Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Curt Courant

Curt Courant
Kamera

* 11. Mai 1899
Berlin
Deutschland
† 20. April 1968
Los Angeles (Kalifornien)
USA
andere Namen Kurt Kourant, Curtis Courant

CURT COURANT • Biographie Seite 1/1

Der Kameramann Curt Courant zählt zu den besten seiner Zunft. Er beginnt nach Ende des I. Weltkrieges bei Joe May. Er gilt als überaus experimentierfreudig, schafft mit Kleinigkeiten wie Puder auf einem Glas vor der Kameralinse oder Tüllfetzen vor der Scheinwerfern ungeahnte Effekte, die die Stimmung einer Szenerie genau einfangen. Viele bekannte Regisseure der Zeit schätzen ihn als Experte in Sachen indirektes Licht und Weichzeichner-Effekten.

Curt Courant wird am 11. Mai 1899 in Berlin geboren. Über seine familiäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Nach seiner Schulausbildung beginnt er eine Lehre als Fotograf. Mit 18 Jahren kommt er zum Film; er beginnt bei der erfolgreichen Joe May-Produktion als Volontär an der Kamera zu arbeiten. Sein erster Film wird HILDE WARREN UND DER TOD (1917) unter der Regie von Joe May und mit dem Drehbuch von Fritz Lang. Bei der Produktionsfirma ist der Kameramann an den damals überaus erfolgreichen Joe Deebs-Detektivserien beteiligt.

Gegen Ende des Jahres 1918 wechselt Curt Courant zur Ring-Film GmbH. In den nächsten zwei Jahren ist er der Chefkameramann der Firma. Er arbeitet häufig mit dem Regisseur Erik Lund zusammen, setzt die Schauspieler Eva May, Bruno Kastner und Käte Haack ins rechte Licht. Als Abschluß bei der Ring-Film dreht er den Vierteiler, dessen erster Teil der Film DER SILBERKÖNIG - 1. TEIL: DER 13. MÄRZ (1921) ist.

Nach einem einmaligen Versuch im Regie-Bereich ist Curt Courant seit 1920 für verschiedene Produktionsfirmen tätig. Er arbeitet unter anderem für Arsen von Cserépy und dessen Produktionsfirma, die mit DAS MÄDCHEN AUS DER ACKERSTRAßE - 1. TEIL (1920) einen eindrucksvollen Berlin-Film vorlegt. Curt Courant hat sich in der Branche einen Namen gemacht, so daß in der Leinwand-Star Asta Nielsen für ihre ambitionierte Produktion HAMLET (1921) engagiert. Für PETER DER GROßE (1923) und QUO VADIS (1924) arbeitet er mit dem Schauspieler Emil Jannings zusammen. Für die Arbeit den dem letzteren Film wird er mit dem Grand Prix de Cinéma International ausgezeichnet.

Die Universum Film AG (Ufa) nimmt den Kameramann 1927 unter Vertrag. Der Kameramann gehört zu den besten seiner Zunft. Der Film GEHEIMNISSE DES ORIENTS (1928) wird wegen seiner überschäumenden Phantasie in Bildkomposition und Architektur gelobt. Er arbeitet mit den Regisseuren Alexander Wolkoff, Kurt Bernhardt und Fritz Lang. Bei letzterem ist er an dem Science-Fiction-Film DIE FRAU IM MOND (1929) als Kameramann neben Otto Kanturek beteiligt. Von den Kritikern wird die malerische Landschaft und die atmosphärische Dichte gelobt.

Curt Courant gilt als experimentierfreudiger Kameramann. Schon Mitte der 20er Jahre versucht er sich mit Breitwand-Formaten, ab den 20er Jahren experimentiert er mit dem Farbfilm. Den Einzug des Tonfilms übersteht er ohne Schwierigkeiten. Anfangs arbeitet er für die Ufa-Kulturabteilung und dreht Kultur- sowie Dokumentarfilme.

Zu Beginn der 30er Jahre zieht es ihn aber ins Ausland. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 bleibt er in England. Als Jude hat er in Deutschland keine Lebensmöglichkeiten mehr. Er kann nahtlos an seine frühere Karriere anschließen, arbeitet mit den Regisseuren Alfred Hitchcock, Berthold Viertel oder Hans Brahm. In Frankreich arbeitet der Kameramann ebenso. Hier sind es die Regisseure Anatole Litvak, Max Ophüls, Jean Renoir oder Georg Wilhelm Pabst, die ihn hinter ihrer Kamera sehen wollen. Seiner Kameraführung wird hohe Anerkennung gezollt, Curt Courant zeichnet genaues Milieu, inszeniert mit indirektem Licht. Erfindet zahlreiche kleine Effekte, die die Stimmung genau einfangen. 1938 erhält er den Prix Louis Delluc, einen begehrten Kamerapreis, für seine ArbeiT an dem Film DER PURITANER (1938) unter der Regie von Jeff Musso.

Als die Nationalsozialisten in Europa immer weiter vormarschieren, geht Curt Courant nach Amerika und wird 1941 amerikanischer Staatsbürger. Aber die Arbeitsmöglichkeiten in Hollywood sind für Emigranten und Einwanderer schwierig. Er dreht zwar Filme mit Preston Sturges und Charles Chaplin, muß aber ungenannt bleiben. 1950 beschwert er sich bei der der American Society of Cinematographers, ohne Erfolg. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, beginnt er als Professor für Film in L.A. zu arbeiten. Gemeinsam mit Studenten legt er Mitte der 50er Jahre einen Kurzfilm vor, der mehrfach ausgezeichnet wird. Anfang der 60er Jahre steht er zum letzten Mal hinter der Kamera bei dem Olympia-Film ES GESCHAH IN ATHEN (1961).

Curt Courant stirbt am 20. April 1968 in Los Angeles.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,39877