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Josef Schildkraut

Josef Schildkraut
Darsteller

* 22. März 1896
Wien
Österreich
† 21. Januar 1964
New York (New York)
USA
andere Namen Joseph Schildkraut

JOSEF SCHILDKRAUT • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Josef Schildkraut tritt in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters Rudolf Schildkraut und wird ebenfalls Theater- und Filmschauspieler, der in den USA eine beachtliche Karriere macht. Besonders erfolgreich ist er in sogenannten biopics - biographisch orientierte Melodramen - und groß angelegten Kinoepen biblischer und historischer Geschichte.

Josef Schilkraut wird am 22. März 1895 in Wien geboren. Sein Vater ist der bekannte österreichische Schauspieler Rudolf Schildkraut. Wie sein Vater will auch er Schauspieler werden. Bereits früh nimmt er Unterricht bei Albert Bassermann und debütiert an der Seite seines Vaters um 1910 auf der Theaterbühne. Zu dieser Zeit befindet er sich mit Rudolf Schildkraut auf einem Gastpiel in den USA. Hier studiert der Sohn auch an der American Academy of Dramatic Arts.

Kurz vor Beginn des I. Weltkrieges kehrt die Familie Schildkraut nach Deutschland zurück. Josef Schildkraut beginnt eine Karriere am Deutschen Theater in Berlin unter der Leitung von Max Reinhardt. Daneben arbeitet er auch für den Film. Wieder mit seinem Vater steht er bei den Richard Oswald-Film SCHLEMIHL (1915) das erste Mal vor der Kamera. Es folgen Filme für verschiedene Produktionsfirmen, bis er 1920 eine seiner ambitioniertesten Rollen in dem österreichischen Film THEODOR HERZL, DER BANNERTRÄGER DES JÜDISCHEN VOLKES (1921), einem philosemitschen Lebensbild des Begründers des politischen Zionismus, übernimmt. Szenen aus der Geschichte des Jüdischen Volkes (Kampf gegen die Philister, Spanische Inquisition, Pogrome in Rußland und Polen) machen die Sehnsucht nach einem eigenen Jüdischen Staat plausibel. Josef Schildkraut spielt die Rolle des "leidenen Israel", sein Vater mimt das "ringende Israel".

1920 verläßt Josef Schildkraut Europa und siedelt - wie bereits sein Vater - ganz in die USA über. Am Broadway wird er ein ein vielbeachteter Bühnenschauspieler. Er feiert Erfolge als Vater von Anne Frank, ist Peer Gynt und Liliom. Mehr als 35 Jahre steht er auf der Theaterbühne.

Auch beim Film erhält Josef Schildkraut schnell zahlreiche Angebote. Er arbeitet kurz nach seiner Übersiedlung mit dem amerikanischen Regisseur David Wark Griffith zusammen und spielt in dessen Streifen ZWEI HERZEN IM STURM DER ZEIT (1921) an der Seite der Schwestern Lillian Gish und Dorothy Gish. Seitdem spielt Josef Schildkraut zahlreiche Gentlemens, meistens aus Europa, gibt Liebhaber und Frauenhelden. Auch Schurken und Bösewichte darf er spielen. Besonders gelobt wird er für seine Charakterdarstellungen historischer Persönlichkeiten. Er gibt den Judas Iscariot in KÖNIG DER KÖNIGE (1927) in der Regie von Cecil B. DeMille, später gibt er den König Herodes in CLEOPATRA (1934), die der gleiche Regisseur verfilmt. Josef Schildkraut spielt den Herzog von Orleans, König Ludwig den XIII. oder General Pascal.

1937 erhält der Schauspieler den Oscar als bester Nebendarsteller. In dem Film DAS LEBEN DES EMILE ZOLA (1937) vom biopics-Experten Wilhelm Dieterle spielt er den Hauptmann Dreyfus, dem ein antisemitischer Prozeß in Frankreich gemacht wird. In der "Dreyfus-Affäre" setzt sich der französische Romancier vehement für die Freilassung des beschuldigten Offiziers ein.

Seit den 40er Jahren sucht sich der Schauspieler seine Rollen sehr gezielt, seit den 50er Jahren nimmt er nur noch spärlich Rollen an. Josef Schildkraut ist nochmals als Vater der Anne Frank im Film DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK (1958) zu sehen. Mit dieser Rolle brillierte er bereits Mitte der 30er Jahre am Broadway. Sein letzter Film wird die Erzählung des Lebens Christi DIE GRÖßTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN (1965), in dem er die Rolle des Nicodemus übernimmt.

1959 erscheint die Autobiografie des Schauspielers unter dem Titel "My Father and I". Josef Schildkraut stirbt vor der Uraufführung des letzten Films am 21. Januar 1964 in New York.

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