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John McTiernan

John McTiernan
Regie, Produzent

* 08. Januar 1951
Albany (New York)
USA

JOHN MCTIERNAN • Biographie Seite 1/1

John McTiernan ist vor allem als Actionfilmregisseur bekannt. Sein hervorragender Ruf in diesem Genre gründet sich auf eine Reihe von Erfolgen, die er ab Mitte der 1980er Jahre feiert. Er ist der Erfinder von John McClane, der bereits viermal langsam sterben sollte und hat diverse Actionhelden zu Ruhm und Ehre gebracht.

Geboren wird John Campbell McTiernan, Jr. am 08. Januar 1951 in Albany, New York, als Sohn von John McTiernan Sr., einem Opernsänger, der später kleinere Rollen in ein paar Filmen seines Sohns spielt, und Myra McTiernan. Schon in jungen Jahren kommt er mit der Schauspielerei in Kontakt, da er gelegentlich in den Shows seines Vaters auftritt. Nach der High School besucht John McTiernan zunächst die New Yorker Juilliard School, ein Musikkonservatorium und Schauspielschule, an der er Theaterregie studiert. Da er jedoch schon bald merkt, dass dies nicht das Richtige für ihn ist, wechselt John McTiernan an die Universität von New York, wo er Film studiert. Zudem bekommt er ein Stipendium am American Film Institute in Los Angeles. Nach seinem Abschluss nimmt wird er eine Stelle an der Manhattan School of Music an.

Bevor John McTiernan im Filmgeschäft Fuß fassen kann, sammelt er als Regisseur zahlreicher Werbeclips Erfahrung. Während dieser Zeit verfasst er das Drehbuch zu seinem ersten Film, dem Horrorthriller NOMADS - TOD AUS DEM NICHTS (1986). Durch den Film mit Pierce Brosnan und Lesley-Anne Down, den John McTiernan selber inszeniert, erhöht sich auf einen Schlag seine Bekanntheit und er darf daraufhin die Regie des Science-Fiction-Actionfilms PREDATOR (1987) übernehmen. Das martialische Werk mit Arnold Schwarzenegger, der zu diesem Zeitpunkt bereits eine beachtliche Karriere vorzuweisen hat, wird ein großer Erfolg. In gleichem Maße steigen die Aktien von John McTiernan, der fortan als Regisseur mit einem Gefühl für Action gilt. Diese Fähigkeiten stellt er durch seinen folgenden Film STIRB LANGSAM (1988) wieder unter Beweis. Der Beginn der Reihe um den Polizisten John McClane bedeutet nicht nur für John McTiernan den entgültigen Durchbruch, sondern lässt auch die Karriere von Hauptdarsteller Bruce Willis an Fahrt gewinnen.

Es ist vor allem die Art, wie John McTiernan seine Actionhelden agieren lässt, die seine Actionfilme von damaligen Reißern abheben. Besonders in STIRB LANGSAM wird dies deutlich, ist John McClane doch kein Alleskönner, sondern ein relativ normaler Typ, der durch widrige Umstände und eher unfreiwillig die Rolle des Helden einnehmen muss. Die emotionale Intelligenz, die John McTiernan von den Hauptcharakteren seiner Filme verlangt, kommt auch in JAGD AUF ROTER OKTOBER (1990) zum Tragen. Die Adaption des Bestsellers von Tom Clancy mit Sean Connery als abtrünnigem russischem U-Boot-Kapitän Marko Ramius und Alec Baldwin als CIA-Analyst Jack Ryan wird ein weltweiter Hit an den Kinokassen.

Zwei Jahre später arbeitet John McTiernan wieder mit Sean Connery zusammen. Mit dem Film MEDICINE MAN - DIE LETZTEN TAGE VON EDEN (1992) versucht sich John McTiernan an einem romantischen Abenteuerdrama. An den Kinokassen wird die Öko-Geschichte wenig wohlwollend aufgenommen und floppt. John McTiernan konzentriert sich von da an wieder auf "sein" Genre, den Actionfilm. Zum zweiten Mal dreht er mit Arnold Schwarzenegger. Das Ergebnis, die Actionfilmparodie LAST ACTION HERO (1993) beschert ihnen aber keinen weiteren Eintrag in der Liste der Erfolge. Etliche Kritiken verreißen den Film schon vor dem Kinostart, weshalb die Einnahmen geringer als erhofft ausfallen. Obwohl LAST ACTION HERO trotz anders lautender Berichte kein Desaster ist und im Laufe der Jahre sogar Kultstatus erlangt, wird der Film John McTiernan stets als Misserfolg ausgelegt.

1990 lehnt er die Regie zu STIRB LANGSAM 2 ab, die daraufhin an Renny Harlin geht, den dritten Teil STIRB LANGSAM: JETZT ERST RECHT (1995) inszeniert John McTiernan dann aber wieder und kann sich dadurch vorläufig rehabilitieren. Der Film, in dem wiederum Bruce Willis in die Rolle des John McClane schlüpft, schließt an die alten Action-Blockbuster-Zeiten von John McTiernan an. Das Karrierehoch hat allerdings nur kurz bestand, denn DER 13. KRIEGER (1999) mit Antonio Banderas in der Hauptrolle gerät für John McTiernan zur Katastrophe. Michael Crichton, der das als Vorlage dienende Buch "Die ihre Toten essen" geschrieben hat, und John McTiernan geraten während der Dreharbeiten in Streit, was zur Folge hat, dass Michael Crichton und nicht John McTiernan den Film zu Ende stellt. Für den Regisseur ist dieser Zwischenfall ein Schlag, von dem er sich nur schwer wieder erholt. Zwar kann er 1999 mit dem Remake DIE THOMAS CROWN AFFÄRE mit Pierce Brosnan und Rene Russo in den Hauptrollen einen Hit landen, die nachfolgenden Filme ROLLERBALL (2002), ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1975, und BASIC (2003) mit John Travolta scheitern jedoch grandios.

Vor allem privat geht es für John McTiernan im Anschluss drunter und drüber. Im Zuge einer Durchsuchung der Büroräume des Privatdetektivs Anthony Pellicano kommt heraus, dass auch John McTiernan dessen Leistungen in Anspruch genommen hat, um den Filmproduzenten Charles Roven abhören zu lassen. Da er gegenüber dem FBI Falschaussagen macht, wird John McTiernan im Jahr 2007 zu vier Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 100.000 Dollar verurteilt. In der Berufungsverhandlung wird das Urteil jedoch aufgehoben. 2009 reicht die Staatsanwaltschaft eine weitere Klage gegen John McTiernan ein, die dazu führt, dass der Regisseur eine Strafe von einem Jahr Gefängnis und 100.000 Dollar aufgebrummt bekommt. Wiederum ist er in Berufung gegangen und derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß.

1974 heiratet er Carol Land, 1988 die Produzentin Donna Dubrow, von der sich John McTiernan 1997 scheiden lässt. 2003 schließt er mit Kate Harrington den Bund fürs Leben. Seine Kinder heißen Truman Elizabeth McTiernan, Isabella Ruby Montchelli McTiernan und John Clarence McTiernan. Außerdem ist John McTiernan der Stiefvater von Ethan Dubrow, dem Sohn seiner Ex-Frau Donna Dubrow.

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Autor: Nils Pape
Stand: Oktober 2011

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