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Dorothy Arzner

Dorothy Arzner
Regie

* 03. Januar 1897
San Francisco (Kalifornien)
USA
† 01. Oktober 1979
La Quinta (Kalifornien)
USA

DOROTHY ARZNER • Biographie Seite 1/1

Dorothy Arzner ist die erste Hollywood-Regisseurin. Sie beginnt ihre Karriere im Filmgeschäft, indem sie Manuskripte abtippt. Als Cutterin macht sie sich einen Namen; pro Jahr hat sie ungefähr 40 Filme geschnitten. Dann endlich erfüllt sich ihr großer Traum und sie führt Regie. Dabei fällt sie weniger mit feministischen Themen auf, vielmehr gilt sie als gekonnte Handwerkerin, die sich ohne große Probleme in den Hollywood-Betrieb einfügt.

Dorothy Arzner wird am 03. Januar 1897 in San Francisco geboren. Ihr Vater besitzt das renommierte Hoffman Café in Hollywood, wo regelmäßig Film- und Theaterleute ein- und ausgehen, unter anderem der Regisseur David Wark Griffith und die Schauspieler Mary Pickford und Douglas Fairbanks. Aber Dorothy Arzner will zunächst nicht in die Branche, sie möchte Ärztin werden. Teilweise verlebt sie ihre Kindheit bei der Großmutter in Oakland.

Nach ihrer High School-Ausbildung besucht Dorothy Arzner die University of Southern California. Sie belegt neben dem Hauptfach Medizin noch Kunstgeschichte und Architektur. Als sie erstmals in einem Krankenhaus arbeitet, fühlt sie sich für den Beruf nicht gewachsen und bricht ihr Studium ab. Während des I. Weltkrieges meldet sie sich freiwillig in einer weiblichen Sanitätseinheit, wird aber nicht wie erhofft nach Europa geschickt.

1918 begibt sich die 22-Jährige auf Jobsuche und kommt zufällig zum Film. Der Regisseur William C. de Mille sucht händeringend Personal und stellt sie als Sekretärin ein. Damit arbeitet sie für die Famous Players-Lasky Corporation, die 1927 mit W. Hodkinsons Paramount-Pictures-Verleih zur großen Filmcompany Paramount fusioniert. Zunächst tippt Dorothy Arzner Filmmanuskripte ab, nach einem halben Jahr wird der Schneideraum ihr bevorzugter Arbeitsort. In den nächsten Jahren macht sie sich bei Real Studio als Cutterin einen Namen. Dorothy Arzner schneidet pro Jahr ungefähr 40 Filme, findet Montagelösungen, mit denen andere Cutter Probleme haben. Sie arbeitet mit dem Star Rudolph Valentino zusammen und montiert seine Spielszenen mit dokumentarischem Material von Stierkampfszenen. Außerdem schneidet sie den bekannten Western THE COVERED WAGON (1923) von James Cruze. An einem weiteren Film des Regisseurs ist sie beteiligt, schreibt sogar das Drehbuch zu OLD IRONSIDES (1926). In der Folge verfaßt sie drei Drehbücher für die Columbia. Als die Firma ein weiteres Drehbuch von ihr fordert, ist sie nur bereits, eines zu schreiben, wenn sie es selbst verfilmen darf. Sie erhält einen Vertrag. Beim Abschied von Paramount wird ihr allerdings ein besserer geboten. Dorothy Arzner wird die erste Regisseurin Hollywood.

In der Folge dreht Dorothy Arzner zwischen 1927 und 1943 siebzehn Filme, sogar 1929 den ersten Tonfilm der Paramount. Ein besonderes Gespür entwickelt die Regisseurin für neue Schauspiel-Talente. Viele Schauspielerinnen beginnen als Neulinge in ihren Filmen. In SARAH AND SON (1933) entdeckt sie die Theaterschauspielerin Ruth Catterford für den Film. Erste Lorbeeren sammeln Ginger Rogers und Clara Bow bei ihr. Unter anderem arbeitet sie auch mit der Newcomerin Katharine Hepburn in dem Fliegerdrama CHRISTOPHER STRONG (1933) zusammen. Als ihr bester Film gilt DANCE, GIRL, DANCE (1940), der in Zusammenarbeit mit dem deutschen Exil-Produzenten Erich Pommer entsteht.

Nach ihrem letzten Film beginnt sie als Dozentin zu arbeiten. Dorothy Arzner entwickelt einen der ersten Lehrgänge für Regie. In späteren Jahren wird sie der University of California in Los Angeles (UCLA) unterrichten. Zu ihrem Schülern zählt unter anderem Francis Ford Coppola. Außerdem dreht sie Instruktionsfilme für den "Womens Army Corps" im II. Weltkrieg. Mehr als 50 Werbe-Spots für das Fernsehen entstehen in den 50er und 60er Jahren. Dabei setzt sie ihre Freundin und Schauspielerin Joan Crawford gekonnt ins Bild.

Dorothy Arzner erfährt späte Ehrungen. Auf dem First International Festival of Women's Films in New York 1972 ist ihr erster Tonfilm zu sehen; sie wird als "Frauen-Filmerin" gefeiert. Es folgen zahlreiche Retrospektiven. 1974 wird sie gemeinsam mit Robert Wise mit dem Directors Guild ausgezeichnet.

Seit 1940 lebt Dorothy Arzner mit der Choreographin Marion Morgan zusammen. In den letzten 12 Jahren ihres Lebens zieht sie sich gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin in ihre Wüstenvilla in La Quinta zurück. Am 01. Oktober 1979 stirbt Dorothy Arzner dort an den Folgen eines Autounfalls.

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Autorin
Ines Walk

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