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Bernd Eichinger

Bernd Eichinger
Drehbuch, Produzent

* 11. April 1949
Neuburg (Donau)
Deutschland
† 24. Januar 2011
Los Angeles (Kalifornien)
USA

BERND EICHINGER • Biographie Seite 1/1

Der Produzent und Regisseur Bernd Eichinger polarisiert. Zum einen besitzt er einem besonderen Blick für Stoffe, die die Zuschauer in die Kinos locken und wagt sich auch an ungewöhnliche Stoffe. Zum anderen gilt er als Mensch, der überall seinen Einfluß gelten machen muß - von der Produktions bis zum Schnitt. Nichtdestotrotz ist der deutsche Film ohne Bernd Eichinger kaum vorstellbar. Sein sicheres Gespür für junge Schauspieler und Regisseur hat dem deutschen Film ein Gesicht gegeben; er findet auch nach und nach international wieder mehr Beachtung findet.

Bernd Eichinger wird am 11. April 1949 in Neuburg an der Bonau geboren. Sein Vater ist Arzt. Während seiner Schulzeit beschäftigt er sich im künstlerischen Bereich, malt, schreibt und macht Musik. Nach seinem Abitur bewirbt er sich mit Erfolg an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Während seines Studiums arbeitet er als Praktikant, Hospitant oder Assistent bei verschiedenen Rundfunkanstalten und im Bavaria-Filmatelier. 1973 schließt er das Studium als Regisseur und Produzent ab.

Danach beginnt Bernd Eichinger als Drehbuchautor und Produktionsleiter, zunächst beim Bayrischen Rundfunk zu arbeiten. 1974 gründet er seine eigene Produktionsfirma, die SOLARIS Filmproduktion. Als Produzent kann er verschiedene Geldquellen ausschöpfen. Bis 1983 entstehen mehr als 25 Filme, die er allein oder mit Co-Produzenten herstellt. Er arbeitet unter anderem mit den Regisseuren Wim Wenders, Alexander Kluge oder Edgar Reitz zusammen. Die Firma produziert auch einige jener Autorenfilme, die den "Neuen Deutschen Film" auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt machten, etwa Wolfgang Petersens Werk DIE KONSEQUENZ (1977) und Hans-Jürgen Syberbergs Film HITLER. EIN FILM AUS DEUTSCHLAND (1977). Höhepunkt wird der für den Oscar nominierte Film DIE GLÄSERNE ZELLE (1978) von Hans W. Geissendörfer. Seine Filme erhalten zahlreiche Auszeichnungen, zum Beispiel CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (1981) bekommt die Goldene Leinwand.

1979 übernimmt der die Leitung der angeschlagenen Produktionsfirma Constantin-Film, nennt sie seitdem Neue Constantin. Schnell stellen sich nationale und internationale Erfolge ein. DIE UNENDLICHE GESCHICHTE (1984) von Wolfgang Petersen ist der Einstieg ins internationale Geschäft. In der Folge entstehen unter anderem die Umberto Eco-Verfilmung DER NAME DER ROSE (1986) mit Sean Connery in der Hauptrolle und unter der Regie von Jean-Jacques Annaud. Der Film LETZTE AUSFAHRT BROOKLYN (1989) in der Regie von Uli Edel wird ebenfalls eine qualitativ hochbesetzte internationale Produktion. Unter der Leitung von Bernd Eichinger wird die Neue Constantin eine der erfolgreichsten deutschen Filmproduktions- und Verleihfirmen.

Bernd Eichinger entwickelt ein Gespür für Stoffe, die das Publikum ins Kino locken. Er arbeitet mit Dorris Dörrie und Sönke Worthmann zusammen. Mit letzterem entsteht die erfolgreiche Komödie DER BEWEGTE MANN (1994). Mitte der 90er Jahre entwickelt er das Projekt "German Classics" und bringt Remakes alter deutscher Filme im Fernsehformat heraus. Bei "Das Mädchen Rosemarie" führt er selbst Regie. Dem Projekt ist allerdings kein Erfolg beschienen, nach vier von geplanten zwölf Filmen wird es abgebrochen.

1999 geht die Produktionsfirma an die Börse. Damit übernimmt Bernd Eichinger die Funktion des Vorstandsvorsitzenden, die er bis zum April 2001 ausübt. Anfang 2003 wird er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Constantin Film AG. Den bisher größten finanziellen Erfolg feiert der Produzent 2001 mit der Komödie DER SCHUH DES MANITU (2001). Über 8 Millionen Zuschauer sehen den Film, der einer der erfolgreichsten Streifen des Deutschen Films wird.

Bei dem Film DER UNTERGANG (2004) arbeitet Bernd Eichinger auch an dem Drehbuch mit. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel und mit Bruno Ganz in der Rolle des Adolf Hitlers entsteht einer der erfolgreichsten Filme des Jahres. Berichtet wird von der Zeit des finalen Häuserkampfes in Berlin und den Ereignissen im Führerbunker. Der Film wird als deutscher Beitrag für den Besten Fremdsprachigen Film für den Oscar nominiert, kann die Trophäe aber nicht gewinnen. Für das Filmprojekt DAS PARFÜM (2006) nach dem Roman von Patrick Süskind hat der Produzent lange Zeit gekämpft. Unter der Regie von Tom Tykwer wird die Geschichte um den Serienmörder Jean-Baptiste Grenouille opulent und aufwendig mit internationalen Stars in Szene gesetzt.

Für sein Schaffen als Produzent und Verleiher wird Bernd Eichinger mit zahlreichen bedeutenden Preisen wie dem Deutschen Filmpreis, dem Bayerischen Filmpreis, der Goldenen Leinwand, dem Goldenen Bären (Berlinale) und dem Bambi ausgezeichnet. 2006 wird er mit der höchsten Auszeichnung Bayerns, dem bayerischen Verdienstorden, geehrt.

Bernd Eichinger lebt in München und Hollywood. Über lange Jahre lebt er mit der Schauspielerin Barbara Rudnik zusammen. Seine Lebensgefährtin war ebenfalls die Schauspielerin Corinna Harfouch. Weihnachten 2006 heiratet er die PR-Expertin Katja Hofmann.

Am 24. Januar 2011 verstirbt Bernd Eichinger mit 61 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt.

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