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Axel Prahl

Axel Prahl
Darsteller, Sprecher

* 26. März 1960
Eutin
Deutschland

AXEL PRAHL • Biographie Seite 1/1

Überraschend ist es schon, daß der Schauspieler Axel Prahl zu den erfolgreichsten deutschen Darstellern der Zeit zählt. Erst spät wird er für die Leinwand entdeckt und häuft mittlerweile nationale wie internationale Film- und Fernsehpreise an. Dabei wirkt der kleine Mime unscheinbar, ist nicht der typische Star. "Meistens strahlt er in seinen Rollen, sei es als Fernsehkommissar oder Kneipenwirt, eine etwas tolpatschige Bodenständigkeit aus, die er mit einer inneren Scheu zusammen spielt, als wollte er nicht, daß wir seine Gefühle erkennen, lege aber schon Wert darauf, als Gefühlsmensch wahrgenommen zu werden." (Verena Lueken, FAZ) Und er ist ein Meister der Zwischentöne und ein großartiger Ensembleschauspieler, der besonders in den realistischen, sozial engagierten Filmen des Regisseurs Andreas Dresen Erfolge feiert.

Axel Prahl ist am 26. März 1960 in Eutin (Schleswig-Holstein) geboren. Seine Mutter ist Verkäuferin, sein Stiefvater dient bei der Marine. Zunächst studiert er an der Pädagogischen Hochschule Mathematik und Musik, bricht aber im fünften Semester ab. Er arbeitet beim Gleisbau, als Bierfahrer, Kellner. Dann bewirbt er sich an der Schauspielschule Kiel. Dort studiert er von 1982 bis 1985. Es folgen Engagements am Schleswig-Holsteinischen Landestheater Kiel, am Berliner Renaissance Theater und zwischen 1993 und 1999 am Grips Theater. Unter anderem ist der Schauspieler an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin in dem Theaterstück "Der Zeugenstand", welches sich mit der Aufbereitung der RAF-Geschichte beschäftigt, unter der Regie von Andreas Dresen zu sehen.

Seit 1994 arbeitet Axel Prahl auch vor der Kamera. Zunächst ist sein Betätigungsfeld das Fernsehen. Unter der Regie von Max Färberböck debütiert er in der TV-Serie "Bella Block" (1994). In "Phantom - Die Jagd nach Dagobert" (1994) agiert er unter Roland Suso Richter an der Seite solch gestandener Darsteller wie Jörg Gudzuhn und Dieter Pfaff.

Erste Aufmerksamkeit erlangt der Schauspieler durch eine Nebenrolle in dem Kinofilm NACHTGESTALTEN (1999) unter der Regie von Andreas Dresen. In einem kurzen Auftritt überzeugt er als Berliner Polizist, der den zwei Obdachlosen Hanna und Victor ihren gemeinsamen Abend verdirbt. In der Folge ist der Schauspieler in einigen hochwertigen deutschen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Unter anderem gibt er wieder einen Polizist in dem Film ALASKA.DE (2000) von Esther Gronenborn.

Mit dem Regisseur Andreas Dresen entwickelt sich eine enge und kreative Zusammenarbeit. In dem Film DIE POLIZISTIN (2000) spielt Axel Prahl erstmals eine Hauptrolle. Erzählt wird der Alltag einer Polizistin aus dem Rostocker Stadtteil Lütten-Klein. Der Film findet - ungewöhnlich - als Fernsehproduktion den Weg ins Kino. Für ihre Leistungen erhalten die beiden Hauptdarsteller Gabriela Maria Schmeide und Axel Prahl den Grimme Preis in Gold. In ihrer dritten gemeinsamen Kinoproduktion HALBE TREPPE (2002) erzählt der Regisseur die tragikomische Geschichte zweier befreundeter Paare in Frankfurt/Oder, die jeweils Ende 30, ihr Leben neu bedenken. Axel Prahl gibt Uwe Kukowski, der sich für seinen kläglichen Lebensunterhalt in der Imbißbude "Halbe Treppe" abrackert und dessen Frau Ellen ihn mit seinem Freund betrügt. Durch ihre Improvisationen gelingt es den Schauspielern, dem wirklichen Leben sehr nahe zu kommen; der fast dokumentarisch wirkende Film ist authentisch und wahrhaftig. Das Ensemble ist brillant und wird mehrfach für seine Leistung ausgezeichnet.

Dazwischen ist der Schauspieler auch mehrfach in TV-Filmen präsent, arbeitet mit anderen Regisseuren zusammen. Unter anderem spielt er "Die Hoffnung stirbt zuletzt" (2001) von Marc Rothemund. Hier gibt er einen Polizei-Revierleiter, der seine Kollegin sexuell bedrängt und nach einer Zurückweisung eine rücksichts- und erbarmungslose Mobbing-Kampagne gegen die Polizistin startet. Das TV-Spiel lebt von den guten Darstellern, wieder erhält Axel Prahl für seine Leistung den renommierten Adolf Grimme Preis. Unter dem Regisseur Jochen Fabrick agiert er in dem TV-Film "Schleudertauma" (2001), spielt in "Rette Deine Haut" (2001) von Lars Becker und "Liebe und Verrat" (2002) von Mark Schlichter. Seit Oktober 2002 ist Axel Prahl Hauptkommissar Frank Thiel im WDR-Tatort, der frisch geschieden in Münster einen neuen Anfang beginnt. Gemeinsam mit dem Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (gespielt von Jan Josef Liefers) ermittelt er seitdem in mehreren Fällen.

In Kinofilmen startet der Schauspieler ebenfalls seine Karriere durch. In der internationalen Ko-Produktion DER PIANIST (2001) von Roman Polanski ist der dabei. Georg Maas engagiert ihn für sein Drama NEUFUNDLAND (2002). Derzeit ist der Schauspieler in dem Film WILLENBROCK (2005) von Andreas Dresen nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Hein in den Kinos zu sehen. Erzählt wird die Geschichte des Gebrauchtwagenhändlers Willenbrock, dessen Geschäfte gut laufen, der seine kleine und großen Affären hat. Als er mit seiner Frau im Ferienhaus von russischen Einbrechern überfallen wird, ist sein Leben ernstlich bedroht. Der Film läuft im Panorama der 55. Internationalen Filmfestspiele in Berlin und wird hochgelobt. Besonders die darstellerische Leistung von Axel Prahl überzeugt die Kritiker.

Axel Prahl ist Vater zweier Kinder, der Töchter Mascha und Saskia. Seine erste Ehe scheitert. Der Schauspieler lebt seit 1992 in Berlin. Hier engagiert er sich besonders für das Kinder- und Jugend-Theater. Er ist der Schirmherr des Ikarus, einem Preis der jährlich vom Jugendkulturservice für eine Theaterproduktion vergeben wird. Um die Berichterstattung über Kinder- und Jugendtheater in Berlin anzuregen, lobt er zusätzlich einen mit 1000 Euro dotierten Journalisten Preis aus.

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