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Luise del Zopp

Luise del Zopp
Drehbuch, Darsteller

* 16. Juni 1871
Brünn (Mähren)
andere Namen Luise Zopp-Lingg; Luise Lingg; Aloisia Theresia Johanna Luksch

LUISE DEL ZOPP • Biographie Seite 1/1

Luise del Zopp war eine vielbeschäftigte Drehbuchautorin in der Frühzeit des Kinos. Sie schrieb zwischen 1911 und 1915 mehr als 40 Drehbücher. Neben anderen Frauen zählt sie zu den frühen Filmpionierinnen, die aber leider heute fast alle vergessen sind.

Luise del Zopp wird am 16. Juni 1871 in Brünn geboren. Ihr eigentlicher Name ist Aloisia Theresia Johanna Luksch, den sie später in Luise Lingg ändert. Mit 19 Jahren beginnt sie eine Ausbildung als Sängerin und arbeitet ab 1884 in diesem Beruf als Volontärin am Stadttheater Brünn. Bald folgen vielversprechende Engagements. Als Operettensängerin geht sie nach Wien, München und Berlin. Sie unternimmt Tourneen, arbeitet in Karlsbad und Toeplitz.

Sie heiratet Rudolf del Zopp. Er ist Tenor und Schauspieler, der ebenfalls in Karlsbad und Toeplitz auf der Bühne steht. Außerdem arbeitet er seit 1910 auch beim Film, unter anderem mit Henny Porten zusammen. Wahrscheinlich durch ihn kommt Luise del Zopp mit dem Film in Berührung. Seit 1910 schreibt sie Drehbücher. 1911 gewinnt sie sogar einen Drehbuch-Wettbewerb.

Die Messter Projektion GmbH veranstaltet ein Preisausschreiben. Der Aufruf der Produktionsfirma wird ein voller Erfolg: Mehr als 500 Drehbücher werden zur Produktionsfirma geschickt. Unter ihnen ADRESSATIN VERSTORBEN von Luise del Zopp. Es handelt sich um die Geschichte einer alten Dame, die sich an ihre Jugendliebe erinnert. Der Geliebte kommt in den Barrikadenkämpfen im März 1848 ums Leben. Luise del Zopp gewinnt den Wettbewerb. Das Drehbuch wird noch im selben Jahr von Adolf Gärtner mit Henny Porten in der Hauptrolle verfilmt und der Film wird ein Erfolg.

Sie schreibt weitere Drehbücher. Für die Messter Projektion GmbH arbeitet sie als Filmdramaturgin und Drehbuchautorin. Ab 1913 verfaßt sie auch Drehbücher für die Treumann-Larsen-Film-Vertriebs-GmbH, unter anderem schreibt sie das Drehbuch für den Film DAS KRIEGSLIED DER RHEINARMEE (1913), eine Geschichte über den Komponisten der Marseillaise Rouget de Lisle. Bei der Premiere des Films in den Kant-Lichtspielen in Berlin-Charlottenburg tritt sie live auf. Sie sing die Marseillaise.
Nebenher arbeitet sie auch als Schauspielerin. In mindestens drei Filmen steht sie neben Henny Porten und ihrem Ehemann vor der Kamera.

Bisher lassen sich für die Zeit nach 1915 keine Hinweise finden, daß Luise del Zopp weiter als Drehbuchautorin arbeitet. Als 1927 ihr Ehemann Rudolf del Zopp stirbt, lebt sie in armseligen Verhältnissen. Wahrscheinlich verstirbt sie kurz nach Ende des II. Weltkrieges.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Oktober 2003

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