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Antoine Fuqua

Antoine Fuqua
Regie, Produzent

* 19. Januar 1966
Pittsburgh (Pennsylvania)
USA

ANTOINE FUQUA • Biographie Seite 1/1

Es gibt nicht sonderlich viele afroamerikanische Regisseure, die es schaffen, sich in Hollywood einen Namen zu machen. Antoine Fuqua gehört jedoch zu dem erlauchten Kreis, dem der Aufstieg geglückt ist. Begonnen hat er mit Werbeclips und Musikvideos, mittlerweile dreht er erfolgreiche Filme, die meist recht hart und dreckig sind.

Geboren wird Antoine Fuqua am 19. Januar 1966 in Pittsburgh, Pennsylvania. Die Wohngegend, in der er aufwächst, ist alles andere als sicher, vielmehr dominieren Armut und Gewalt. Antoine Fuqua selber hat jedoch das Glück, dass seine Eltern ihm ein ordentliches Zuhause bieten. Sein Vater ist Vorarbeiter beim Ketchuphersteller Heinz, seine Mutter Medizintechnikerin. Seine guten Noten und sein Basketballtalent, das er an der Taylor Allderdice High School zeigt, verhelfen Antoine Fuqua zu einem Sportstipendium. An der Universität von West Virginia studiert er Elektrotechnik, da sein Berufswunsch zunächst Jetpilot beim Militär ist. Er erkennt jedoch, dass künstlerisches Arbeiten ihm mehr zusagt und er bricht sein Studium ab, um nach einem kurzen Abstecher zurück nach Pittsburgh nach New York zu ziehen, um dort als Produktionsassistent zu arbeiten.

Ohne richtige Ausbildung in dem Bereich lernt Antoine Fuqua direkt am Set, wie Filme entstehen. Um Fuß im Gewerbe zu fassen, schreibt er Treatments für Musikvideos und produziert auf eigene Faust den Kurzfilm EXIT. Er nutzt diese Arbeit, um erste Aufträge als Regisseur von Musik- und Werbeclips bei der Produktionsfirma Propaganda Films zu bekommen. Antoine Fuqua inszeniert unter anderem 1992 das Video zu "Love's Taken Over" von Chante Moore, 1993 das zu dem Lied "Another Sad Love Song" von Toni Braxton und dreht 1994 den Clip zu "The Most Beautiful Girl in the World" von Weltstar Prince. Auch mit Musikgrößen wie Stevie Wonder, bei dessem Clip zu "For Your Love" Antoine Fuqua Regie führt, und Coolio arbeitet er zusammen. Das Video zu dem Hit "Gangsta's Paradise", offizieller Soundtrack zum Film DANGEROUS MINDS (1995) von John N. Smith, wird bei den MTV Video Music Awards als bestes Rap-Video ausgezeichnet. Neben seinen Arbeiten als Regisseur von Musikvideos inszeniert Antoine Fuqua außerdem noch einige Werbefilme, beispielsweise für Toyota und Reebok.

Aber er will höher hinaus, er will richtige Filme drehen. 1998 bietet sich ihm dazu die Chance, die er ergreift und THE REPLACEMENT KILLERS macht. Der Actionfilm mit Chow Yun-Fat in der Hauptrolle ist nicht nur für Antoine Fuqua die Hollywoodpremiere, sondern auch für Til Schweiger, der sein Debüt jedoch völlig ohne Text bestreitet. Dieser Film gibt die Richtung der weiteren Filme von Antoine Fuqua vor: hart, laut, voller visueller Reize. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren, die aus der Musikvideobranche kommen, schafft er es, sich recht schnell von den Vorurteilen zu lösen. Bereits sein nächstes Werk BAIT - FETTE BEUTE (2000) wird, wenn auch nicht durchgängig, an einigen Stellen durchaus gelobt. Der Actionthriller mit Jamie Foxx und David Morse ist jedoch nur das Vorspiel zu seinem größten Erfolg, den er ein Jahr später abliefert: TRAINING DAY (2001).

Der Thriller um einen jungen Polizisten, gespielt von Ethan Hawke, der von einem erfahrenen, jedoch korrupten und kriminellen Kollegen in die Unterwelt eingewiesen wird, wird für zahlreiche Preise nominiert und gewinnt auch einige. Vor allem Hauptdarsteller Denzel Washington wird für seine Leistung als Cop mit falscher Gesinnung gelobt und sogar mit dem Oscar ausgezeichnet.

Der Nachfolgefilm von Antoine Fuqua, TRÄNEN DER SONNE (2003), hat zwar keine sozialkritischen Töne zu bieten, ist jedoch nicht weniger rau und hart. Inmitten der nigerianischen Bürgerkriegswirren angesiedelt, inszeniert Antoine Fuqua einen Actionthriller mit Bruce Willis und Monica Bellucci in den Hauptrollen. Die Unterstützung, die die Produktion von Seiten der United States Navy SEALs erhält, lässt die Kritiken an dem Film recht durchwachsen ausfallen, da Antoine Fuqua vorgeworfen wird, unverblümte Propaganda für die US-Streitmächte zu betreiben.

Nach diesem kontroversen, ästhetisch jedoch ansprechenden Werk lässt Antoine Fuqua zunächst einen Film folgen, der so gar nicht in sein restliches Schaffen passt. Die Dokumentation LIGHTNING IN A BOTTLE (THE BLUES 4) (2004) beschäftigt sich mit dem Blues und zeigt Stars wie Natalie Cole, B.B. King oder Macy Gray. Doch nach diesem beschaulichen Film ist es wieder an der Zeit, dass Antoine Fuqua es krachen lässt. Er interpretiert in KING ARTHUR (2004) die Geschichte der Ritter der Tafelrunde um Anführer Artus neu. Auch wenn Antoine Fuqua durchaus Wert darauf legt, dass der historische Kern der Sage nicht allzu sehr ausgehöhlt wird, legt er seinen Fokus einmal mehr auf die Inszenierung der Action. Der von Jerry Bruckheimer produzierte Film mausert sich zum finanziell größten Erfolg von Antoine Fuqua.

Dem anschließend gedrehten Fernsehfilm MURDER BOOK (2005) lässt er mit SHOOTER (SHOOTER Trailer) (2007) einen weiteren Actionthriller folgen. Der Film mit Mark Wahlberg als Ex-Scharfschützen, der als Sündenbock herhalten soll, kann KING ARTHUR in Sachen Einnahmen jedoch nicht das Wasser reichen. Ebenso wenig schafft dies das Krimidrama GESETZ DER STRAßE (GESETZ DER STRAßE Trailer) (2010), in dem neben Don Cheadle, Richard Gere und Wesley Snipes nach TRAINING DAY wieder Ethan Hawke in einem Film von Antoine Fuqua mitspielt.

Immer wieder wird Antoine Fuqua mit verschiedenen Projekten in Verbindung gebracht. Fest steht offenbar, dass zwei seiner nächsten Filme das Actiondrama PABLO ESCOBAR (2012) und der Actionthriller HUNTER KILLER (2012), die sich beide in der Vorproduktion befinden, sein werden.

Antoine Fuqua heiratet am 09. April 1999 seine Freundin Lela Rochon. Er bringt seinen Sohn Zachary Fuqua, der aus einer früheren Beziehung stammt, mit in die Familie. Gemeinsam bekommt das Paar noch zwei Kinder, Asia Rochon Fuqua, geboren 2002, und Brando Fuqua, der das Licht der Welt im Jahr 2004 erblickt.

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Autor: Nils Pape
Stand: November 2011

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