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Ed Harris

Ed Harris
Darsteller

* 28. November 1950
Tenafly (New Jersey)
USA

ED HARRIS • Biographie Seite 1/1

Ed Harris ist kein typischer Hollywood-Star, dafür aber einer der wichtigsten Charakterdarsteller seiner Generation in der amerikanischen Filmmetropole, der besonders als Nebendarsteller von sich Reden macht. Auch in jeder noch so kleinen Rolle bleibt er in Erinnerung. Er gehört zu jenen Darstellern, die neben den ganz großen Stars agieren können, ohne sich klein zu machen und sie manchmal sogar an die Wand spielen. Mittlerweile sitzt der Schauspieler, viermal für den Oscar nominiert, auch auf dem Regie-Stuhl: In seinen eigenen Filme spielt er die Hauptrolle.

Ed Harris wird am 28. November 1950 als Edward Allen Harris in Tenafly, New Jersey geboren. Sein Vater arbeitet als Buchhändler im Art Institute of Chicago, seine Mutter ist Reisekauffrau. Zur Familie, die sich rege bei den Presbyterianern engagiert, gehören noch zwei weitere Söhne. Ed Harris ist der mittlere. Nach seiner Schulausbildung Tenafly High School, in der er durch seine sportlichen Aktivitäten im Football und Baseball aufgefallen ist, beginnt er eine Studium an der Columbia University in New York. Zunächst ist es der Sport, dann mehr und mehr die darstellerischen Künste, die ihn interessieren.

Er nimmt Schauspiel-Unterricht, unter anderem am California Institute of the Arts, siedelt ganz nach Kalifornien und ist dort an verschiedenen kleineren Theaterbühnen unterwegs. Er erarbeitet sich ein umfangreiches Repertoire, ist in modernen und klassischen Stücken zu hause, spielt unter anderem Rollen in "Endstation Sehnsucht", "Hamlet" oder "Julius Caesar". Anfang der 1980er Jahre geht seine Theater-Karriere steil nach oben. Für seine Leistung in dem Stück "Prairie Avenue" gewinnt er 1981 den L.A. Drama Critics Circle Award, zwei Jahre später erhält er den renommierten Obie Award für seine Darstellung in "Fool for Love" am Broadway, drei Jahre darauf den Theatre World Award für seine Rolle in "Precious Son". Dem Theater wird er, auch als er schon ein anerkannter Hollywood-Schauspieler ist, immer treu bleiben.

Bevor er auf der Theaterbühne Karriere macht, versucht sich der junge Schauspieler auch bei Film und Fernsehen. Regisseur Michael Crichton holt ihn erstmals vor die Kamera und gibt ihm eine kleine Rolle in COMA (1977). Zunächst ist er als Nebendarsteller präsent. Dann entdeckt Horrorspezialist George A. Romero sein Talent und besetzt ihn in KNIGHTRIDERS - RITTER AUF HEIßEN ÖFEN (1980). Er ist an der Seite von Stars wie Charles Bronson oder Gene Hackman zu sehen, seine Rollen werden immer größer und die Darstellungen bleiben in Erinnerung. Mit der Rolle des Astronauten John Glenn in DER STOFF, AUS DEM DIE HELDEN SIND (1983) von Philip Kaufman gelingt ihm sein Durchbruch. Danach ist er auf Rollen abonniert, die in kurzer Zeit komplexe Charaktere verdeutlichen sollen. Er gibt den Macho, den mordenden Söldner, den durchgedrehten General oder den Psychopathen. Allen Rollen drückt er seinen Stempel auf, so dass er bald zu den wichtigsten Darstellern Hollywood gehört, ohne ein großer Star zu sein.

Der Regisseur Louis Malle engagiert ihn als amerikanischen Fischer, der vietnamesischen Flüchtlinge das Leben schwer macht. Neben Tom Cruise gibt er in DIE FIRMA (1993) unter der Regie von Sydney Pollack einen eiskalten FBI-Agent, der zwar gewinnt, aber auch reingelegt wird. Bei Ronald Bass spielt er einen amerikanischen Doppelagenten, der die Ladung der US-Armee in der Normandie verschleiert. Er spielt William Walker, einen Amerikaner, der in Nicaragua Präsident wird. Als Staatsanwalt erkennt er in IM ANGESICHT DER RICHTERS (1987) von Roger Spottiswoode, dass sein Klient, den er vor einer Strafe bewahrt hat, doch schuldig ist. Neben Robert De Niro überzeugt er in JACKNIFE - VOM LEBEN BETROGEN (1989) von David Hugh Jones als Vietnamveteran. In dem James Cameron-Film ABYSS (1989) trifft er in der Unterwasserwelt auf Wesen von außerirdischer Intelligenz. Im Action-Thriller THE ROCK (1995) von Michael Bay verkörpert er einen verbitterten Marine-General, der droht, mit einem Giftgas-Angriff San Francisco zu vernichten. Er arbeitet mit Robert Benton, Jonathan Demme, Agnieszka Holland und Karel Reisz zusammen. Insgesamt ist der Schauspieler seit Ende der 1970er Jahre in über 70 Fernseh- und Kinofilmen zu sehen.

Als Romantiker kommt Ed Harris nicht so gut an, die Rolle scheint im nicht auf den Leib geschrieben zu sein. An der Seite von Susan Sarandon und Julia Roberts spielt er in SEITE AN SEITE (1998) einen Mann, der seiner Ex-Frau hilft, mit ihrer Krebserkrankung zu Recht zu kommen. Aber dafür spielt er Ludwig van Beethoven und überzeugt mit verschiedenen Figuren Juroren bei Preisvergaben. Für seine Darstellung als Leiter der Missionskontrolle in APOLLO 13 (1995) von Ron Howard wird er als Bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert, auch in DIE TRUMAN SHOW (1998) von Peter Weir überzeugt er als zynischer TV-Redakteur die America Academy. Er ist eine Art Gott, der das Leben eines Menschen für Millionen TV-Zuschauer tagtäglich inszeniert. Durch seine Leistung als AIDS-kranker Künstler Richard in THE HOURS (2002) von Stephen Daldry kommt er ebenfalls als die Nominierungsliste als Bester Nebendarsteller. Einen Oscar konnte er aber bisher nicht erringen. Dabei sind seine zahlreichen Rollen immer preisverdächtig, sei es als klug ermittelnder Polizist in ABSOLUT POWER (1997) von Clint Eastwood, oder als Regierungsbeauftragter Parcher in A BEAUTIFUL MIND - GENIE UND WAHNSINN (2001) von Ron Howardv. Eine weitere überzeugende Leistung bietet er unter der Regie von David Cronenberg. In A HISTORY OF VIOLENCE (2005) kommt er wie ein Geist über Tom Stall, der als Ex-Gangster seine Vergangenheit nur vergessen will.

Im neuen Jahrtausend zieht es den Schauspieler auf den Regie-Stuhl. Sein erster Film wird die Künstlerbiographie POLLOCK (2000), die sich dem des Malers Jackson Pollock widmet. Er inszeniert nicht nur, sondern spielt auch die Hauptrolle. Ed Harris wird als Bester Darsteller für den Oscar nominiert, seine Kollegin Marcia Gay Harden gewinnt den Oscar als Beste Nebendarstellerin. Acht Jahre später feiert sein neuer Regie-Film APPALOOSA (2008) beim Filmfestival im französische Deauville Premiere. Nach den Roman vom Robert B. Parker erzählt er eine Western-Geschichte. Mit Viggo Mortensen und Renée Zellweger hat er sich prominente Kollegen vor die Kamera geholt.

Ed Harris ist seit 1983 mit der Schauspielerin Amy Madigan verheiratet. Gemeinsam haben sie eine Tochter, Lily Dolores wird 1993 geboren.

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