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Slawomir Idziak

Slawomir Idziak
Kamera

* 25. Januar 1945
Kattowitz
Polen

SLAWOMIR IDZIAK • Biographie Seite 1/1

Slawomir Idziak, polnischer Kameramann, bereichert mit seiner Kamerakunst seit nunmehr drei Jahrzehnten die internationale Filmsprache. Im März 2004 ist er mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichnet worden. Vom psychologischen Kammerspiel, über die deutsche Komödie bis hin zu diversen Hollywood-Block-Bustern - Slawomir Idziak ist ein Kamerakünstler, der nahezu jedes Filmgenre zu beherrschen scheint.

Slawomir Idziak wird am 25. Januar 1945 in Kattowitz in eine polnische Fotografen-Familie geboren. Zeitgleich mit dem späteren Regisseur Krzysztof Kieslowski durchläuft er das Studium an der Filmhochschule in Lodz. 1969 beendet er es als diplomierter Kameramann. Im selben Jahr beginnt er als Kameraassistent für das polnische Fernsehen zu arbeiten. Er realisiert auch mehrere Dokumtarfilme bei WFD (Wytwornia Filmow Dokumentalnych). 1972 fotografiert er seinen ersten Film als Chefkameramann DER PAPIERVOGEL (1972). Dafür erhält er beim Kinder- und Jugendfilmfestival Venedig eine Auszeichnung. Häufig wird der Kameramann für das Fernsehen arbeiten.

Als Chefkameramann arbeitet Slawomir Idziak mit wichtigen polnischen Regisseuren wie Andrzej Wajda und Krzysztof Zanussi zusammen. Es entstehen unter anderem Andrzej Wajdas DER DIRIGENT (1979) sowie Krzysztof Zanussis DIE VERSUCHUNG (1981)und WO IMMER DU BIST (1988). Als eine deutsch-polnisch-amerikanische Co- Produktion wird der Kinofilm EIN JAHR DER RUHENDEN SONNE (1984)1985 auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Kameramann arbeitet seit Mitte der 80er Jahre auch in Deutschland. Co-Produktionen wie Hark Bohms Kinofilme DER FALL BACHMEIER (1984) und YASEMIN (1988) werden durch Slawomir Idziaks sensible Kameraführung ausschlaggebend mitgestaltet. Mit der Filmkomödie MÄNNERPENSION (1995) von und mit Detlef Buck feiert Slawomir Idziak auch einen deutschen Kassenerfolg.

Der internationale Durchbruch gelingt dem Kameramann in Zusammenarbeit mit dem polnischen Filmemacher Krzysztof Kieslowski, bei dem er große filmische Freiheit genießt und seinen eigenen Kamerastil entfalten kann.
Bereits früh haben beide Künstler zusammengearbeitet. 1976 fotografiert Slawomir Idziak Krzysztof Kieslowskis Kinodebüt DIE NARBE (1976). Im Laufe seiner Zusammenarbeit mit Krzysztof Kieslowski entwickelt der Künstler seine experimentelle Bildgestaltung zunehmend weiter, die in der Kinoversion von Krzysztof Kieslowskis EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN - DEKALOG 5 (1988) für großes Aufsehen sorgt. Der Film besticht durch eine ungewöhnliche Verwendung von Farben und Filtern, die eine neue Welt der Farbgestaltung und Tiefe des filmischen Bildes erschließen. Dem Künstler gelingt, trotz der brutalen Geschichte vom Töten, das Seelenleben der Charaktere an die Oberfläche zu transportieren.

In seinen folgenden Filmkooperationen mit Krzysztof Kieslowski in den Filmen ZWEI LEBEN DER VERONIKA (1991) und DREI FARBEN: BLAU (1993) beeinflusst der Kameramann die Arbeit erneut mittels einer eindringlichen Bildpoesie und beweist einmal mehr sein Gespür für eine besondere Komposition der Bilder. Er bevorzugt Spiegelungen und phantastische Farbeffekte. Sein unnachahmliches Gespür für Farbgebung und Filter, seine bildgestalterische Arbeiten machen ihn zu einem besonderen Kameramann. Er bietet dem Zuschauer eine intensive Sicht auf die Welt. Mit seiner Bildgestaltung und dem innovativen Farbspiel arbeitet er die Psyche der Filmcharaktere heraus. Die Figuren bekommen ausreichend Raum zur Entfaltung, wirken ganz intim. Sein Ruf als sensationeller Farbgestalter verschafft ihm Anfang der 90er Jahre seine Eintrittskarte nach Hollywood. Hier kann er sich bald als anerkannter Kamerafachmann etablieren.

1997 fotografiert der Künstler in den Vereinigten Staaten Kinoerfolge wie Andrew Niccols GATTACA (1997). Hier kreiert Slawomir Idziak eine kühle Science-Fiktion-Welt, in der eine Liebesgeschichte in einem Gentechnologie-Staat eingebettet ist. In der Folge filmt der Kamermann PROOF OF LIFE (2000) und Ridley Scott Film BLACK HAWK DOWN (2001). Alle Filme zeugen einmal mehr von der, vom Künstler bevorzugten, unverwechselbaren Verschiebung und Variation der Farbwerte und der Mischung aus weiten Totalen und Großaufnahmen. Mit BLACK HAWK DOWN (2001) feiert der Kamerakünstler seinen bisher größten Erfolg: er wird für den Oscar nominiert.

Heute ist Slawomir Idziak einer der führenden Figuren des internationalen Kinos. Er ist mittlerweile Chef von fünfzehn Kameramännern. Außerdem lehrt er als "Director of Photography" in Seminaren und Meisterklassen. Er gibt seine Kenntnisse in der Regie- und Kameraführung, von Technik und Ästethik, von Dokumentarischem und Inszeniertem an zahlreiche Studenten in der ganzen Welt weiter.

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