das gerade erst gegründete Center for Advanced Film Studies des American Film Institute in Los Angeles. Sein Abschlussfilm, der ihm einen Mastergrad beschert, ist die kurze Westernkomödie LANTON MILLS (1969).

Sein Einstieg ins Filmgewerbe ist jedoch pragmatischer Natur: Um sich zu finanzieren, überarbeitet Terrence Malick Drehbücher. So landen unter anderem DRIVE, HE SAID (1971), das offizielle Regiedebüt von Jack Nicholson, und DIRTY HARRY (1971), dem von Don Siegel gedrehten Krimimeilenstein mit Clint Eastwood in der Hauptrolle, auf seinem Tisch. In der Hoffnung, dass es auch verfilmt wird, verkauft er 1972 sein eigenes Drehbuch zu dem Film DEADHEAD MILLS an Paramount Pictures. Das ungewöhnliche Skript, das schon damals Terrence Malicks Art Film zu verstehen ausdrückt, wird jedoch nicht verwirklicht, da die Umsetzung als unmöglich angesehen wird.

Terrence Malick sieht dies selbstredend anders und beschließt, seine Vorstellungen fortan als Autorenfilmer umzusetzen. Mit nur 350.000 Dollar Budget, das er ohne Hilfe großer Produktionsstudios zusammenbekommen hat, das aber ausreicht, um Martin Sheen und Sissy Spacek zu engagieren, tritt er 1973 den Beweis an, dass er die Fähigkeiten besitzt, seine Visionen auf Film zu bannen. Sein Langfilmdebüt BADLANDS ist zwar inspiriert von der wahren Geschichte des Killerpärchens Charles Starkweather und Caril Ann Fugate, jedoch mehr als ein einfacher Thriller, es ist eine Einführung in die Welt des Terrence Malick, die aus philosophischen Fragen, elegischen Erzählungen und einprägsamen Bildern besteht.

Die überaus positiven Kritiken lassen Terrence Malick jedoch nicht in Aktionismus verfallen. Anstatt direkt sein nächstes Werk in Angriff zu nehmen, lässt er sich erst einmal Zeit, die er in Form des Drehbuchs zu dem Gangsterfilm THE GRAVY TRAIN (1974), der von Jack Starrett inszeniert wird, trotzdem sinnvoll nutzt. 1978, ganze fünf Jahre nach BADLANDS, kommt mit IN DER GLUT DES SÜDENS sein nächster Film in die Kinos. Das Melodram mit Richard Gere, Brooke Adams und Sam Shepard in den Hauptrollen behandelt eine Dreiecksgeschichte in Texas, einer Region, die Terrence Malick aus Kindheitstagen sehr vertraut ist. Der von den Schauspielern weitgehend improvisierte Film beeindruckt vor allem visuell. In Zusammenarbeit mit Kameramann Néstor Almendro, der für seine Arbeit mit einem Oscar ausgezeichnet wird, gelingt es Terrence Malick, eine außergewöhnlich poetische Bildsprache zu kreieren, etwas, das über die Jahre zu einem seiner unverwechselbaren Markenzeichen wird.

Terrence Malicks anschließende Entscheidung dürfte wohl auf lange Zeit einzigartig bleiben. Seinem Erfolg zum Trotz zieht er sich völlig aus der Öffentlichkeit und dem Filmgeschäft zurück und verbringt die nächsten 20 Jahre in Paris. Über die Gründe für sein langes Verschwinden gibt es nur Gerüchte, von Einmischungen seitens Paramount in die Produktionen von IN DER GLUT DES SÜDENS ist die Rede. Während dieser Zeit arbeitet er jedoch weiter an einem begonnenen Projekt namens Q, das die Anfänge der Erde und des Lebens darauf behandelt. Diese Vorlage greift Terrence Malick 2011 wieder auf und mit THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) ein Werk, das aufgrund seiner überbordenden Bildgewalt und der innewohnenden philosophischen Diskurse das Publikum spaltet, gleichzeitig aber auch als möglicher Gipfel der Schaffenskunst von Terrence Malick angesehen wird.

Bevor er jedoch THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) inszeniert, feiert er 1998 mit DER SCHMALE GRAT sein fulminantes Comeback als Regisseur und Autor. Der auf dem autobiographischen Roman Insel der Verdammten von James Jones beruhende Kriegsfilm schließt stilistisch an seine vorherigen Werke an, wird doch eine ganz eigene, rohe Bildsprache mit einem ungewöhnlichen Erzählrhythmus kombiniert. Der Film mit Stars wie Sean Penn, Nick Nolte und Adrien Brody wird für sieben Oscars nominiert, geht am Ende jedoch leer aus.

Zwischen DER SCHMALE GRAT und seinem anschließenden Film THE NEW WORLD lässt Terrence Malick wieder einige Zeit verstreichen, diesmal aber "nur" sieben Jahre. Die Liebesgeschichte zwischen dem Indianermädchen Pocahontas und dem britischen Entdecker John Smith wurde von der Kritik positiv aufgenommen, bei den Oscars aber nur mit einer Nominierung für Kameramann Emmanuel Lubezki bedacht.

Die wieder kürzer gewordene Zeitspanne zwischen THE NEW WORLD (2005) und dem nachfolgenden THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) (2011) wird womöglich im Jahr 2012 gebrochen, denn es wurde angekündigt, dass Terrence Malick gerade einmal ein Jahr nach seinem letzten Film schon wieder ein neues Werk in die Kinos bringen möchte.

Terrence Malick heiratet 1970 Jill Jakes, lässt sich von ihr aber sechs Jahre später wieder scheiden. Den zweiten Versuch, im Hafen der Ehe zu ankern, unternimmt er 1988 mit Michele Morette. Auch diese Beziehung ist nicht von Dauer und wird 1998 geschieden. Mit Alexandra Ecky Wallace, die er am Set von THE NEW WORLD kennen lernt, tauscht er zum dritten Mal die Ringe und ist mit ihr bis heute zusammen.

------
Autor: Nils Pape
Stand: Dezember 2011

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,27738