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David Strathairn

David Strathairn
Darsteller

* 26. Januar 1949
San Francisco
USA

DAVID STRATHAIRN • Biographie Seite 1/1

Schauspieler David Strathairn ist ein eigenwilliger Darsteller, der sich erst langsam als Charakterdarsteller in Hollywood etabliert hat. Er bevorzugt lange Zeit kleinere und unabhängige Produktionen wie jene von John Sayles, zählt aber mittlerweile zu jenen Gesichtern der Filmmetropole, die für anspruchsvolle Unterhaltung stehen. Obwohl er häufig nur Nebenrollen spielt, bleiben diese in Erinnerung, weil er sie zu intensiven Charakterstudien verdichten.

David Strathairn wird am 26. Januar 1949 als David Russell Strathairn in San Francisco, Kalifornien geboren. Sein Vater arbeitet als Arzt für Allgemeinmedizin, seine Mutter als Krankenschwester. Zur Familie gehören noch der ältere Bruder Thomas und die jüngere Schwester Anne. Nach seiner Schulausbildung an der Redwood High School besucht er das Williams College in Massachusetts. Während seiner Studienzeit entwickelt sich sein Interesse an der Schauspielerei; er gehört einer Studenten-Theatergruppe an. Nach dem Studium entschließt er sich, sein Hobby zum Beruf zu machen. Er geht nach 1970 nach Florida und schließt sich dort dem Ringling Brothers and Barnum and Bailey Circus Clown College an. Als Clown tourt er einige Zeit durch das Land.

Später arbeitet er in New York an einem Kindertheater. Auch nachdem er bereits Karriere bei Film und Fernsehen macht, wird er dem Theater treu bleiben. Auf der Bühne ist David Strathairn in Stücken wie "Der Sturm" nach William Shakespeare, "Hapgood" von Tom Stoppard und in einer New Yorker-Inszenierung von Anton Tschechows "Drei Schwestern" zu sehen. Seine Theaterarbeiten verhelfen ihm auch zu Auftritten beim Fernsehen. So gibt er Mitte der 1980er Jahre Gastrollen in TV-Serien wie etwa in "Miami Vice" (1985), "Spencer" (1985), "Wiseguy" (1987) und "Der Equilizer" (1988).

Regisseur John Sayles, mit dem er das Williams College besucht hat, holt ihn erstmals vor die Kinokamera. In DIE RÜCKKEHR NACH SECAUCUS (1978) ist er in einer kleinen Rolle dabei. Danach wird er häufig für Kinofilme engagiert, aber der große Durchbruch will sich zunächst nicht einstellen, vielmehr muss sich der Schauspieler langsam hocharbeiten. Neben Meryl Streep ist er unter der Regie von Mike Nichols in SILKWOOD (1983) zu sehen oder an der Seite von Ellen Barkin in DREI FRAUEN IN NEW YORK (1983) nach Kurzgeschichten von Grace Paley. Zunächst scheint der Darsteller auf Nebenrollen spezialisiert, gibt diesen aber ein eigenständiges und eigenwilliges Gesicht.

Ende der 1980er Jahre erspielt sich David Strathairn eine immer größere Aufmerksamkeit. Es ist vor allem sein Jugendfreund John Sayles, der ihm das Vertrauen für interessante und anspruchsvolle Rollen entgegenbringt. Mehrfach werden sie zusammenarbeiten, zunächst mit kleineren Rollen wie in DER TYP VOM ANDEREN STERN (1983), dem dramatischen Bergarbeiter-Film MATEWAN (1987), dem Baseball-Drama ACHT MANN UND EIN SKANDAL (1988) nach einer authentischen Begebenheit sowie der Farce STADT DER HOFFNUNG (1991). Später auch in Hauptrollen wie etwas bei PASSION FISH (1992). Hier spielt er Rennie, einen ehemaligen Rebellen, der erst nach der Hochzeit merkt, dass seine Frau alles ablehnt, was ihm lieb und teuer ist. In WENN DER NEBEL SICH LICHTET (1999) verkörpert er Joe Gastineau, der auf einer verlassenen Insel vor Alaska gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter ums Überleben kämpft. Sie sind von Drogenschmugglern überfallen und auf der Insel ausgesetzt worden. In beiden Filmen bietet David Strathairn brillante Charakterstudien, die ihn auch bei anderen Produktionen auszeichnen.

Dazwischen sorgt er immer wieder mit seinen Leistungen vor der Kamera für positive Kritiken, kann inzwischen auf mehr als 70 Filme zurückblicken. An der Seite von Robert Redford ist er als blinder Krimineller in SNEAKERS - DIE LAUTLOSEN (1992) zu sehen. Regisseur Curtis Hanson besetzt ihn als Ehemann von Meryl Streep in dem Thriller AM WILDEN FLUß (1994). Hier wächst er als zurückhaltender Mann und Vater über sich hinaus, um seine Familie vor Verbrechern zu schützen. Als Ehemann - diesmal von Kathy Bates - überzeugt er in der Stephen King-Verfilmung DOLORES (1994). Unter der Regie von Taylor Hackford ist er allerdings ein versoffener, brutaler und seine Tochter missbrauchender Vater. Nochmals arbeitet er mit dem Regisseur Curtis Hanson bei dem erfolgreichen Drama L.A. CONFIDENTIAL (1998) zusammen. Hier verkörpert er Pierce Patchett, einen überaus schmierigen und aalglatten Zuhälter und Pornoproduzenten. Er überzeugt als Reverend in der John Irving-Verfilmung SIMON BIRCH (1998).

Im neuen Jahrtausend wird David Strathairn der Schauspieler für die gewissen Rollen, die in vielen Fällen klein, aber wichtig sind. Sie bleiben dem Zuschauer in Erinnerung, da er es vermag, sie zu intensiven Charakterstudien zu verdichten. Besonders hervorzuheben ist seine Zusammenarbeit mit George Clooney. In dessen GOOD NIGHT AND GOOD LUCK (2005) spielt er den CBS-Reporters Edward R. Murrow, der sich für einen Kampf gegen den Senator und Kommunistenjäger Joseph McCarthy entscheidet und damit die Meinungsfreiheit in Amerika in Zeiten des Kalten Krieges stärkt. Für seine Leistung in dem Polit-Drama wird der Schauspieler bei den Filmfestspielen in Venedig mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller ausgezeichnet und für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert.

David Strathairn ist mit Logan M. Goodman verheiratet, gemeinsam haben sie zwei Söhne: Tay Scott und Ebberly George. Tay Scott Strathairn ist Jazzmusiker und hat auch bereits als Schauspieler vor der Kamera gearbeitet. Die Familie lebt im Staat New York.

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