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Karl Ritter

Karl Ritter
Regie, Drehbuch, Musik, Produzent

* 07. November 1888
Würzburg
Deutschland
† 07. April 1977
Buenos Aires
Argentinien

KARL RITTER • Biographie Seite 1/1

Der Produzent und Regisseur Karl Ritter zählt neben seinen Kollegen Hans Steinhoff und Veit Harlan zu jenen fleißigen Regisseuren, die die nationalsozialistische Propaganda-Maschinerie mit publikumswirksamen Filmen unterstützen. Karl Ritter - überzeugter Nationalsozialist seit Mitte der 20er Jahre - produziert zwischen 1936 bis 1945 mehrere Propagandafilme in Serie, die offen oder verdeckt nationalsozialistische Ideologie verbreiten.

Karl Ritter wird am 07. November 1888 in Würzburg geboren. Sein Vater ist Professor am dortigen Konservatorium, seine Mutter steht auf der Bühne als Opernsängerin. Er wird bereits als Junge musisch erzogen. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Berufsoffizier der bayrischen Luftwaffe teilnimmt und bis zum Major befördert wird, beginnt er ein Studium der Architektur, nebenbei besucht er auch Malerei- und Grafikkurse.

1925 kommt Karl Ritter mit dem Film in Berührung. Er arbeitet als Werbegrafiker in Berlin. Seine Agentur betreut die Produktionsfirma Südfilm AG in Berlin. Er übernimmt die Produktionsleitung einiger Filme der Südfilm AG. Außerdem beginnt er, an Drehbüchern zu arbeiten. Seine Arbeit ist von Erfolg gekrönt: 1932 übernimmt er die Leitung der Reichsliga-Film GmbH in München und dreht seinen ersten eigenen Film: einen Kurzfilm mit dem Münchner Original Karl Valentin.

Karl Ritter ist bereits Mitte der 1920er Jahre aus Überzeugung der NSDAP beigetreten. Insofern kommt ihm die Machtergreifung der Nationalsozialisten politisch entgegen und ist beruflich auch besonders förderlich für eine steile Karriere ab 1933. Die Ufa engagiert ihn kurz nach dem 30. Januar 1933 als Produktionsleiter. Sein erster Film, den er produziert, wird der Propaganda-Streifen HITLERJUNGE QUEX (1933) mit Heinrich George in der Rolle des zum Nationalsozialismus bekehrten Kommunisten. In der Folge werden in seiner Herstellungsgruppe einige propagandistische Filme produziert, unter anderem das Fliegerdrama RIVALEN DER LUFT (1933) in der Regie von Frank Wysbar und drei Filme des Regisseurs Hans Steinhoff, der neben Veit Harlan zu den engagiertesten Filmemachern im Dritten Reich gehört.

Ab 1936 arbeitet Karl Ritter als Regisseur. Bis 1945 legt er 10 Filme vor, wovon einige von den Zensurbehörden aufgrund der aktuellen Tagespolitik abgebrochen oder verboten worden sind. Eine besondere Affinität hat der Regisseur zu Stoffen aus dem Soldaten- und besonders Fliegermilieu. Seine Filme heißen PATRIOTEN (1937), URLAUB AUF EHRENWORT (1937), KADETTEN (1939), STUKAS (1941) oder BESATZUNG DORA (1943). Fast alle werden vor 1945 als staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll eingeschätzt, nach 1945 von den alliierten Militärbehörden für öffentliche Vorführungen verboten.

Karl Ritter erhält durch die Nationalsozialisten verschiedene Ehrungen. 1937 wird er in den Vorstand der Universum Film AG (Ufa) gewählt. Zu seinem 50. Geburtstag wird er zum Professor an der Filmakademie in Potsdam-Babelsberg berufen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Karl Ritter als "Mitläufer" von den Entnazifizierungsbehörden eingeschätzt. Er erhält dadurch keine Erlaubnis, als Regisseur zu arbeiten. 1949 geht er mit seiner Familie nach Argentinien. Sein dort produzierter Film in eigener Regie EL PARADISO (1948) wird ein finanzieller wie künstlerischer Misserfolg. 1953 kehrt er nach Deutschland, in den westlichen Teil des Landes zurück, und beginnt wieder für den Film zu arbeiten. Seinen musikalischen Komödien erleben aber keinen großen Erfolg.

Karl Ritter stirbt am 07. April 1977 in Argentinien. Er hinterlässt drei Söhne: Gottfried, Heinz und Hans.

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