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Erich Kettelhut

Erich Kettelhut
Kamera-Assistenz, Architektur

* 01. November 1893
Berlin
Deutschland
† 13. März 1979
Hamburg
Deutschland

ERICH KETTELHUT • Biographie Seite 1/1

Erich Kettelhut ist einer der wichtigsten Filmarchitekten der deutschen Filmgeschichte. An so bedeutenden Stummfilmklassikern wie DIE NIBELUNGEN - 1.TEIL: SIEGFRIED (1924) oder METROPOLIS (1927) (METROPOLIS (1927) Trailer) und den erfolgreichen musikalisch-beschwingten Unterhaltungsstoffen der Ufa ist er beteiligt.

Erich Kettelhut wird am 1. November 1893 in Berlin geboren. Nach der Volksschule erhält er eine Ausbildung als Theatermaler in einer Handwerksschule in Berlin. Danach besucht er von 1910 bis 1912 die Kunstgewerbeschule. Dort studiert er Kunst- und Kulturgeschichte und läßt sich in Kostümkunde ausbilden. Nach seinem Studium schließt er seine Ausbildung mit einer dreijährigen Lehrzeit an verschiedenen Provinzbühnen in ganz Deutschland ab. Nach Ende des I. Weltkriegs wird er bei der Firma des Bildhauers Martin Jacoby-Boy angestellt. Von hier kommt er auch zum Film.

Seine erste Produktion ist der Acht-Teiler DIE HERRIN DER WELT (1919) für die Joe May-Produktion. Gemeinsam mit den Neulingen Otto Hunte und Karl Vollbrecht arbeitet er an dem aufwendigen Bauten in Woltersdorf auf dem Filmgelände der Joe May-Produktion. Die drei jungen Architekten sprühen vor Elan und bauen für diese Produktion ganze Städte auf. Bei einigen der wichtigsten deutschen Stummfilme werden sie als Team immer wieder zusammenarbeiten.

Danach arbeitet Erich Kettelhut als Assistent von Martin Jacoby-Boy bei zwei weiteren Filmproduktionen mit, bis der junge Filmarchitekt 1920 den Regisseur Fritz Lang kennenlernt. Ihre erste gemeinsame Produktioen ist DAS WANDERNDE BILD (1920). Außerdem engagiert Fritz Lang die drei Architekten Otto Hunte / Karl Vollbrecht / Erich Kettelhut unter der Leitung des älteren Carl Stahl-Urach für seinen Film DR. MABUSE, DER SPIELER - 1. TEIL: DER GROßE SPIELER - EIN BILD DER ZEIT (1922). Auch für die zwei folgenden Großproduktionen DIE NIBELUNGEN - 1.TEIL: SIEGFRIED (1924) und METROPOLIS (1927) (METROPOLIS (1927) Trailer) arbeitet das Architekten-Team für Fritz Lang. Sie prägen den architektonischen Stil der 20er Jahre. Danach geht jeder mehr oder weniger seine eigenen Wege. Erich Kettelhut ist an dem Film der Neuen Sachlichkeit BERLIN - SINFONIE EINER GROßSTADT (1927) in der Regie von Walther Ruttmann beteiligt. Außerdem schafft er die Dekorationen zu dem sozial engagierten ASPHALT (1929).

Nach dem Einzug des Tonfilms ist Erich Kettelhut der gefragte Architekt für die Unterhaltungsfilme der Ufa. Er baut die Dekorationen für die so erfolgreichen Musik-Komödien und Lustspiele mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, mit Hans Albers oder mit Marika Rökk. Für F.P. 1 ANTWORTET NICHT (1932) entwirft er die Flugzeuginsel. Nach der Machtergreifung 1933 hat er keine Probleme seine Karriere fortzuführen. Bis 1945 ist er an über 25 Filmen beteiligt. Nach Ende des II. Weltkriegs legt er ein fünfjährige Pause ein.

1950 beginnt er wieder für den Film zu arbeiten. Nun sind es die Unterhaltungsfilme der Adenauer-Ära, bei denen er die Dekors entwirft. An seine früheren Erfolge kann keine dieser Produktionen heranreichen. Bei dem Fritz Lang-Film DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE (1960), für den der 1933 emigrierte Regisseur nach Deutschland zurückkehrt, ist Erich Kettelhut als Architekt dabei. Es wird seine letzte Kinoproduktion.

1968 erhielt Erich Kettelhut den Bundesfilmpreis für langjähriges und hervorragendes Wirken für den deutschen Film. Bis Anfang der 70er Jahre arbeitet Erich Kettelhut noch für die NDR-Fernsehproduktion in Hamburg. Er lebt auch in der Stadt Hamburg, bis er am 13. März 1979 dort stirbt.

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