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Ewald André Dupont

Ewald André Dupont
Regie, Drehbuch, Architektur, Schnitt, Darsteller, Produzent

* 25. Dezember 1891
Zeitz, Sachsen
Deutschland
† 12. Dezember 1958
Los Angeles (Kalifornien)
USA
andere Namen E. A. Dupont; Ewald Andreas Dupont

EWALD ANDRÉ DUPONT • Biographie Seite 1/1

Der Name Ewald André Dupont ist eng mit dem Varieté-Film verbunden. Das Varieté ist seine Leidenschaft. Der Regisseur inszeniert mit dem gleichnamigen Film einen Welterfolg, der noch heute viele positive Adjektive verdient: spannend, nervenkitzelnd, unterhaltsam, exotisch, erotisch. Schwindelerregende Kameraschwenks, schnelle Bildfolgen, ungewöhnliche Mehrfachbelichtungen und kontrastreiche Licht-Schatten-Spiele sind die Qualitäten von VARIETÉ (1925).

Ewald André Dupont wird am 25. Dezember 1891 in Zeitz (Sachsen) geboren. Als er zwei Jahre ist, zieht seine Familie nach Berlin. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitet er zunächst als Redakteur bei der Berliner Allgemeinen Zeitung. Seine Vorlieben gelten dem Theater und schließlich dem Kino, dessen ästhetische Möglichkeiten er frühzeitig erkennt. Bis 1918 ist er Redakteur der Rubrik "Varieté und Kino".

Seit 1916 schreibt Ewald André Dupont Drehbücher für den Film. Der junge Autor arbeitet mit den Regisseuren Joe May, Rudolf Meinert und Richard Oswald zusammen, es ergeben sich jahrelange Arbeitsbeziehungen und Freundschaften. Mit dem gleichgesinnten Richard Oswald ist die Kooperation überaus kreativ. Sie schreiben die Drehbücher für verschiedene Aufklärungsfilme der Zeit, gehören zu den progressiven Filmemacher.

1918 beginnt Ewald André Dupont auch als Regisseur zu arbeiten. Er erfindet einen erfolgreichen Detektiv, der mehrfach von Max Landa verkörpert wird. 1918/1919 dreht er insgesamt 12 Filme dieser überaus populären Detektivserie für die Stern-Film GmbH. Später erfindet er auch den Detektiv Harry Hicks mit dem Hans Mierendorff bekannt wird. Ab 1920 arbeitet Ewald André Dupont für die Gloria-Film GmbH. Hier entstehen seine ersten künstlerisch beachtenswerten Filme. Zu seinen damaligen Erfolgen zählt u.a. DIE GEIER-WALLY (1921) mit Henny Porten und Wilhelm Dieterle in den Hauptrollen. Seine Filme, die qualitativ hochwertig sind, katapultieren den Regisseur in die erste Riege der Regisseure der Weimarer Zeit.

Mit seinem hochgelobten und bei Kritiker wie Publikum überaus erfolgreichen Film VARIETÉ (1925) inszeniert der Regisseur am Ort seiner fortwährenden Leidenschaft, dem Varieté. Er hat selbst - leider finanziell erfolglos - in Mannheim ein Varieté geleitet. Mit Emil Jannings und Lya de Putti dreht er im Wintergarten in Berlin. Der Film wird wegen seiner bewegten Kamera mit Lob überschüttet. Zu sehen sind schwindelerregende Kameraschwenks aus extremen Aufnahmewinkeln, die die Trapezkunst der Artisten zeigen und in den Spiegelwänden des Varieté reflektiert werden. Der Erfolg bringt Ewald André Dupont nach Hollywood. Er erhält einen Dreijahresvertrag bei der Universal. Aber Amerika ist dem Künstler nicht gut gesonnen, nach einem Flop und verschiedenen Vorhaben, die sich nicht realisieren lassen, kehrt er bereits ein Jahr später nach Deutschland zurück.

Während seiner Arbeit für den Film ist Ewald André Dupont immer auch publizistisch tätig. Er veröffentlicht Broschüren, einzelne Texte oder Artikel über den Film. 1919 erscheint "Wie ein Film geschrieben wird und wie man ihn verwertet". Mit seinen Wortbeiträgen provoziert er. Der Produzent und Regisseur setzt sich für die Trennung von Filmreklame und Filmkritik ein, möchte Publikumsnähe und einen realistischen Stil im deutschen Film durchsetzen. Nach seiner kurzen Visite in Hollywood schreibt er Texte über das amerikanische Produktionssystem.

1928 arbeitet der Regisseur in Großbritannien bei der British International Pictures (BIP). Verschiedene Variationen seines Lieblingsthemas Varieté entstehen, so MOULIN ROUGE (1928) mit Olga Tschechowa in der Hauptrolle. Auch NACHTWELT (1928) verarbeitet das Thema. Bei der British International Pictures (BIP) entstehen auch die ersten Tonfilme des Regisseurs, die jeweils in drei Sprachen produziert werden. Sein Film ATLANTIC (D) (1929) gilt als erster hundertprozentiger deutscher Sprechfilm. Zurück in Deutschland inszeniert der Regisseur mit SALTO MORTALE (D) (1931) und DER LÄUFER VON MARATHON (1933) weitere Erfolge. Kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 geht der Künstler nach Amerika.

An seine Erfolge kann Ewald André Dupont in Amerika nicht anschließen. Er inszeniert in schneller Folge Flops und B-Movies. Nach einem Eklat bei Dreharbeiten zu HELLS KITCHEN (1939) - ein Kinderdarsteller erhält von ihm eine Ohrfeige - bekommt er über Jahre keine Filmangebote mehr. Der Künstler arbeitet wieder als Redakteur und gibt "The Hollywood Tribune" heraus, eine Zeitschrift mit deutlich antifaschistischen Positionen. 1939 muß er aus finanziellen Gründen deren Herausgabe einstellen. Über Wasser hält sich der Künstler mit Gelegenheitsjob als Presseagent für die Columbia. Anfang der 1950er Jahre erhält er nochmals die Gelegenheit, einen Film zu inszenieren: THE SCARF (1951) wird allerdings kein Erfolg. Er arbeitet als Drehbuchautor und Regisseur für das amerikanische Fernsehen, muß aber aus Krankheitsgründen und wegen Alkoholproblemen Projekte absagen.

Ewald André Dupont stirbt am 12. Dezember 1958 in Los Angeles an Krebs.

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