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Lothar Mendes

Lothar Mendes
Regie, Drehbuch

* 19. Mai 1894
Berlin
Deutschland
† 25. Februar 1974
London
Großbritannien

LOTHAR MENDES • Biographie Seite 1/1

Der Regisseur Lothar Mendes beginnt wie sein Schulkamerad Ernst Lubitsch als Schauspieler und wendet sich erst später der Regie zu. Wie sein berühmter Kollege arbeitet er auch in Deutschland und Hollywood. Drei Filme inszeniert der Regisseur auch in Großbritannien. Aber an den nationalen und internationalen Erfolg des Ernst Lubitschs kann Lothar Mendes nicht anknüpfen.

Lothar Mendes wird am 19. Mai 1894 in Berlin geboren. Er besucht - wie auch sein späterer Kollege Ernst Lubitsch - das Sophiengymnasium in Berlin. Nach dem Schulabschluß beginnt er als Schauspieler zu arbeiten. Zunächst findet er Engagements in der Provinz, steht auf der Bühne in Bremen, Hannover und später in Wien und Berlin.

Nach Ende des I. Weltkrieges kommt der junge Schauspieler mit dem Film in Kontakt. Er arbeitet als Drehbuchautor, schreibt für den Vierteiler DER SILBERKÖNIG (1921) mit an dem Skript. Der Film wird von der Firma Ring-Film produziert. Im gleichen Jahr erhält er von derselben Produktionsgesellschaft die Gelegenheit, erstmals Regie zu führen. In DAS GEHEIMNIS DER SANTA MARIA (1921) arbeitet er mit dem Schauspieler und Sänger Michael Bohnen zusammen, der auch als Produzent für den Film verantwortlich zeichnet. Mehrmals werden die beiden gemeinsam an Filmprojekten arbeiten.

Zwei seiner nächsten Filmen sind mit damaligen Stummfilm-Stars besetzt. In S.O.S. DIE INSEL DER TRÄNEN (1923) spielt Lya de Putti an der Seite von Paul Wegener. Der Film ist das Ergebnis eines Drehbuch-Wettbewerbs; Arnolt Bronnen und Bertolt Brecht haben diesen Beitrag eingesandt. Die beiden beliebten Schauspieler Lil Dagover und Conrad Veidt sind in seinem Film LIEBE MACHT BLIND (1925) zu sehen.

1926 erhält der Regisseur ein Angebot von Paramount. Er reist nach Hollywood und dreht dort mehrere Filme. Seit Mitte der 30er Jahre lebt und arbeitet Lothar Mendes in Großbritannien. 1934 verfilmt er mit Conrad Veidt in einer der Hauptrollen den Lion Feuchtwanger-Roman JUD SÜß (1934). In seinem Heimatland Deutschland ist dieser Film nicht zu sehen. Dafür legt der Regisseur Veit Harlan eine Verfilmung von JUD SÜß (1940) vor, die die Juden verfemt. Ein Vergleich beider Filme fördert die Unterschiede hervor.

In der Folge arbeitet Lothar Mendes für den Produzenten und Regisseur Alexander Korda, der zu diesem Zeitpunkt die englische Filmindustrie bestimmt. Für dessen Produktionsfirma inszeniert er DER MANN, DER DIE WELT VERÄNDERN WOLLTE (1935). In dem Roman von H. G. Wells erhält ein britischer Durchschnittsbürger gottgleiche Fähigkeiten und muss erfahren, dass sie ihm ohne Einfluss auf die Gefühle und Gedanken der Menschen nichts einbringen. Die Geschichte wird kurzweilig in Szene gesetzt und mit erfindungsreichen Trickaufnahmen versehen. Mit seinem Film MONDSCHEINSONATE (1936) dreht er seinen letzten Film in Großbritannien. Er erzählt die Geschichte des polnischen Pianisten und ehemaligen Ministerpräsidenten Ignace Paderewski. Danach erhält er keine Gelegenheit mehr, auf der Insel zu filmen und kehrt nach Hollywood zurück.

In den USA arbeitet Lothar Mendes noch bis kurz nach Endes des II. Weltkrieges, kann aber an seine Erfolge aus Großbritannien nicht anschließen. Seinen letzten Film inszeniert er 1946.

Lothar Mendes stirbt am 25. Februar 1974 in London.

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