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Oskar Friedrich Werndorff

Oskar Friedrich Werndorff
Architektur, Kostüm

* 30. Mai 1887
Wien
Österreich
† 06. November 1938
London
Großbritannien
andere Namen O. F. Werndorff; Oskar Fritz Werndorff

OSKAR FRIEDRICH WERNDORFF • Biographie Seite 1/1

Der österreichische Filmarchitekt Oskar Friedrich Werndorff ist an einem der wichtigsten Filme der Weimarer Republik beteiligt. Für den nationalen und internationalen Erfolg VARIETÉ (1925) entwirft er die Bauten und Kostüme. Zu den unbestrittenen Höhepunkten des Klassikers gehören die Einstellungen von der Zuschauermenge im Parkett des Berliner Wintergarten mit ihrer zunehmenden Erregung und den in weiß gekleideten Artisten, die ihre Luftakrobatik ausführen.

Oskar Friedrich Werndorff wird am 30. Mai 1887 in Wien geboren. Über seine Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Er wird künstlerisch in Wien ausgebildet.

1913 beginnt der 26jährige am Theater in der Josefstadt in Wien als Bühnenbildner zu arbeiten. Seine Karriere wird durch den I. Weltkrieg unterbrochen, bei dem er seinen Wehrdienst in der kaiserlich-königlichen Armee der Monarchie absolviert. Nach 1918 kommt Oskar Friedrich Werndorff mit dem Film in Kontakt und arbeitet seit dieser Zeit als Architekt.

1920 arbeitet Oskar Friedrich Werndorff für die Vereinigte Filmindustrie Micheluzzi & Co. (Micco-Film) in Wien. Zu einer intensiven Zusammenarbeit kommt es mit dem Regisseur Reinhold Schünzel, für den er bis 1923 fünf Filme betreut. Er entwickelt die Bauten und ist auch für die Kostüme zuständig. Oskar Friedrich Werndorff kann hier sein Gespür für historische Stoffe entwickeln. Für dieses Sujet holt ihn auch der Regisseur Richard Oswald an das Set von CARLOS UND ELISABETH (1923). Danach arbeitet der Künstler verstärkt in Berlin.

1925 hat Oskar Friedrich Werndorff seinen bis dahin größten Erfolg. Der Film VARIETÉ (1925) in der Regie von Ewald André Dupont wird ein nationaler und internationaler Erfolg. Ein etwas heruntergekommener Artist und Schaubudenbesitzer - gespielt von Emil Jannings - verläßt wegen einer exotischen Schönheit seine Ehefrau und wird zum Mörder, als er sich selbst betrogen sieht. Der Film ist ein optisch virtuos gestaltetes stummes Kammerspiel, daß für einen neuen Realismus im deutschen Film steht.
Auch mit seinem nächsten Film DER GEIGER VON FLORENZ (1926) ist der Architekt auf der Höhe seiner Zeit. In der Folge ist er bis zum Ende der Stummfilmzeit an mehr als 13 Filmen beteiligt.

Mit Beginn der Tonfilmzeit verlegt Oskar Friedrich Werndorff seinen Arbeitsschwerpunkt nach Großbritannien. Für drei frühe Alfred Hitchcock-Filme DIE 39 STUFEN (1935), GEHEIMAGENT (1935) und SABOTAGE (1936) arbeitet er als Künstlerischer Direktor und entwirft er die Bauten. Bis 1938 entstehen noch 8 Filme in Großbritannien.

Oskar Friedrich Werndorff stirbt am 06. November 1938 in London.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Mai 2007

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