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Julius Falkenstein

Julius Falkenstein
Darsteller

* 25. Februar 1879
Berlin
Deutschland
† 09. Dezember 1933
Berlin
Deutschland

JULIUS FALKENSTEIN • Biographie Seite 1/1

Zu den Markenzeichen des Schauspielers Julius Falkenstein gehören Monokol und Glatze. Der Schauspieler ist einer der meistbeschäftigsten Darstellern in der deutschen Stummfilmzeit. Er tritt in mehr als 200 Filmen auf, wobei viele seiner Auftritte vor der Kamera wahrscheinlich nicht mehr nachweisbar sind.

Julius Falkenstein wird am 25. Februar 1879 in Berlin geboren. Über seine familiären Hintergründe ist derzeit nichts bekannt. Nach dem Abschluß des Gymnasiums beginnt er als Statist am Lessingtheater in Berlin zu arbeiten. Dort erhält er auch sein erstes Engagement. Danach wandert er durch Deutschland und spielt an verschiedenen Bühnen in Posen, Düsseldorf und Wien. 1906 ist er am Residenz-Theaters in Berlin engagiert, wird aber gekündigt, weil er seinen jüdischen Nachnamen nicht ändern will. Ab und an arbeitet der Schauspieler auch als Regisseur und Spielleiter. Zeitlebens bleibt der Bühne verbunden, unternimmt Tournees durch Deutschland.

Bereits 1914 kommt der Schauspieler mit dem Film in Kontakt. Das erste Mal steht erbei der Joe May-Produktion DIE GEHEIMNISVOLLE VILLA (1914) vor der Kamera. Sein komisches Talent wird schnell entdeckt. Mimisch gekonnt setzt Julius Falkenstein die Pointen. Neben Curt Bois, Hans Junkermann sowie Hermann Thimig und der weiblichen Variante Ossi Oswalda ist Julius Falkenstein ein wichtiger Vertreter der auf deutsche Verhältnisse angepaßten Variante des Slapstick. In der Folge ist der Schauspieler in zahlreichen Ein- und Zweiakter der Zeit zu sehen.

Julius Falkensteinspielt an der Seite von Harry Liedtke in DIE AUSTERPRINZESSIN (1919). Mit diesen Film feiern beide - der Mime und der Regisseur Ernst Lubitsch - ihren ersten großen Erfolg, der auch international Beachtung erlangt. Auch unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau gelingt dem Schauspieler in SCHLOß VOGELÖD (1921) als ängstlicher Mann eine effektvolle Leistung. Bei dem Fritz Lang-Film DR. MABUSE, DER SPIELER - 1. TEIL: DER GROßE SPIELER - EIN BILD DER ZEIT (1922) ist er ebenso dabei.

Aber in den meisten Fällen spielt Julius Falkenstein in zahlreiche Unterhaltungsstreifen der Zeit. Er gibt unzählige Adlige in verschiedenen Graden sowie deren Bedienstete, spielt typische Berliner Figuren wie Droschenkutscher, Buchhalter oder Kleinganoven. Julius Falkenstein gehört zum Inventar der Stummfilmzeit. Der Übergang zum Tonfilm bereitet ihm ebenfalls keinerlei Schwierigkeiten. Im Gegenteil, er spielt in mehr Filmen pro Jahr als zur Stummfilmzeit. In seinen letzten vier Lebensjahren spielte er beinahe in 20 Filmen pro Jahr mit.

Julius Falkenstein ist ein überaus bekannter Berliner in den 1920er Jahre. Zu seinen Markenzeichen gehören Monokol und Glatze. Er singt Schlager aus Berlin, unter anderem "Eine Weiße mit 'nem Schuß" aus der Großen Revue "Der Zug nach dem Westen" mit Text und Musik von Willi Kollo.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wird die Karriere des Juden Julius Falkenstein rigeros unterbrochen. Er erhält zwar eine Ausnahmereglung, um weiter arbeiten zu können, es kommen aber keine Filmangebote mehr. Das ist für den Künstler, der meistens an 5 Filmen gleichzeitig gearbeitet hat, eine erschreckende Situtation.

Julius Falkenstein ist seit 1929 mit Helene Julie Zillinger verheiratet. Er verstirbt im Alter von nur 54 Jahren an einer Hirnhautentzündung am 09. Dezember 1933 in Berlin.

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