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Werner Brandes

Werner Brandes
Kamera

* 10. Juli 1889
Braunschweig
Deutschland
† 30. September 1968
Los Angeles (Kalifornien)
USA

WERNER BRANDES • Biographie Seite 1/1

Werner Brandes gehört zu den Pionieren deutscher Kamerakunst. Er gilt neben Guido Seeber und Carl Froelich zu den wichtigsten Exponenten der Zunft in den frühen Tagen des Mediums. In der klassischen Stummfilmzeit arbeitet er mit wichtigen Regisseuren der Zeit, unter anderem mit Joe May und Ewald André Dupont und fotografiert für sie atemberaubende Monumental- oder Nachtclubszenen.

Werner Brandes wird am 10. Juli 1889 unter dem Namen Werner Ludwig Konrad August Brandes in Braunschweig geboren. Über seine familiäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt.

Um 1908 beginnt Werner Brandes als Kameramann bei dem Regisseur und Produzenten Franz Porten und für die Deutsche Mutoskop- und Biograph GmbH, Berlin zu arbeiten. Es sind patriotische Stoffe, die er fotografiert; Geschichten über Theodor Körner, Königin Luise oder AUS DEUTSCHLANDS RUHMESTAGEN 1870/71 (1913). Um 1914/1915 arbeitet er auch für andere Produktionsfirmen, unter anderem die Vitascope GmbH, Berlin, für die er unter der Regie von Rudolf Meinert tätig wird, sowie für die Continental-Kunstfilm GmbH, Berlin. Die Einberufung in den I. Weltkrieg unterbricht seine Karriere.

Nach dem Ende des I. Weltkriegs beginnt Werner Brandes bei dem Regisseur und Produzenten Joe May zu arbeiten. DIE HERRIN DER WELT - 1. TEIL: DIE FREUNDIN DES GELBEN MANNES (1919) wird sein erster Film nach seiner Rückkehr. Joe May hat Schwierigkeiten mit dem Chefkameramann Max Lutze und engagiert Werner Brandes. Der ist dann bei allen acht Teilen des Monumentalfilms als Chefkameramann dabei. Bis Anfang der 20er Jahre wird er der bevorzugte Kameramann für die May-Film GmbH, Berlin sein; fotografiert unter anderem DAS INDISCHE GRABMAL - 1. TEIL: DIE SENDUNG DES JOGHI (1921). Gelobt werden seine systematischen Bildkompositionen, die die aufwendigen Dekorationen und Details voll zur Geltung bringen.

Nach seinem Weggang von der May-Film GmbH arbeitet der Kameramann für Regisseure wie Ewald André Dupont und Ludwig Berger. Bei letzterem steht er bei dem Film EIN WALZERTRAUM (1925) hinter der Kamera; einem Film mit Willy Fritsch und Mady Christians, der einen gewichtigen Einfluß auf die musikalischen Tonfilme vom Anfang der 30er Jahre ausübt. Werner Brandes fängt das atmosphärische Wiener Lokalkolorit besonders gut ein. Ab 1925 wird er von der Universum Film AG (Ufa) engagiert. 1927 nimmt der Kameramann ein Angebot aus Großbritannien an und kehrt bis zum Beginn der Tonfilmära nur noch gastweise nach Deutschland zurück. In England dreht er mit Ewald André Dupont den im Nachtclub-Milieu spielenden Film NACHTWELT (1928), der für den internationalen Markt produziert wird und mit den Stars Gilda Gray und Anna May Wong besetzt ist. Der Film spielt in einem mondänen Londoner Nachtclub, dessen Ambiente der Kameramann in klassischem Bildern einfängt.

Für den Tonfilm LIEBESWALZER (1930) kehrt Werner Brandes nach Deutschland zurück. Er arbeitet mit dem Regisseur Gerhard Lamprecht an dessen Klassiker EMIL UND DIE DETEKTIVE (1931), steht bei dem Kriminalfilm DER SCHUSS IM TONFILMATELIER (1930) von Alfred Zeisler hinter der Kamera, arbeitet mehrfach mit dem Regisseur Geza von Bolvary, Spezialist für Musikkomödien und Melodramen, zusammen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 arbeitet Werner Brandes zunächst weiter in Deutschland, obwohl er bereits mit seiner jüdischen Ehefrau dem Land den Rücken gekehrt hat und 1935 nach Österreich übersiedelt. Er ist unter anderem an dem nationalsozialistischen Tendenzfilm DER HERRSCHER (1937) von Veit Harlan beteiligt. 1939 bleibt der Künstler nach Dreharbeiten in Italien in Rom, holt seine Frau nach und emigriert im Frühjahr 1939 in die Schweiz. Hier fotografiert er unter anderem für Edmund Heuberger den Film POSTLAGERND 212 (1943). Mitte der 40er Jahre siedelt die Familie nach New York in die USA.

Werner Brandes stirbt am 30. September 1968 in New York.

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