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Daniel Brühl

Daniel Brühl
Darsteller

* 16. Juni 1978
Barcelona
Spanien

DANIEL BRÜHL • Biographie Seite 1/1

Daniel Brühl hat ein Part seiner Schauspiel-Karriere schon hinter sich gelassen: jenen des introvertierten, suchenden Jugendlichen. Als Schulabgänger kann er in mehreren Filmen überzeugen. Als liebender Sohn in GOOD BYE, LENIN! (2003) erobert er das Publikum in der ganzen Welt, als junger Revoluzzer will er in DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI (2004) die Welt verändern. In vielen Fällen spielt er einen durchschnittlichen Mann, der durch außergewöhnliche Umstände dazu gezwungen wird, sich selbst zu hinterfragen, sein Leben neu zu gestalten. Mittlerweile ist der deutsche Schauspieler mit spanischen Wurzeln im internationalen Filmgeschäft angekommen.

Daniel Brühl wird als Daniel Cesar Martin Brühl Gonzales Domingo am 16. Juni 1978 in Barcelona geboren. Sein Vater ist der deutsche TV-Regisseur Hanno Brühl, seine Mutter eine Spanierin, die als Lehrerin arbeitet. Zur Familie gehören noch zwei weitere Söhne. Er wächst zweisprachig auf, verlebt einen Teil seiner Kindheit in der Mittelmeerregion, wohnt aber mit seiner Familie in Deutschland, in Köln. Hier besucht er das Dreikönigsgymnasium. Frühzeitig beginnt seine Karriere im Bereich Unterhaltung. Mit acht Jahren spricht er beim Westdeutschen Rundfunk Hörspiele, später synchronisiert er Spielfilme. Außerdem steht er auf der Bühne des Schultheaters.

Mit 15 Jahren erhält er seine erste Rolle vor der Kamera. In dem TV-Film SVENS GEHEIMNIS (1995) spielt er unter der Regie von Roland Suso Richter. Zunächst bleibt dies ohne Konsequenzen, da er seine Schule mit dem Abitur beendet und einen Zivildienst bei der Arbeitswohlfahrt absolviert. Erst danach folgen weitere Schauspiel-Arbeiten, unter anderem für das Fernsehen unter der Regie seines Vaters. Kurz nach seinem 20. Geburtstag ist er mit seiner ersten Hauptrolle in dem Drama um einen Jugendclique SCHLARAFFENLAND (1999) von Friedemann Fromm zu sehen. Unter der Regie von Marco Petry ist er in SCHULE (2000) zu sehen. Eine Gruppe von Schülern steht kurz vor dem Abitur und will nochmals - bevor der Ernst des Lebens startet - ihre Jugend genießen. Als junger, naiver Mönch Arbo verliebt er sich in die Journalistin Chiara in dem Roadmovie VAYA CON DIOS (2000) von Zoltan Spirandelli, als Abiturient in NICHTS BEREUEN (2001) von Benjamin Quabeck ist er auf der Suche nach der großen Liebe.

Seinen Durchbruch feiert er mit DAS WEIßE RAUSCHEN (2001) von Hans Weingartner. Erzählt wird vom 21jährigen Lukas, der zu seiner Schwester in eine WG zieht. Nach Partys, Drogen und einer Menge Spaß, beginnt Lukas plötzlich Stimmen zu hören. Paranoide Schizophrenie, lautet die Diagnose der Ärzte. Nun beginnt für Lukas der Kampf gegen das Chaos in seinem Kopf. Der Film wird in sechs Wochen von sieben Leuten mit einem Budget von 400 000,00 DM auf digitalen Video-Kameras gedreht. Das Team orientiert sich an den DOGMA-Regeln. Ursächlich aus ökonomischen Gründen, aber auch, um sich ganz auf die Geschichte konzentrieren zu können und die psychologische Wirklichkeit der Figur physisch erfahrbar, die Krankheit des Protagonisten erlebbar zu machen. Handkamera und Jump Cuts verstärken den Eindruck der latenten Desorientierung der Hauptfigur, Improvisation und souveräne Schauspielführung führen zu einer unmittelbaren Präsenz von Daniel Brühl, der für seine Leistung unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wird. Er gilt als eines der hoffnungsvollsten Schauspiel-Talente Deutschlands. In ELEFANTENHERZ (2002) von Züli Aladag knüpft er an die darstellerische Leistung an: Hier spielt er den Amateurboxer Marko, der von seiner Familie und seiner Herkunft wegkommen, endlich Erfolg haben will.

Mit seiner Rolle des 21-jährigen Alex in GOOD BYE, LENIN! (2003) unter der Regie von Wolfgang Becker wird er schlagartig in ganz Deutschland und Europa bekannt. Seine Mutter (Katrin Saß) erleidet einen Herzinfarkt, fällt und wacht erst nach dem Zusammenbruch der Berliner Mauer wieder auf. Um sie wegen ihres schwachen Herzens nicht zu beunruhigen steht in der kleinen Plattenbau-Wohnung die DDR wieder auf. Der unterhaltsame und vielschichtige Film wird zum Kassenschlager des Jahres, erreicht mehr als 6 Millionen Zuschauer und gehört so zu den erfolgreichsten deutschen Filmen überhaupt. Auch in Europa wird er zum Erfolg, zahlreiche nationale und internationale Preise sprechen für sich. Daniel Brühl wird sowohl beim Deutschen als auch beim Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller ausgezeichnet.

Mit der Rolle des nachdenklichen Jugendlichen, der eher introvertiert sein Leben meistert und immer irgendwie noch auf der Suche ist, wird Daniel Brühl auch in der nächsten Zeit bedacht. In WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN (2004) von Achim von Borries spielt er einen jungen Mann, der hohe Ideale für die Liebe setzt, bitter enttäuscht wird und der Abend, an dem dies passiert, endet in einer Katastrophe. Der Schauspieler sucht sich seine Rollen bewusst aus, erliegt nicht wie andere den Avancen des Fernsehen und der Einheitsware. Vielmehr sucht er die darstellerische Herausforderung. In kleineren Produktionen wie FARLAND (2004) von Michael Klier arbeitet er ebenso mit wie in der Fortsetzung der Schul-Geschichte DIE KLASSE VON 99 (2003) von Marco Petry. Nochmals zieht er sich mit dem Regisseur Hans Weingartner und einem kleinen Team - mit dabei die Schauspieler Julia Jentsch, Stipe Erceg und Burghardt Klaußner - zu einer intensiven Arbeit zurück. Der politische Film DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI (2004) erzählt von drei jungen Rebellen, die die Welt verändern wollen. Sie brechen bei Reichen ein und verschieben die Möbel. Sie entführen einen Manager und verfahren mehr über sich, als ihnen lieb ist. Der Film wird zum Kinoerfolg des Jahres und läuft im Internationalen Wettbewerb beim Filmfestival in Cannes, wird mit dem Deutschen Filmpreis in Silber als Bester Film ausgezeichnet. Einmal mehr gibt Daniel Brühl den Nachdenklichen, der Zuschauer kann in seinem Gesicht seine Gedanken lesen. In vielen Fällen spielt er einen durchschnittlichen jungen Mann, der durch außergewöhnliche Umstände dazu gezwungen wird, sich selbst zu hinterfragen, sein Leben neu zu gestalten. Diesem klassischen Typ gibt Daniel Brühl eine passende Physiognomie und sichert seinen Erfolg mit spielerischem Geschick.

Der Erfolg in den deutschen Filmen sichert dem Schauspieler auch internationales Renommee. So steht er in dem britischen DER DUFT VON LAVENDEL (2005) von Charles Dance in seiner ersten großen, internationalen Kinoproduktion vor der Kamera. Hier gibt er einen geheimnisvollen jungen Mann, der zwei ältere Damen entzückt. In der deutsch-französischen Weihnachtsgeschichte MERRY CHRISTMAS (2005) von Christian Carion spielt er den deutschen Offizier Horstmayer, der das Weihnachtsfest 1914 an die Westfront mit französischen Soldaten begeht. Die pazifistische Geschichte wird 2006 für den Oscar als Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Die deutsche Komödie EIN FREUND VON MIR (2006) von Sebastian Schipper sichert Daniel Brühl wieder nationale Aufmerksamkeit. An der Seite von Jürgen Vogel spielt er Karl, Teil eines ungleichen Freundschaftspaar. Er ist ein introvertierter Mathematiker, der erst langsam entdeckt, dass das Leben mehr ist als nur Zahlen und Pragmatik. In der spanischen Filmbiographie SALVADOR (2007) von Manuel Huerga spielt er die Rolle des Salvador Puig Antich, der wegen angeblichen Polizistenmordes zum Tode verurteilt wird. Daniel Brühl spricht hier perfekt spanisch und katalanisch. In der französischen Liebesgeschichte 2 TAGE PARIS (2007) (2 TAGE PARIS (2007) Trailer) von Julie Delpy taucht er als früherer Geliebter auf.

Die nächsten Projekte des Schauspielers sind wieder große Produktionen. KRABAT (2008) (KRABAT (2008) Trailer) von Marco Kreuzpaintner erzählt die Geschichte eines Müllersburschen, der sich gegen einen machtgierigen Müller auflehnt. Daniel Brühl spielt den Freund von Krabat. Mit Regisseur Florian Gallenberger arbeitet er in JOHN RABE (2008) zusammen, einem Film über den "Schindler in China", der ca. 250.000 chinesischen Zivilisten 1937 das Leben. Auch hier gibt Daniel Brühl den Gegenpart zur Hauptfigur. Die Komödie LILA, LILA (2008) von Alain Gsponer befindet sich in Produktion. Außerdem wird er in WALKÜRE (2009) von Bryan Singer zu sehen sein.

Bei den Dreharbeiten zu NICHTS BEREUEN (2001) hat Daniel Brühl die Schauspielerin Jessica Schwarz kennen gelernt. Mehrere Jahre leben sie zusammen, mittlerweile ist das Paar allerdings getrennt.

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