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Cosma Shiva Hagen

Cosma Shiva Hagen
Darsteller, Sprecher

* 17. Mai 1981
Los Angeles (Kalifornien)
USA

COSMA SHIVA HAGEN • Biographie Seite 1/1

Cosma Shiva Hagen hat ihr Talent in die Wiege gelegt bekommen. Großmutter wie Mutter verdienen ihren Lebensunterhalt als Schauspielerin und Sängerin. Ihre Filmkarriere beginnt sie als sexuell frühreifes, junges Mädchen, im Laufe der Zeit hat sie sich als ernstzunehmende Darstellerin etabliert, gehört mittlerweile zu den wichtigen Nachwuchstalenten des Deutschen Films. Da ist inzwischen auch in internationalen Produktion zu sehen ist, steht einem Sprung nach Hollywood nichts mehr im Wege.

Cosma Shiva Hagen wird am 17. Mai 1981 in Los Angeles als Enkelin des DEFA-Stars Eva-Maria Hagen geboren. Ihre Mutter ist die "Punk-Röhre" Nina Hagen, ihr Vater der 1988 an Heroinmissbrauch verstorbene niederländische Musiker Ferdinand Karnemelk. Die Kindheit verbringt sie überwiegend im Bandbus ihrer Mutter, die mit ihr weltweit auf Tournee geht. Sie wächst in Paris und Hamburg, Berlin und Ibiza auf, wird englisch- und deutschsprachig erzogen, spricht außerdem Französisch und Spanisch. Ab 1994 hat sie die Herumreiserei satt und besucht ein Internat in Hamburg, später eines in der Nähe von Lüneburg. Dort machte sie ihren Hauptschulabschluss, bricht dann aber die Schule ab.

Wie Großmutter und Mutter will sie die Leinwand erobern, auch ohne Schauspielausbildung. Die Kontakte ihrer Großmutter, bei der sie zu diesem Zeitpunkt lebt, ermöglichen ihr das Vorsprechen bei mehreren Casting-Agenturen. Bald darauf kommt das erste Angebot:. In dem TV-Film CRASH KIDS (1996) von Petra Haffter ist sie in einer kleinen Rolle als Drogenabhängige zu sehen; sie hat sogar einen Satz zu sprechen. Zwei Jahre später wird sie für DER LADEN - TEIL 2 (1998) unter Regie von Jo Baier engagiert. In der Romanverfilmung des Bestsellers von Erwin Strittmacher spielt sie das jüdische Mädchen Ilonka Spadi. Diese bereitet dem schreibtalentierten Esau seinen ersten Liebeskummer. Mit Cosma Shiva Hagen landet der Regisseur einen Glücktreffer. Sie kann als jugendliche Verführerin überzeugen und bekommt 1999 die Goldene Kamera als Beste Nachwuchsschauspielerin. Hauptsächlich dreht die junge Schauspielerin weiterhin TV-Produktionen. 1999 steht sie für drei davon vor der Kamera. TODESENGEL (1996) von Marcus Fischer, EINFACH RAUS (1998) von Peter Vogel (beide Male zusammen mit Ulrich Mühe) und SWEET LITTLE SIXTEEN (1999) von Peter Patzak. Als Sophie verliebt sie sich in einen Polizisten, der den Mord ihrer besten Freundin aufklären soll. Von den Kritikern wird der Film in der Luft zerrissen und als unterdurchschnittlich abgestempelt. Zwischendurch tritt sie in mehreren Gastrollen in erfolgreichen deutschen Krimiserien wie "Tatort", "Bella Block", und "Abschnitt 40" auf. Auch weitere TV-Spielfilme, wie NACHTSCHICHT- AMOK (2003) von Lars Becker folgen.

Mit dem Erfolg beim Fernsehen stellt sich Popularität ein, auch das Kino wird auf die junge Actrise aufmerksam. Mittlerweile hat sie sich als ernst zunehmende Schauspielerin etabliert, die nicht nur auf ihre Mutter und Großmutter reduziert wird. Sie erobert die große Leinwand in dem Film DAS MERKWÜRDIGE VERHALTEN GESCHLECHTSREIFER GROßSTÄDTER ZUR PAARUNGSZEIT (1998) von Marc Rothemund. Dort verkörpert sie die 16-jährige Sandra, die sich auf ihr erstes Mal vorbereitet. In MARLENE (2000), der Verfilmung des Lebens des deutschen Hollywoodstars Marlene Dietrich, unter der Regie von Joseph Vilsmaier, spielt sie neben Katja Flint die Rolle der Resi. Das Drama, von den Kritikern sehr unterschiedlich bewertet, erhält den Preis der Gilde der deutschen Filmkunsttheater in Silber. Danach verkörpert sie in der Produktion von Claude Oliver Rudolph DIRTY SKY (2003) die weibliche Hauptrolle. Erzählt wird die Liebe zwischen ihr und dem 19-jährigen Paule (Nikolai Kinski) einmal mit einen guten, einmal mit einem schlechten Ende. Trotz positiver Kritiken schafft es der Film nicht in die Kinos.

Als Schneewittchen in einem der erfolgreichsten deutsche Filme des letzten Jahrzehnts 7 ZWERGE - MÄNNER ALLEIN IM WALD (2004) und dem Nachfolger 7 ZWERGE - DER WALD IST NICHT GENUG (2006) von Sven Unterwald katapultiert sie sich nach ganz oben. In der etwas anderen Märchenverfilmung steht sie mit den besten Comedians des deutschen Fernsehens (Otto Waalkes, Ralf Schmitz) vor der Kamera. Zum ersten Mal agieren Mutter und Tochter gemeinsam vor der Kamera; während Cosma Shiva das unschuldige und gutgläubige Schneewittchen spielt, überzeugt Nina Hagen als grotesk-kuriose und böse Stiefmutter. Im darauf folgenden Jahr ist sie in der Komödie DIE AUFSCHNEIDER (2007) von Regisseur Carsten Strauch zu sehen. Neben Christoph Maria Herbst stellt sie die naive, liebenswürdige Krankenschwester Sylvia Göbel dar.

Auch im internationalen Filmgeschäft kann sie Fuß fassen. So dreht sie an der Seite von Vanessa Redgrave die britisch-deutsche Co-Produktion SHORT ORDER (2005) von Anthony Byrne. 2006 wird sie für die Rolle der Catherine auf dem Monaco Film Festival als Beste Nachwuchsschauspielerin geehrt. Auch in einer weiteren internationalen Babelsberger Produktion ist sie dabei. Die Comicverfilmung SPEED RACER (2008) (SPEED RACER (2008) Trailer) von Larry Wachowski und Andy Wachowski mit Susan Sarandon und Christina Ricci. Auch wenn es nur eine kleine Nebenrolle ist, ist dies vielleicht der erste Schritt zu einer Hollywood-Karriere. Der Film kommt Mitte 2008 in die deutschen Kinos.

Im deutschen Fernsehen ist Cosma Shiva Hagen ebenfalls präsent. In dem Mystery-Thriller DER BIBELCODE (2008) von Christoph Schrewe begibt sie sich gemeinsam mit Olivier Sitruk, einem französischen Religionswissenschaftlerauf die Suche nach dem Bibelcode, mit dem die Zukunft der Menschheit vorausgesagt werden kann.

Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist Cosma Shiva Hagen auch in anderen Bereichen tätig. Die Regeln der demokratischen Politik für die Kinderserie "Politibongo" erklärt sie 2002 zusammen mit Plüschpuppen. Außerdem probiert sie sich auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten aus. In den Theaterinszenierungen "Momo (1999)" und "Romeo und Julia" (2004) mimt sie beide Male die Hauptrolle unter der Regie von Cordula Trantow. Auch mehreren Zeichentrickfilm-Figuren leiht sie im Synchronstudio ihre Stimme. Unter anderem gibt sie die Mulan in dem gleichnamigen Disney-Film MULAN (1998) und die Lin in dem japanischen Märchenfilm CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2003) (CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND (2003) Trailer) von Hayao Miyazaki. Stimme und Aussehen gibt sie auch der Lichtelfe Luna in dem Computerspiel "Legend: Hand of God". 2003 zieht sie sich für den "Playboy" aus und lässt sich vom Fotografen Jim Rakete fotografieren, was ihren Bekanntheitsgrad erheblich steigert. Von der Werbebranche wird sie ebenfalls gern gebucht: Sie bewirbt Produkte für T-Online und CMA.

Sozial engagiert sie sich in verschiedenen Organisationen wie dem Aktionsbündnis gegen den weltweiten Einsatz von Landminen. Im Gesundheitsbereich unterstützt sie die Organisation "Schutzengel für Menschen mit Mukoviszidose", als Tierliebhaberin "People for the Ethical Treatment of Animals" (PETA).

Cosma Shiva Hagen lebt heute in Hamburg.

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Autorin: Anett Christmann
Stand: März 2008

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