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Hannah Schygulla

Hannah Schygulla
Gesang, Darsteller

* 25. Dezember 1943
Kattowitz (Oberschlesien)
Polen
andere Namen Hanna Schygulla

HANNAH SCHYGULLA • Biographie Seite 1/1

In den 80er Jahren wird Hannah Schygulla als die aufregendste deutsche Schauspielerin gefeiert, als femme fatal, welche in die Fußstapfen von Marlene Dietrich tritt, wird sie in der The Times gelobt. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder führt zu ihren besten schauspielerischen Leistungen. Beide Künstler treiben sich unentwegt voran.

Hannah Schygulla wird am 25. Dezember 1943 Kattowitz (Oberschlesien) geboren. Ihre Mutter zieht im Flüchtlingszug nach München, wo die Familie seit 1945 wohnt und wohin der Vater, der vor dem Krieg als Holzhändler gearbeitet hat, 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Nach ihrer Schulausbildung geht Hannah Schygulla für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Paris.

1964 schreibt sie sich an der Universität in München in den Studienfächern Germanistik und Romanistik ein, mit dem Wunsch, Lehrerin zu werden. Während ihres Studiums nimmt sie seit 1966 Schauspielunterricht.
Sie lernt Rainer Werner Fassbinder an der Münchner Schauspielschule kennen. Durch ihn kommt sie 1967 zum Action-Theater. Gemeinsam gründen sie 1968 das "antiteaters". In der nächsten Zeit ist die junge Schauspielerin in zahlreichen Rainer Werner Fassbinder-Inszenierungen zu sehen. Außerdem erhält sie erste kleinere Filmrollen bei den Regisseuren Jean-Marie Straub, Peter Fleischmann und Reinhard Hauff.

In dem Film LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD (1969) arbeitet Hannah Schygulla erstmals unter der Film-Regie von Rainer Werner Fassbinder. Für ihre Darstellung der Joanna, die beide Gangster an die Polizei verrät, erhält sie den Bundesfilmpreis. Bis 1972 spielt Hannah Schygulla in allen Filmen und den meisten seiner Theater-Inszenierungen die weibliche Hauptrolle. Durch die Rainer Werner Fassbinder-Fernsehserie "Acht Stunden sind kein Tag" wird die Schauspielerin auch einem breiteren Publikum bekannt.

Zwischen Regisseur und Schauspielerin besteht ein hochkompliziertes Wechselspiel von Abhängigkeit und Selbstbehauptung, welches von beiden künstlerisch konsequent genutzt wird. 1974 zieht sich die Schauspielerin von Rainer Werner Fassbinder und der Filmwelt zunächst zurückgezogen. Erst 1978 kommt er zu einer weiteren Zusammenarbeit. Hanna Schygullah gelingt dabei schauspielerisch Selbständiges. Sie spielt Effie Briest, Maria Braun oder Lili Marleen. Ihre Frauenfiguren sind allesamt emanzipiert, überlegt und intellektuell. Für das Nachkriegs-Melodram DIE EHE DER MARIA BRAUN (1978) erhält sie auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin den Silbernen Bären als Beste Darstellerin sowie den Bundesfilmpreis 1979.

In der Folge macht die Schauspielerin eine internationale Karriere. Sie arbeitet für Regisseure wie Ettore Scola, Marco Ferreri, Jean-Luc Godard, Carlos Saura, Wim Wenders oder Andrzej Wajda. 1983 wird die bei den Filmfestspielen in Cannes als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. In dem Film DIE GESCHICHTE DER PIERA (1983) spielt sie neben Isabelle Huppert und Marcello Mastroianni. Hannah Schygulla wird als "Europas aufregendste Schauspielerin" bezeichnet. 1985 spielt die Schauspielerin auch erstmalig in einer amerikanischen Produktion. Sie mimt Katharina die Große im TV-Mehrteiler "Peter the Great" an der Seite von Maximilian Schell. Seither ist Hannah Schygulla in überaus unterschiedlichen Produktionen in Europa und den USA zu sehen.

Zwischenzeitlich arbeitet die Schauspielerin immer auch auf der Theaterbühne. 1979 ist sie an den Münchner Kammerspielen engagiert. Sie unternimmt ausgedehnte Theatertourneen. Seit den 80er Jahren tritt Hannah Schygulla mit Chansonabenden in ganz Europa auf, u.a. singt sie Chansons nach Kompositionen von Jean-Marie Sénia, führt fiktive Dialoge mit "Brecht... Hier und jetzt" oder tritt mit Leseabenden auf. Sie trägt Gedichte von Fassbinder vor, liest Texte von Handke, Heiner Müller, Thomas Bernhard, Rimbaud und Baudelaire.

Hannah Schygulla lebt in Paris.

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