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Heinrich Weidemann

Heinrich Weidemann
Special Effects, Architektur

* 25. Januar 1899
Schwerin
Deutschland
† 17. Februar 1982
Berlin
Deutschland

HEINRICH WEIDEMANN • Biographie Seite 1/1

Der Architekt Heinrich Weidemann bleibt häufig bei seinen Filmarbeiten ungenannt. An der Seite solch bekannter Kollegen wie dem Kameramann Eugen Schüfftan oder den Architekten Robert Herlth und Willi A. Hermann arbeitet er mehr als 30 Jahre für den Film.

Heinrich Weidemann wird am 25. Januar 1899 in Schwerin geboren. Über seine familäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Er absolviert eine Ausbildung als Kunst- und Dekorationsmaler. Mitte der 20er Jahre kommt er mit dem Film in Kontakt. Der Erfinder des Einspiegelungs- und Kombinationsverfahrens Eugen Schüfftan, welches nach ihm auch Schüfftan-Verfahren genannt wird, holt in an das Set zu METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) (1927). Heinrich Weidemann arbeitet an den Spezialeffekten des Films mit. Er bedient die Trickkamera, bleibt aber in den Credits ungenannt, wie bei vielen seiner Filmbeteiligungen.

Von 1926 bis 1930 ist Heinrich Weidemann bei der Deutsche Spiegeltechnik GmbH & Co. angestellt, die sein Mentor Eugen Schüfftan zeitweise leitet. Das Schüfftan-Verfahren soll intensiv vermarktet werden - besonders der amerikanische Markt will erobert sein. Aber das gelingt nicht. Zwischenzeitlich geht der junge Künstler nach Hollywood und arbeitet dort an dem Film LIEB MICH UND DIE WELT IST MEIN (1927) von Ewald André Dupont. Er arbeitet auch in Paris.

Ab Anfang der 30er Jahre konstruiert Heinrich Weidemann verschiedene Spezialeffekte und -aufnahmen für Filme wie BERLIN - ALEXANDERPLATZ (1931) oder F.P. 1 ANTWORTET NICHT (1932). Zusätzlich arbeitet er jetzt als Assistent im Bereich Architektur an der Seite solch bekannter Kollegen wie Fritz Maurischat, Hermann Warm und Robert Herlth. Unter anderem ist er bei den Emil Jannings-Filmen DER HERRSCHER (1937) und DER ZERBROCHENE KRUG (1937) dabei. Bald übernimmt der Architekt auch selbständige Arbeiten, wird Chefarchitekt bei verschiedenen Produktionsfirmen, der Universum Film AG (Ufa) oder der Bavaria in München.

Nach dem Ende des II. Weltkrieges legt der Architekt eine Pause ein. Erst 1949 beginnt er wieder zu arbeiten. Zunächst erhält er Aufträge als Szenenbildner bei der ostdeutschen Filmproduktionsfirma DEFA. Nebenbei arbeitet er auch im westlichen Berlin und wechselt auch bald ganz die Bundesrepublik.
Anfang der 50er Jahre kommt Heinrich Weidemann in Kontakt mit der Willi A. Hermann, einem Architekten, der schon die frühe Stummfilmzeit maßgeblich mitbestimmt hat. Bis 1957 gehört er zu dessen Team. Die zeittypischen Werke wie Melodramen, Heimatfilmen oder Operetten werden von ihnen ausgestattet. Nachdem sich sein Partner aus dem Filmgeschäft zurückzieht, arbeitet Herbert Weidemann mit verschiedenen anderen Kollegen zusammen. In den 60er Jahren ist er am Set von internationalen Ko-Produktionen zu finden. Unter anderem baut er die Kulissen für SPIONE UNTER SICH (1965) mit Henry Fonda und DIE HÖLLE VON MANITOBA (1965) mit Lex Barker in der Hauptrolle.

Im Alter von 70 Jahren zieht sich der Architekt aus dem Filmgeschäft zurück. Heinrich Weidemann stirbt am 17. Februar 1982 in Berlin.

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Autorin: Ines Walk
Stand: März 2006

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