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Uli Edel

Uli Edel
Regie

* 11. April 1947
Neuenburg (Rhein)
Deutschland
andere Namen Ulrich Edel

ULI EDEL • Biographie Seite 1/1

Der deutsche Regisseur Uli Edel richtet mit seiner erfolgreichen Verfilmung von CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (1981) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Drogensumpf in Berlins Straßen, wo Jugendliche daran scheitern, sich eine Zukunft aufzubauen. Der Film wird ein internationaler Erfolg und öffnet dem Regisseur die Türen von Hollywood. Filme auf der großen Leinwand und auf dem kleinen Bildschrim inszeniert er mühlelos. Seine Arbeit übt er in Deutschland und Amerika aus. Mit Bernd Eichinger als Produzent sorgt der Filmemacher im Jahre 2008 mit seiner kontrovers aufgenommenen RAF-Verfilmung für Furore.

Uli Edel wird am 11. April 1947 in der Kleinstadt Neuenburg am Rhein geboren; besucht in seiner Kindheit sieben Jahre lang ein Jesuitenkolleg. Nach seiner Schulausbildung entscheidet er sich für die Wahlfächer Germanistik sowie Theaterwissenschaften an der Universität in München, bevor er an die Hochschule für Film und Fernsehen wechselt. In der selben Jahrgangsstufe lernt Uli Edel die späteren Produzenten Bernd Eichinger und Herman Weigel kennen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird das Fundament für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt, so dass gemeinsam erste Kurzfilme entstehen. Das verbundene Interesse am Neorealismus sowie an der "Nouvelle Vague" wird deutlich. Besondere Faszination teilen die Filmstudenten für den amerikanisch-populären Mainstream-Film, an denen sich auch spätere Projekte orientieren. Darüber hinaus nimmt Uli Edel parallel zur Hochschulausbildung ein Jahr am Schauspielunterricht teil, um sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Darstellern vorzubereiten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss an der Hochschule übernimmt Uli Edel die Arbeit des Regieassistenten und Cutters für den Film SILVESTERNACHT (1978) mit Hannah Schygulla unter der Leitung von Douglas Sirk. Nach einer anschließenden Bavaria-Produktion führt Uli Edel Regie bei dem TV-Thriller DAS DING (1979) mit Uwe Ochsenknecht. Im darauf folgenden Jahr tritt der bisher größte Erfolg durch das schon eingespielte Trio Uli Edel, Bernd Eichinger und Herman Weigel ein.

Mit dem Drama CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (1981) verschafft der Filmemacher den Zuschauern einen authentischen Einblick in den Alltag von Drogensucht, Beschaffungskriminalität, Prostitution und Armut. Der Welterfolg beruht auf dem gleichnamigen, autobiographischen Werk über Christiane Felcherinow aus Berlin-Gropiusstadt, welches durch die monatelange Recherche der beiden Stern-Reporter Horst Rieck und Kai Hermann entstanden ist. Der Kinostreifen wird mit der Goldenen Leinwand sowie dem Zuschauerpreis auf dem Internationalen Festival in Montréal ausgezeichnet.

Nach dem Uli Edel einige Zeit beim deutschen Fernsehen arbeitet, dreht er unter erneuter Zusammenarbeit mit Bernd Eichinger den Kinofilm LETZTE AUSFAHRT BROOKLYN (1989). Das kostspielige Projekt entsteht in Amerika, an Originalschauplätzen in New York. An den Roman von Hubert Selby anknüpfend, ist das Brooklyn Anfang der 1950er Jahre geprägt von Chaos, Hass und Gewalt, denn die Zukunft der Arbeiter ist aussichtslos. Der Kinostreifen wird mit dem Deutschen sowie dem Bayrischen Filmpreis geehrt. Ein Jahr später ist Uli Edel in Los Angeles tätig, woraufhin er eine Episode aus der TV-Serie TWIN PEAKS realisiert und den Erotik-Thriller BODY OF EVIDENCE (1992) in Szene setzt, der aber nur mit mäßigem Erfolg in den Kinos läuft. Noch im selben Jahr verwirklicht der Regisseur die Biographie des populären Boxers Mike Tyson, gespielt von Michael Jai White.

Bis dato der größte Erfolg in der Regiekarriere von Uli Edel ist die Verfilmung des Historien-Dramas RASPUTIN (1996). Der Fernsehfilm, unter anderem mit Alan Rickman , der den russischen Mönch und Heiler spielt, wird mit drei Golden Globes sowie drei Emmy Awards ausgezeichnet. Kurz vor der Jahrtausendwende schreibt Uli Edel Fernsehgeschichte und erreicht mit SHOWDOWN - AUF DEM WEG ZUR HÖLLE (1999) die bisher höchsten Einschaltquoten Amerikas. 30 Millionen Zuschauer sehen die Erstausstrahlung des Fantasy-Western im offenen Kanal.

Mit Uli Edel hinter der Kamera ist auch der 2-teilige TV-Fantasyfilm DIE NEBEL VON AVALON (2001), basierend auf dem gleichnamigen Roman von Mario Zimmer Bradley aus dem Jahr 1983, ein weiterer Triumph, der einen Emmy Award erhält und darüber hinaus auf dem San Francisco International Filmfestival 2001 als Bester Fernsehfilm geehrt wird. 2002 folgt ein weiteres Historienstück über das Leben des römischen Kaisers JULIUS CAESAR (2002). Der aufwendige Zweiteiler verschlingt rund 3,5 Millionen US-Dollar, wird für zwei Emmys nominiert. Eine Anerkennung erhält auch der Western KING OF TEXAS (2002) mit Patrick Stewart, der mit dem Heritage Award ausgezeichnet wird. Eine weitere - diesmal deutsche - TV-Produktion unter der Leitung von Uli Edel entsteht mit Katherine Heigl, die die Hauptrolle in dem Horrorthriller DIE RÜCKKEHR DES BÖSEN (2003) übernimmt.

Für Aufmerksamkeit sorgt Uli Edel mit seiner RAF-Verfilmung DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) (DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) Trailer). Die Verfilmung der Geschichte von der Roten Armee Fraktion spielt von den Anfängen bis zum Ende des deutschen Herbstes und zeigt in einem energiegeladenen Szenario die außergewöhnlich Gewaltbereitschaft der deutschen Terroristen gegenüber der Staatsmacht. Der Film liegt dem gleichnamigen Sachbuchbestseller von Stefan Aust zu Grunde, als Produzent sowie Drehbuchautor fungiert Bernd Eichinger .Der Film setzt zahlreiche deutsche Stars in Szene, unter anderem sind Moritz Bleibtreu in der Rolle von Andreas Baader, Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin und Martina Gedeck als Ulrike Meinhof zu sehen. Von der Organisation German Films wird das historische Drama für den Auslands-Oscar nominiert.

Uli Edel lebt heute in Los Angelas und arbeitet mit großem Erfolg für das amerikanische Fernsehen.

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Autor: Daniel Fröbel
Stand: Dezember 2008

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