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Franz Grothe

Franz Grothe
Musik, Musikalische Leitung

* 17. September 1908
Berlin
Deutschland
† 12. September 1982
Köln
Deutschland

FRANZ GROTHE • Biographie Seite 1/1

Für über 150 Filme hat der Berliner Musiker Franz Grothe die Musik geschrieben. Der Komponist hinterläßt eine schier unübersehbare Fülle an Liedern und Gassenhauern, an Revue- und Operettenkompositionen, an Orchesterarragements und Filmmusiken.

Franz Grothe wird am 17. September 1908 in Berlin geboren. Sein Vater ist Pianist und Vertreter der Pianoforte-Fabrik Blüthner, seine Mutter steht als Konzertsängerin auf der Bühne. Seine musische Erziehung beginnt, als er 5 Jahre alt ist. Er erhält Violinunterricht. Mit 6 Jahren spielt er Klavier. Bereits als er 10 Jahre alt ist entstehen erste Kompositionen.

Nach seiner Schulausbildung am Gymnasium beginnt Franz Grothe ein Studium an der Berliner Musikhochschule. Kurz vorher hat er bereits seine erste Operetten-Komposition vorgelegt, ganz nebenbei spielt er in einer Jazzband. Während seines Studiums belegt er Violine, Klavier und Musiktheorie. Er arbeitet als Pianist in kleineren Ensembles, ab 1926 als Pianist im Orchester Dajos Béla. Er kommt mit Richard Tauber in Kontakt, den er als Pianist bei über 350 Schallplattenaufnahmen begleiten wird. Er arrangiert die Musiknummern für die Revue "Wieder Metropol" mit Hans Albers und Max Hansen, die Hugo Hirsch inszeniert.

Mit dem Siegeszug des Tonfilms beginnt auch die steile Laufbahn des Komponisten Franz Grothe. Er gründet seinen eigenen Musik-Verlag, die Edition Franz Grothe, und erhält zahlreiche Angebote von Produktionsfirmen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten kommt seine Karriere ins Stocken. Ein Großteil seiner Freunde, u.a. Richard Tauber, verläßt Deutschland. Sein Musik-Verlag wird geschlossen. Nach einem Autounfall kann er die Musik zu dem Film WALZERKRIEG (1933) nicht beendet.

Franz Grothe beginnt neu in Wien. Für Willi Forst und Martha Eggerth schreibt er Filmmusiken. Kurze Zeit folgt er einem Angebot nach Hollywood und arbeitet für Universal Pictures. Aber die Arbeitsbedingungen des amerikanischen Studiosystems passen ihm nicht, er kehrt nach Wien zurück. Er komponiert für zahlreiche deutsche, österreichische oder italienische Film-Produktionen. Curt Goetz, Lilian Harvey, Marika Rökk oder Zarah Leander singen seine Lieder. Auch unabhängig von den Filmen feiern seine Lieder Erfolge: "So schön wie heut", "Lied der Nachtigall" oder "In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine". 1942 gründet der Musiker gemeinsam mit Georg Haentzschel das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester, daß auch den bei den Nationalsozialisten verfemten Swing spielt.

Nach dem II. Weltkrieg arbeitet er zunächst als Pianist in amerikanischen Clubs, bis er 1949 wieder beginnt für den westdeutschen Film zu arbeiten. Ein Regisseur, der ihn immer wieder für die musikalische Bearbeitung seiner Filme holt, ist Kurt Hoffmann. Zu den Film-Kompositionen von Franz Grothe spielen Heinz Rühmann, Ruth Leuwerik oder Liselotte Pulver. 1969 beendet er seine Arbeit für den Film. Er hat an mehr als 150 Filmen mitgewirkt.

Seine musikalische Laufbahn beendet der Komponist aber nicht. Seinen 50. Geburtstag 1958 nimmt er zum Anlaß, die Franz Grothe-Stiftung zu gründen, die in Not geratene Musiker unterstützen soll. Er schreibt auch weiter Musik. "Das Wirtshaus am Spessart" - bereits als Film erfolgeich - wird für die Bühne adaptiert und zu seinem erfolgreichsten Bühnenstück. Ab Mitte der 60er Jahre komponiert er für das Fernsehen. Die Musik- und Unterhaltungs-Serie "Zum blauen Bock" wird sein bevorzugtes Arbeitsgebiet, der Song "Es ist alles nur geliehen" (1978) kommt sogar in die Hitparade.

Franz Grothe ist in erster Ehe mit der norwegischen Schauspielerin Kirsten Heiberg verheiratet. 1966 heiratet er Gerda Eckert.

Franz Grothe stirbt am 12. September 1982 in Köln an Herzversagen, kurz vor seinem 74. Geburtstag.

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