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Hal Ashby

Hal Ashby
Regie

* 02. September 1929
Ogden (Utah)
USA
† 27. Dezember 1988
Malibu (Kalifornien)
USA

HAL ASHBY • Biographie Seite 1/1

Hal Ashby gilt als Kultfigur der rebellischen Jugend der 1970er Jahre. Mit HAROLD UND MAUDE (1971) legt er einen Kultfilm vor, der auch heute noch sein Publikum findet. Im gelingen einige besondere Satiren, die zynische Kommentare auf die amerikanische Gesellschaft abgeben. Seine Komödien sind kommerzielle Erfolge, die unterhaltend soziale Themen verarbeiten. Sein Engagement zeigt er in COMING HOME (1977), einem kraftvoll inszeniertem Anti-Kriegsfilm, der ohne Kriegsbilder auskommt.

Hal Ashby wird am 02. September 1929 in Odgen (Utah) geboren. Seine Eltern sind Mormonen, besitzen einen Milchabfüllbetrieb. Die Ehe scheitert, als der Sohn 5 Jahre alt ist. Er lebt bei dem Vater, der 1942 Selbstmord begeht. Nach der Highschool besucht Hal Ashby die Utah State University, bricht aber nach kurzer Zeit sein Studium ab. Mit 19 Jahren heiratet er; ein Jahr später ist er bereits geschieden. Er nimmt Gelegenheitsjobs an, trampt durch die Vereinigten Staaten, bis er 1953 in Los Angeles ankommt.

In der Filmmetropole erhält Hal Ashby einen Job in den Republic Studios. Fast alle Bereiche der Filmproduktion lernt er kennen; er beginnt eine Ausbildung als Cutter. Bald arbeitet er mit wichtigen Regisseuren zusammen wie William Wyler und Tony Richardson. Eine längere Zusammenarbeit ergibt sich mit dem Regisseur Norman Jewison. Für ihn schneidet Hal Ashby die Filme CINCINNATI KID (1965) und IN DER HITZE DER NACHT (1967). Letzterer Film wird mit vier Oscars ausgezeichnet, unter anderem erhält er eine Statue für den Besten Schnitt.

Anfang der 1970er Jahre legt Hal Ashby seinen ersten Film als Regisseur vor: DIE HAUSBESITZER (1970). Beau Brigdes spielt einen 29-jährigen amerikanischen Millionärssohn, naiv und neurotisch, der sich in den Slums ein Haus kauft. Der Film wird von der Kritik hoch gelobt. Schon hier finden sich typische Hal Ashby-Merkmale: satirische, zynische Kommentare auf die Gesellschaft; Geschichten, ohne Pathos und Sentimentalität inszeniert, sowie Einfühlsamkeit bei der Schauspielführung.

In der nächsten Zeit entsteht die bissige Satire HAROLD UND MAUDE (1971), die zum Kultfilm avanciert. Geschildert wird hier die Liebesbeziehung zwischen einer alten Frau und einem jungen Mann. Nicht zuletzt durch die brillante schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller Ruth Gordon und Bud Cort sowie den charmanten Dialogen wird die schwarze Komödie zum unvergesslichen Kinoerlebnis. Für ihre Darstellungen in seiner Komödie DAS LETZTE KOMMANDO (1973) erhalten Jack Nicholson und Randy Quaid Oscar-Nominierungen. Sie spielen Soldaten, zwischen denen sich langsam Kameradschaft, Solidarität und Zuneigung entwickelt. In SHAMPOO (1974) werden die Erlebnisse eines überbeanspruchten Modefriseurs in Los Angeles geschildert, gespielt von Warren Beatty. Auch die Komödie WILLKOMMEN MR. CHANCE (1979) wird ein kommerzieller Erfolg. Hier spielt Peter Sellers neben Shirley MacLaine den Aufstieg eines Gärtners zum Berater des amerikanischen Präsidenten.

Nicht nur mit Komödien macht der Regisseur auf sich aufmerksam. Hal Ashby dreht die Film-Biographie DIESES LAND IST MEIN LAND (1976) über den amerikanischen Protestsänger Woody Guthrie, gespielt von David Carradine. Besonderen Erfolg feiert er mit dem Anti-Kriegsfilm COMING HOME (1977). Der Film mit Jane Fonda und Jon Voight zeigt einmal mehr das soziale Engagement des Regisseurs und seiner zwei Hauptdarsteller. Sie loten die menschlich psychologische Ebene des Vietnam-Krieges aus. COMING HOME (1977) ist ein kraftvoll inszenierter Film gegen den Krieg, ohne eine einzige Kriegsszene zeigt er die inneren Verletzungen in Amerika. Hal Ashby wird für die Beste Regie bei der alljährlichen Oscar-Verleihung nominiert, erhält den Preis aber nicht. Mehrfach ist der Regisseur im Rennen um den Regie-Oscar, geht aber immer leer aus. Auch bei den Filmefestspielen in Cannes sind vier seiner Filme für die Goldene Palme nominiert, werden aber nicht ausgezeichnet.

In den 1980er Jahren dreht der Regisseur noch einige Komödien, kann aber an den Erfolg seiner früheren Arbeiten nicht mehr anknüpfen. Anders ist es mit dem Dokumentarfilm ROCKS OFF - THE ROLLING STONES US-TOUR 81 (1982), in dem der Regisseur nicht nur den Rolling Stones ein Denkmal setzt, sondern auch eine anspruchsvolle Musikdokumentation abliefert. Sein letzter Film wird der Kriminalfilm 8 MILLIONEN WEGE ZU STERBEN (1986).

Hal Ashby ist mit der Schauspielerin Joan Marshall verheiratet. Er stirbt am 27. Dezember 1988 an Krebs in Malibu.

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Autorin
Ines Walk

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