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Bill Murray

Bill Murray
Darsteller

* 21. September 1950
Wilmette (Illinios)
USA
andere Namen William James Murray

BILL MURRAY • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Bill Murray befindet sich derzeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er beginnt seine Schauspielkarriere in einer TV-Comedy-Show. Bald wird er als Komiker auch in Hollywood-Filmen eingesetzt. Für seine Rolle eines zweitklassigen, sich in einer Midlife Crisis befindenden US-Fernsehstars in dem Film LOST IN TRANSLATION (2003) von Sofia Coppola ist er 2005 als Bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert worden. Von den Blödel-Anfängen seiner Karriere hat sich der Schauspieler emanzipiert. Heute zählt er zu den wichtigsten Komikern Hollywood, der einerseits durch die Darstellung abseitiger Persönlichkeiten auffällt und eine ganz eigene Schauspieltechnik entwickelt hat, die Understatment, Gelassenheit, Selbstzweifel, Verlierertum und Melancholie auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

Billy Murray wird am 21. September 1959 als William James Murray in Wilmette, Illinois geboren. Er ist das fünfte von neun Kindern. Seine fünf Brüder und drei Schwestern wachsen in einem irisch-katholischen Haushalt auf. Drei seiner Brüder (Brian Doyle-Murray, John Murray und Joel Murray) werden später auch im Filmgeschäft tätig sein. Als Jugendlicher verdient er sich Geld als Caddy auf dem Golfplatz. Nach seiner Highschool will er Medizin in Denver studieren und nimmt an einem Vorbereitungssemester teil. Aber aus dem Studium wird nichts: Billy Murray wird mit Marihuana im Gepäck von der Polizei verhaftet.

In Chicago beginnt er als Stand-up-Komiker auf verschiedenen Bühnen zu arbeiten. Auch das regionale Fernsehen beschäftigt ihn. 1977 wird er als Ersatz für Chevy Chase in der Comedy-Show "Saturday Night Live" engagiert. Er agiert neben Dan Aykroyd und John Belushi, fällt mit seinen Monologen bald auf. Bereits hier findet er eines seiner typischen Markenzeichen: lachendes Mitleid beim Publikum erzeugen, weil seine Figuren über bestimmte Defizite verfügen und einige Dinge nicht schaffen.

Zwei Jahre später hat Hollywood den Schauspieler entdeckt. Sein erster größerer Spielfilm wird BABYSPECK UND FLEISCHKLÖSSCHEN (1979) von Ivan Reitman. In der Komödie werden die Erlebnisse in einem amerikanischen Jugendlager geschildert. Billy Murray spielt Tripper, den Chefbetreuer, der seine Kids nicht mit langen Motivationsreden langweilt. Danach ist der Darsteller auf typische Komödie festgelegt. In WAHNSINN OHNE HANDYCAP (1980) unter der Regie von Harold Ramis gehört er zu einer Gruppe von exzentrischen Typen, die einen Golfplatz bevölkern. Als Journalisten Hunter S. Thompson in den wilden Hippie-Zeiten wird in WO DIE BÜFFEL RÖHREN (1980) von Art Linson sein Leben geschildert. In ICH DENK, MICH KNUTSCHT EIN ELCH (1981) arbeitet er nochmals mit dem Komödiespezialisten Ivan Reitman zusammen. Hier spielt er einen erfolglosen jungen Mann, der sich zur US-Army meldet und dort ungewollt Karriere macht. Die Komödien sind ganz der Blödelei verhaftet, bieten alberne Dialoge und haarsträubende Szenarien, aber auch immer etwas Anarchie gegenüber herkömmlicher Familienunterhaltung.

Seinen ersten großen Erfolg kann Billy Murray mit GHOSTBUSTER (1984) von Ivan Reitman feiern. Gemeinsam mit Dan Aykroyd und Harold Ramis gehört er zu einem Wissenschaftlerteam, welches gegen Geister zu Felde zieht und als eine Art Kammerjäger erfolgreich gegen ihre Manifestation kämpft. Der Film wird zu einem der größten Erfolge der Zeit, spielt mehr als 200 Millionen Dollar ein und macht den Komiker für kurze Zeit zum Superstar. Es wird der Nachfolger GHOSTBUSTER II (1989) produziert, in dem die drei Parapsychologen gegen den Karpatenfürst Vigo und dessen Traum von der Weltvormachtstellung kämpfen müssen. In seiner erfolgreichsten Zeit versucht sich Bill Murray auch an dramatischen Werken. Unter seiner Initiative entsteht der Film AUF MESSERS SCHNEIDE (1985) unter der Regie von John Byrum, die Adaption eines W. Somerset Maugham-Roman. Bill Murray spielt den amerikanischen Kriegsheimkehrers Larry Darrell, der sich erst wieder in seinem Leben zurechtfinden muß und nach Identität und Erkenntnis sucht. Der Film wird ein Flop, der Schauspieler zieht sich für einige Zeit aus dem Filmgeschäft zurück und liefert nur Cameo-Auftritte ab. Unter anderem ist er in DER KLEINE HORRORLADEN (1986) von Frank Oz zu sehen.

Einen weiteren Erfolg legt Bill Murray mit dem Richard Donner-Film DIE GEISTER, DIE ICH RIEF ... (1989) vor, der mittlerweile zum Standardfilmprogramm der Weihnachtszeit gehört. Er spielt einen unsympathischen und fiesen Fernsehproduzenten, der seine Mitmenschen tyrannisiert. Angelehnt an Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte führen ihm der Geist der Vergangenheit, der Geist der Gegenwart und der Geist der Zukunft sein jämmerliches Dasein und seine Gemeinheiten vor Augen. Seine Wandlung vollzieht sich öffentlich vor den Kameras an Heiligabend. In WAS WIRD MIT BOB? (1991) von Frank Oz spielt er einen neurotischen Patienten, der seinen Psychiater bis ins Urlaubsdomizil folgt und die Familie durcheinander bringt.

In UND TÄGLICH GRÜßT DAS MURMELTIER (1993) wird er als anfangs als zynischer Menschenfeind gezeichnet. Er spielt den Fernsehreporter Phil Connors, der für einen regionalen Sender das Wetter vorhersagt. Nachdem er während des "Murmeltiertag" in eine Zeitfalle gerät, verändert sich sein Leben. Er sammelt zahlreiche Erfahrungen und wird geläutert. Die Komödie von Harold Ramis ist originell und bietet neben zahlreichen Gags auch eine wunderbare Lehrstunde über das Leben selbst. Auch in SEIN NAME IST MAD DOG (1993) von John McNaughton zeigt sich eine Veränderung in der Charakterzeichnung des Schauspielers: weg von den Blödelrollen hin zu Charaktertiefe und entwickelten Persönlichkeiten. An der Seite von Robert De Niro spielt er in der Gangsterkomödie Frank Milo, einen Verbrecher, der zufällig von einem Polizisten gerettet wird und ihm als Dank dafür ein besonderes Geschenk macht.

Obwohl er in Filmen wie DIE DICKE VERA (1996) oder AGENT NULL NULL NIX (1997) zu sehen ist, bemüht sich der Darsteller mehr und mehr um komplexere Rollen, die sich auch gegen sein Komikerimage richten. In der HAMLET-Verfilmung von Michael Almereyda aus dem Jahr 2000 spielt er den Intriganten Polonius. Mit dem jungen Regisseur Wes Anderson arbeitet er zusammen und spielt in drei seiner Filme den Hautdarsteller. Als Industrieller Herman Blume in RUSHMORE (2001), der als größere Sponsor einer privaten Schule auftritt und sich wie gleichzeitig der junge Schüler Max in einer Lehrerin verliebt. Beide bekämpfen sich so lange, bis Max im Gefängnis landet. Die Darstellung von Bill Murray wird besonders gelobt. Für seine Rolle des biederen Kleinbürgers mit Brille, der anfangs gelangweilt und unlustig sein Leben lebt, dann zum verliebten Gockel mutiert und sich als pfiffiger Racheengel zu erkennen gibt, wird er unter anderem mit dem American Comedy Award und dem renommierten Independent Spirit Award ausgezeichnet. In DIE ROYAL TENENBAUMS (2001) spielt er Raleigh St. Clair, einmal mehr einen introvertierten Menschen. Nochmals arbeitet er mit dem Regisseur DIE TIEFSEETAUCHER (2004) zusammen. Hier agiert er als Meeresforscher Steve Zissou, der sich auf einen Rachefeldzug gegen einen Hai aufmacht. Eine gute Portion schwarzen Humor zeichnet die Filme aus, Bill Murray zeigt ins Fach des leicht Abseitigen ein und wird damit zu einem der erfolgreichsten Komiker der Zeit.

Endgültig vom Blödel-Komiker-Image verfreit hat sich sich der Darsteller mit seiner Rolle des zweitklassigen, sich in einer Midlife Crisis befindenen US-Fernsehstars Bob Harris in LOST IN TRANSLATION (2003) von Sofia Coppola. In einer Hotelbar in Tokio begegnet er einer jungen, amerikanischen Frau (gespielt von Scarlett Johansson). Beide fühlen sich einsam, ihres alltäglichen Lebens überdrüssig und streifen durch die Stadt. Der Film wird zum Überraschungserfolg des Jahres, Bill Murray als Bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert. Hier kultuviert der Schauspieler seine Mimik: schon ein Augenzwinkern reizt den Zuschauer zum Lachen, auch wenn es nichts zum Lachen gibt. Kurz darauf erscheint der Jim Jarmusch-Film COFFEE AND CIGARETTES (2004). Auch hier gehört Bill Murray zum brillanten Schauspielerensemble, bei dem jeder - meist mit Kaffee und Zigaretten versehen - über sich erzählt.

Aktuell ist der Darsteller in einem weiteren Jim Jarmusch-Film zu sehen, der auf dem Filmfestival in Cannes 2005 den Großen Preis der Jury gewonnen hat. In BROKEN FLOWERS (2005) spielt er den etwa 50jährigen Don Johnston, der sich auf die Suche nach seinem Sohn macht. Nach und nach klappert er seine ehemaligen Geliebten ab, die von Sharon Stone, Jessica Lange und Tilda Swinton gespielt werden. Die herausragende Darstellerriege wird um Julie Delpy ergänzt, die seine aktuelle Freundin verkörpert.

Von 1981 bis 1994 ist Bill Murray mit Margaret Mickey Kelley verheiratet. Beide haben gemeinsam zwei Söhne. Nach der Scheidung heiratet er 1997 die Kostümbildnerin Jennifer Butler. Beide kennen sich seit den Dreharbeiten zu DIE GEISTER, DIE ICH RIEF... (1988). Zur Familie zählen mittlerweile vier Kinder, alles Söhne. Bill Murray lebt sehr zurückgezogen.

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