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Paul Otto

Paul Otto
Regie, Drehbuch, Schnitt, Darsteller

* 08. Februar 1878
Berlin
Deutschland
† 30. November 1943
Berlin
Deutschland

PAUL OTTO • Biographie Seite 1/1

Paul Otto ist einer der vielbeschäftigen Schauspieler seit den 1910er Jahren des 20. Jahrhunderts. In mehr als 160 Filmen steht er in 30 Jahren Schauspieltätigkeit vor der Kamera, bei fast 20 Filmen führt er zudem Regie. Paul Otto hat deutsche Filmgeschichte mit geschrieben. Bis 1943 kann er seine jüdische Abstammung vor den Nationalsozialisten verheimlichen. Als sie dann doch entdeckt wird, entziehen er und seine Frau sich einer Deportation durch gemeinsamen Selbstmord.

Paul Otto wird als Paul Otto Schlesinger am 08. Februar 1878 in Berlin geboren. Über seine Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Er beginnt eine kaufmännische Lehre, liebt aber die Schauspielerei. Nebenbei nimmt er Schauspielunterricht. Bereits mit 17 Jahren debütiert er am Theater als Bühnenschauspieler. Seine Wanderzeit führt in durch das mittlere Deutschland. Er spielt in Halle, Wiesbaden und Hannover. Um 1906 ist er in Berlin angekommen. Hier findet er eine Heimstätte und spielt bis zu seinem Tod an fast allen großen Berliner Bühnen.

Ab 1910 arbeitet Paul Otto für den Film. An der Seite des damals überaus beliebten dänischen Schauspielers Viggo Larsen spielt er für die Vitascope GmbH, Berlin. Bevorzugt spielt er zu diesem Zeitpunkt den Detektiv Arsène Lupin. Später steht er auf der anderen Seite und verschiedenen Detektiven der frühen Stummfilmzeit gegenüber, zum Beispiel Sherlock Holmes. Paul Otto erhält Engagements bei verschiedenen Produktionsfirma. Er arbeitet mehrere Jahre bei der Duskes GmbH, Berlin an der Seite von Erna Morena und Paul Heidemann. Neben Asta Nielsen steht er auch bei der Projektions-AG "Union" (PAGU), Berlin unter Vertrag. Erfolgreich ist der Mime in Komödien und Lustspielen genauso wie in Melodramen.

Seit Beginn seiner Filmarbeiten schreibt Paul Otto auch Drehbücher. Anfangs schreibt er Szenarien, um sie selbst zu inszenieren. Bald schreibt er auch Skripts für andere Regisseure, etwa Otto Rippert oder Georg Jacoby. Als Regisseur legt er bereits 1912 seinen ersten eigenen Film SELBSTGERICHTET (1912) vor. Fast 20 Filme wird er selbst inszenieren. In mehr als 160 Filmen steht er vor der Kamera. Sein Spiel prägt sich ein. Paul Otto wird ein beliebter Darsteller, der mit besonderer Vorliebe den Gentlemen verkörpert. Er gibt mit Sachlichkeit Offiziere und Diplomaten, spielt mit überzeugender Eleganz skrupellose Verführer, stellt gerechte und nüchtere Richter genauso dar wie allwissende Professoren.

Paul Otto übersteht den Übergang zum Tonfilm ohne Schwierigkeiten. In deutschen Tonfilmklassikern wie DREI TAGE MITTELARREST (1930) und DER HAUPTMANN VON KÖPENICK (1931) ist er dabei. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 zieht sich Paul Otto einwenig aus dem Filmgeschäft zurück und konzentriert sich auf seine Theaterarbeiten. Er inszeniert am Deutschen Theater in Berlin Stücke oder spielt unter dem Intendanten Heinz Hilpert an den Kammerspielen. Seine Arbeiten überzeugen auch die Machthaber. 1937 wird er zum Staatsschauspieler ernannt. Der Propagandaminister Josef Goebbels ernennt den Schauspieler 1942 zum Leiter der Fachschaft Bühne innerhalb der Reichskulturkammer.

Durch Zufall wird seine jüdische Abstammung im September 1943 entdeckt. Um einer möglichen Deportation zu entgegen, begeht Paul Otto gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Charlotte Klinder-Otto am 30.November 1943 in ihrer Wohnung in Berlin Selbstmord.

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