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Hans Abich

Hans Abich
* 04. August 1918
Steinoelsa
Deutschland
† 17. Juli 2003
Freiburg, im Breisgau
Deutschland

HANS ABICH • Biographie Seite 1/1

Der Name Hans Abich ist eng mit der westdeutschen Filmproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Der Produzent Hans Abich gehört zu den Gründungsväter des neuen deutschen Films nach 1945 und hat maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland.

Hans Abich wird am 04. August 1918 in Steinölsa (damals Schlesien) als Sohn eines Landwirts geboren. Als 11jähriger erkrankt er an Kinderlähmung. Die Folgen werden ihn ein Leben lang plagen. Er studiert Rechts- und Auslandswissenschaften in Berlin und arbeitet zunächst in einem Verlag.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründet Hans Abich gemeinsam mit seinem Freund Rolf Thiele kurz vor der Währungsreform die Filmaufbau Göttingen. Unterstützt werden sie von Adolf Grimme, der damals Kulturkommissar in Hannover ist. In einem Manifest "Über die deutsche Filmproduktion nach dem Krieg" veröffentlichen sie ihr Ziele. Sie wollen filmische Qualität auf den deutschen Kino-Markt bringen.

Als eines der ersten Projekte verfilmen sie Wolfgang Borcherts Roman "Draußen vor der Tür" unter dem Titel LIEBE 47 (1949). Der nächste Film - NACHTWACHE (1950) in der Regie von Harald Braun - wird die erfolgreichste westdeutsche Produktion des Jahres. Neue Stars der Nachkriegzeit beginnen beim Filmaufbau Göttingen ihre Karriere, unter anderem Dieter Borsche, Maria Schell oder Ruth Leuwerik.

Während sich Rolf Thiele der Regie zuwendet, arbeitet Hans Abich als Produzent der Firma und nimmt großen Einfluß auf die Themen seiner Produktionen. In den 50er Jahren ist er für die Thomas Mann-Verfilmungen verantwortlich. Unter seiner Leitung entstehen DIE BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL (1957) mit Horst Buchholz in der Hauptrolle sowie der Zweiteiler DIE BUDDENBROCKS (1959). Letzter gilt für lange Zeit als die teuerste westdeutsche Filmproduktion.

Bei der Filmaufbau Göttingen entwickelt sich ein Genre, daß durch den kritischen Habitus ihrer Filme zum Schlagwort wird: Problemfilm oder auch "Göttinger Linie" genannt. Gesellschaftssatiren, wie zum Beispiel WIR WUNDERKINDER (1958) in der Regie von Kurt Hoffmann verschaffen der Filmfirma ein beachtliches Renommee. Entgegen der kommerziellen Massenproduktion von Heimatfilmen, für die das damaligen Publikum Schlange an den Kinokassen steht, führt dies aber zu finanziellen Risiken. Das Kino erlebt in dieser Zeit zudem durch das Aufkommen des Fernsehens ebenfalls starke Verluste. Die Filmaufbau muß ihre Produktion reduzieren.

1961 verläßt Hans Abich die Filmaufbau und wird Programmdirektor bei Radio Bremen, später Intendant des Senders. Von 1973 bis Ende 1977 ist Hans Abich Programmdirektor des Deutsches Fernsehen bei der ARD. Sein Motto "Im Zweifel für Experimente" bringt ihm im Fernsehgeschäft langjährige Hochachtung ein.
Zu den Auszeichnungen, die Hans Abich erhielt, gehören der Adolf Grimme-Preis für seine Verdienste um das deutsche Fernsehen und das Deutsche Filmband in Gold.

Hans Abich stirbt am 17. Juli 2003 in Freiburg im Alter von 85 Jahren.

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Autorin
Ines Walk

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