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Darren Aronofsky

Darren Aronofsky
Regie, Drehbuch, Produzent

* 12. Februar 1969
Brooklyn (New York)
USA

DARREN ARONOFSKY • Biographie Seite 1/1

Regisseur Darren Aronofsky katapultiert sich mit seinen zwei ersten Spielfilmen in die Herzen einer weltweiten Independent-Fangemeinde. Mit einem düsteren Werk über einen schizophrenen Mathematiker auf der Suche nach der Weltformel und einem ekstatischen Drogentrip, der nicht glücklich endet, gilt er als großes Talent unter den jungen, amerikanischen Regisseuren. Sein dritter Film wird ein kolossaler Flop, während er sich mit dem Drama THE WRESTLER (2008) (THE WRESTLER (2008) Trailer) wieder auf der Höhe der Zeit befindet. Von ihm wird noch einiges zu erwarten sein.

Darren Aronofsky wird am 12. Februar 1969 in Brooklyn, New York City geboren. Schon in seiner Kindheit zeigt sich seine Vorliebe für die Kunst, er interessiert sich für Graffiti und klassische Hollywoodfilme. Nach seiner Schulausbildung an der Edward R. Murrow Highschool bewirbt er sich mit Erfolg an der renommierten Harvard University und studiert dort Anthropologie, Film und Animation. Sein Studium beendet er 1991 und besucht danach bis 1994 mit Erfolg das American Film Institute.

Schon während seiner Studienzeit entstehen erste Kurzfilme unter seiner Regie und mit seinem Drehbuch, so SUPERMARKET SWEEP (1991). Der Film gewinnt einige internationale Preise und kommt in der nationalen Endausscheidung für die Studenten-Oscars. Er findet hier Partner, mit denen er auch später zusammen arbeiten wird, etwa den Autor Hubert Selby jr., den Produzenten Eric Watson oder den Kameramann Matthew J. Libatique. Sie werden an seinem ersten Langfilm und seinen späteren Spielfilmen mitwirken. 1996 gründeten er und Eric Watson die Produktionsfirma Protozoa Pictures, durch die die späteren Arbeiten produziert werden.

Drei Jahre hat er sich auf PI - DER FILM (1997) vorbereitet und wird mit dem Independentfilm schlagartig bekannt. Er erzählt die Geschichte des jungen Mathematikers Maximillian Cohen, ein Genie. Er glaubt fest daran, dass die Zahlen der Schlüssel zur Erkenntnis der Welt sind. Überall sucht er nach ihnen und je mehr er sich in die Welt der Zahlen begibt und die alles zusammenhaltende Weltformel sucht, desto mehr verliert er die Kontrolle über sein Leben; er kann nicht mehr zwischen seiner Gedanken- und der realen Welt unterscheiden. Der in schwarz-weiß gedrehte, eindringlich fotografierte Film wird als Juwel der Independent-Szene umjubelt. Auf dem renommierten Sundance Film Festival wird er mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet, eine Independent Spirit Award für das beste Drehbuch schließt sich an.

Danach stehen dem Regisseur die Türen von Hollywood offen. Darren Aronofsky realisiert mit REQUIEM FOR A DREAM (2000) ein Werk über Drogenkonsum. Erzählt wird von vier Drogensüchtigen, die den Ausstieg nicht schaffen und dessen Traum von einem glücklichen Leben sich in Rauch auflöst. Mehr und mehr geraten sie in eine Spirale aus Konsum, Beschaffungskriminalität und Prostitution, gehen kaputt. In düsteren Farben fotografiert setzt der Regisseur innovative Techniken ein, um die Paranoia der Figuren in Szene zu setzen. Bezeichnend für ihn wird die HipHop-Montage, die elektronische Soundeffekte mit Zeitraffer-Aufnahmen kombiniert. Rausch, Ekstase und Exzesse werden so nachvollziehbar. Zudem bringt er das Snorricam-Verfahren in seine Filme ein. Hier wird die Kamera am Bauch der Darsteller befestigt, nimmt deren Gesichter auf und verdeutlicht ihre Seelenzustände. Die vier Darsteller - Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connelly und Marlon Wayans - überzeugen alle in dem Film, der eine ganz individuelle Sicht auf das Problem wirft. REQUIEM FOR A DREAM (2000) wird von Kritikern wie Publikum begeistert aufgenommen und später mehrfach ausgezeichnet.

Sein nächster Film wird ein Flop an den Kinokassen und verstört die Kritiker. Sechs Jahre Zeit lässt sich Darren Aronofsky für THE FOUNTAIN (2006). Probleme verzögern das Projekt immer wieder: Hauptdarsteller Brad Pitt steigt aus dem Film aus, seine Rolle wird durch Hugh Jackman übernommen. Auch Rachel Weisz ist nicht der erste Besetzungswunsch des Regisseurs, eigentlich war Cate Blanchett vorgesehen. In einem komplexen Handlungsgeflecht schildert der Regisseur eine Geschichte der Liebe und des Todes. Es geht um die Suche nach dem ewigen Leben, die sich in jeder Epoche anders wiederholt. Metaphern, Bilder und Ideen stürzen auf den Zuschauer ein, der sich in einem visuellen Overkill zurechtfinden muss. Kritikern ist der Film zu esoterisch, ein New Age-Produkt, das bedeutungsschwer daher kommt und nur Leere produziert.

Mit dem Drama THE WRESTLER (2008) (THE WRESTLER (2008) Trailer), uraufgeführt im Internationalen Wettbewerb von Venedig, kehrt er als Wunderkind auf die Filmbühne zurück. Mickey Rourke spielt einen gealterten Wrestling-Star, der noch mal in den Ring steigt. Seine Darstellung trägt den Film, der sich nicht nur mit den Niederungen des Gewerbes beschäftigt, sondern auch einen Schauspieler ins Geschehen rückt, der selbst ganz unten war, geboxt hat und hier seinen zerschundenen Körper zur Schau stellt. Darren Aronofsky gewinnt den Goldenen Löwen, gilt als Oscar-Kandidat.

Darren Aronofsky lebt mit der Schauspieler Rachel Weisz zusammen. Gemeinsam haben sie den Sohn Henry Chance, der im Mai 2006 geboren wird. Die Familie lebt in New York.

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Autorin
Ines Walk

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