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Werner Schmidt-Boelcke

Werner Schmidt-Boelcke
Musik, Musikalische Leitung, Ton

* 28. Juli 1903
Warnemünde
Deutschland
† 05. November 1985
München
Deutschland

WERNER SCHMIDT-BOELCKE • Biographie Seite 1/1

Schon zu Zeiten des Stummfilms ertönt Musik. In den Kinosälen untermalen ganze Orchester oder einzelne Pianisten die großen Gesten der Stars auf der Leinwand. Der Komponist und Dirigent Werner Schmidt-Boelcke gehört zu jenen Künstlern, die den Übergang von Stumm- zum Tonfilm hautnah erlebt haben.

Werner Schmidt-Boelcke wird am 28. Juli 1903 in Warnemünde geboren. Schon früh will er Pianist werden. Mit 17 Jahren beginnt er eine Ausbildung am Stern'schen Konservatorium in Berlin. Drei Jahre später engagiert ihn sein Musiker-Kollege Willy Schmidt-Gentner als zweiten Dirigenten. Bis 1928 arbeiten die zwei Musiker zusammen, u.a. im Phoebus-Palast in München oder an den Meinhard-Bernauer-Bühnen in Berlin.

1928 erhält Werner Schmidt-Boelcke ein Film-Angebot. Für ABWEGE (1928) in der Regie von G. W. Pabst komponiert er die Musik nach Orginalpartituren. Bei der Aufführung wird die Musik von einem Orchester oder Pianisten während der Vorstellung gespielt. Danach ist der Komponist auch bei anderen Stummfilmproduktionen dabei, u.a. IN EINER KLEINEN KONDITOREI (1929) oder LIEBE UND CHAMPAGNER (1930). Zur gleichen Zeit ist er Chefdirigent der Emelka. Für alle Kinosäle der Münchener Produktionsfirma ist er verantwortlich.

An einem der ersten deutschen Tonfilme DICH HAB ICH GELIEBT (1929) ist der Komponist beteiligt. In der Folge schreibt er Partituren und Schlager für eine Vielzahl von Filmen bis 1945. So erfolgreich wie seine Kollegen Michael Jary oder Friedrich Hollaender wird er allerdings nicht. Es sind alles weniger wichtige Filmproduktionen, an denen er beteiligt ist. Seine große Aufgabe sieht er auf der Bühne. Er ist Kapellmeister am Metropol-Theater, später am Admiralspalast. Einer Einberufung in den Kampf um Berlin 1945 kann er entgegen, indem er sich zum Reichsrundfunk Berlin dienstverpflichten läßt.

Nach dem Krieg arbeitet Werner Schmidt-Boelcke zuerst beim Radio Hamburg, ab 1947 ist er Chefdirigent des Rundfunkorchesters des Sender Radio München. Ab 1973 ist der Komponist für das Fernsehen tätig. Er rekonstruiert im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender Musiken der alten Stummfilme oder vertont diese neu.

Werner Schmidt-Gentner stirbt am 5. November 1985 in München.

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