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Peter Weir

Peter Weir
Regie, Drehbuch, Produzent

* 21. August 1944
Sydney
Australien
andere Namen Peter Lindsay Weir

PETER WEIR • Biographie Seite 1/1

Der Regisseur Peter Weir gilt als Begründer des New Australian Cinema der 70er Jahre. Mittlerweile ist er in Hollywood angekommen und überzeugt dort durch bemerkenswerte inhaltliche Bandbreite, wird als Zivilisationspessimist und Bildzauberer zugleich bezeichnet. Mit nur wenigen Filmen hat er großen Erfolg, ist Schöpfer einiger ungewöhnlicher und kluger Stoffe. Peter Weir inszeniert in unterschiedlichsten Genren, ist ein unangepaßter Regisseur, der sich nicht vom Mainstream vereinnahmen läßt. Sechsmal ist er bereits für den Oscar nominiert worden.

Peter Weir wird am 21. August 1944 in Sydney, Australien, geboren. Sein Vater ist Grundstücksmakler; er wächst in einer wohlhabenden Familie auf. Nach seiner Schulausbildung beginnt er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Sydney, wechselt aber bald zur Kunstgeschichte. Aber er bricht das Studium ab und arbeitet zunächst bei seinem Vater. Um 1968 beginnt er beim Fernsehsender Channel 7 als Bühnenarbeiter. Zu diesem Zeitpunkt dreht er auch erste Kurzfilme. Bei der Commonwealth Film Production ist er als Kamera- und Produktions-Assistent tätig. Hier dreht er Dokumentarfilme.

1974 legt Peter Weir seinen ersten Spielfilm, die Horrorkomödie DIE AUTOS, DIE PARIS AUFFRAßEN (1974) vor und erzeugt damit einige Aufmerksamkeit. Bereits mit seinem zweiten Film PICKNICK AM VALENTINSTAG (1975) erzielt er internationale Anerkennung. In der unheimlichen Atmosphäre eines Heiligtums der Aborigines ereignen sich seltsame Dinge; drei Mädchen und eine Lehrerin verschwinden spurlos. Wie in der literarischen Vorlage von Joan Lindsay verzichtet der Regisseur auf Erklärungen und läßt vieles offen. Er schafft eine unterschwellige Stimmungen, in der rationale Erklärungen schwerfallen. Die unheimliche, subtile Stimmung im Film ist auch das Werk von Kameramann Russell Boyd, der für seine hervorragenden Aufnahmen mehrere Auszeichnungen erhält. Mit dem Film begründet das Filmteam das New Australian Cinema der 70er Jahre.

In seinem nächsten Film DIE LETZTE FLUT (1977) wählt Peter Weir ein ähnliches Thema. Der Strafverteidiger David Burton verteidigt einige Aborigines und findet sich bald in dessen Kultstätten wieder. Der mystische Thriller ist mit Richard Chamberlain prominent besetzt. Dann arbeitet der Regisseur mit dem jungen Mel Gibson zusammen. In GALLIPOLI (1981) erzählt er die Geschichte zweier junger australischer Männer, die im I. Weltkrieg auf der Insel Gallipoli sinnloser Weise kämpfen müssen. EIN JAHR IN DER HÖLLE (1982) berichtet von einem Reporter in Indonesien, der sich in den Wirren des Bürgerkrieges zurechtfinden muß. Die Darstellerin Linda Hunt, die einen indonesischen Kameramann spielt, erhält für ihre schauspielerischen Leistungen einen Oscar als Beste Nebendarstellerin.

Danach erliegt der Regisseur den Angeboten aus Hollywood. Seine erste Produktion in Amerika wird DER EINZIGE ZEUGE (1985) mit Harrison Ford als ausgekochter amerikanischer Cop, der in einer pazifistischen Amish Gemeinschaft Unterschlupf nehmen muß. Der Film ist überaus erfolgreich. Für das Drehbuch und den Schnitt gibt es jeweils einen Oscar, Hauptdarsteller, Filmkomponist und Regisseur sind für denselben nominiert. Auch in seinem nächsten Film engagiert Peter Weir nochmals den Star Harrison Ford. In MOSQUITO COAST (1986) wird die Geschichte eines Aussteigers erzählt, der sich von der amerikanischen Konsumgesellschaft abwendet und mit seiner Familie in den Regenwald auswandert. Dort allerdings will er einer kleinen Gemeinde genau jene Werte vermitteln, die er eigentlich ablehnt. Der Film erhält einige Auszeichnungen, unter anderem River Phoenix einen Preis als bester Jungstar.

Ende der 80er Jahre etabliert sich Peter Weir als erfolgreichster australischer Regisseur endgültig. Er legt den Film DER CLUB DER TOTEN DICHTER (1988) vor, in dem er die rigiden Erziehungsmethoden in einem elitären Internat anprangert. Einfühlsam stellt der Regisseur die Probleme von Heranwachsenden dar, plädoyiert für die Freiheit des Denkens und der Phantasie, die durch den Englischlehrer John Keating verkörpert wird. Dessen Darsteller Robin Williams sowie der Regisseur werden für den Oscar nominiert. Das Drehbuch von Tom Schulman erhält letztlich den begehrten Preis.

Der Australier produziert einen Kassenerfolg nach dem anderen. Die Komödie GREEN GARD - SCHEINEHE MIT HINDERNISSEN (1990) mit Andie MacDowell und Gérard Depardieu wird eine Publikumserfolg. Jeff Bridges spielt in FEARLESS - JENSEITS DER ANGST (1994) den Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, der sich auf die Suche nach dem Grund seines Überlebens macht und zum Retter anderer Menschen wird. Die Mediensatire DIE TRUMAN SHOW (1998) wird einer der größten Erfolge des Regisseurs. Erzählt wird eine Geschichte zwischen Schein und Realität. Ein Mensch wird ohne sein Wissen seit seiner Geburt in einer inszenierten Welt gefangen gehalten; sein Leben wird zur Show für Millionen Zuschauer. Erstmals erhält der Schauspieler Jim Carrey eine dramatische Rolle, sein Gegenspieler Ed Harris überzeugt als Regisseur.

Danach macht der Peter Weir eine längere Pause. Erst 2003 legt er seinen nächsten Film vor. Er arbeitet mit einem anderen australischen Star zusammen: Russell Crowe spielt in dem Hochsee-Abenteuer MASTER AND COMMANDER - BIS ANS ENDE DER WELT (2003) den britische Kapitän Jack Aubrey. Auf seiner Verfolgung eines französischen Schiffes stellt er sich exitenziellen Fragen. Wieder wird das Werk von Kritikern gelobt und vom Publikum beachtet. 10mal wird der Film für den Oscar nominiert.

Peter Weir ist mit Wendy Stites verheiratet. Sie arbeitet ebenfalls bei Film als Produktionsleiterin und Ausstatterin. Sie haben zwei Kinder.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Oktober 2004

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