Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Blandine Ebinger

Blandine Ebinger
Darsteller

* 04. November 1899
Berlin
Deutschland
† 25. Dezember 1993
Berlin
Deutschland

BLANDINE EBINGER • Biographie Seite 1/1

Blandine Ebinger ist der große Star der Kabarett-Szene in den 20er Jahren. Walter Mehring, Kurt Tucholsky und Erich Kästner schreiben extra für sie Texte und Lieder. Die künstlerischen Produkte ihre Zusammenarbeit mit Friedrich Hollaender, mit dem die Schauspielerin auch vorübergehend verheiratet ist, feiern ungeheuren Erfolg. Die "Lieder eines armen Mädchens" und die Hinterhofgöre Lieschen Puderbach machen Blandine Ebinger berühmt.

Blandine Ebinger wird am 04. November 1899 in Berlin geboren. Ihr Vater ist der Pianist Gustav Loeser, ihre Mutter die Schauspielerin Margarethe Wezel. Der Arzt Dr. Ernst Ebinger, der zweite Ehemann ihrer Mutter, adoptiert sie als junges Mädchen. Bereits als 7jährige steht Blandine Ebinger auf der Theaterbühne am Leipziger Schauspielhaus. Sie wird regelmäßig als Kinderdarstellerin engagiert. 1913 folgen Arbeiten am Trianon-Theater, 1916 im Residenz-Theater. Ende der 10er Jahre wird sie zum Star der Berliner Kabarettszenerie wie "Schall und Rauch" oder "Grössenwahn".

Auf der Theaterbühne wird die Schauspieler Zeit ihres Lebens stehen. Sie fühlt sich auf den Bühnen des Berliner Kabaretts genauso wohl wie in den Münchener Kammerspielen. Blandine Ebinger spielt Frank Wedekind, die Anna in "Trommeln in der Nacht" unter der Regie von Bertolt Brecht am Deutschen Theater in Berlin oder unter Leopold Jessner die Ophelia in "Hamlet". Bis 1937 spielt sie an verschiedenen Bühnen in Deutschland, singt und tanzt in den Revuen von Friedrich Hollaender.

Es ist nur logisch, daß die junge Schauspielerin auch vom Film entdeckt wird. Als sie 17 Jahren alt ist, debütiert Blandine Ebinger bei dem Medium. Sie spielt in DER 10. PAVILLON DER ZITADELLE (1916) an der Seite von Emil Jannings. In dem erfolgreichen PRINZ KUCKUCK (1919) ist sie in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Friedrich Wilhelm Murnau besetzt sie in DER KNABE IN BLAU (1919) als schöne Zigeunerin Maja. In dem Karl Valentin-Film MYSTERIEN EINES FRISEURSALONS (1922) spielt sie die Friseurmamsell, die die Kunden traktiert. Aber meist gibt die junge Schauspielerin in den damals sehr beliebten Detektiv- und Kriminalfilme wie der Phantomas-Serie oder der Joe-Deebs- Detektivserie die kokette Dame.

Im deutschen Tonfilm agiert die Schauspielerin in vielen weiteren Rollen, mal größere, mal kleinere, aber selten welche, die sie herausfordern. Ihre Figurendarstellungen zeichnen sich durch ihre Einprägsamkeit aus. Blandine Ebinger ist in den Filmen wie UNHEIMLICHE GESCHICHTEN (1932) und KLEINER MANN - WAS NUN? (1933) und DER BERG RUFT (1937) zu sehen. 1937 verläßt die Schauspielerin Deutschland und geht nach Amerika. Dort hat sie es allerdings schwer, Fuß zu fassen; sie erhält nur kleinere Rollen. 1946 kehrt sie nach Deutschland zurück.

Zunächst arbeitet Blandine Ebinger bei der ostdeutschen Produktionsfirma DEFA. Sie spielt in ambitionierten Steifen AFFAIRE BLUM (1948) und DAS BEIL VON WANDSBEK (1951). In Wolfgang Staudtes Film DER UNTERTAN (1951) spielt sie die Ehefrau des Regierungspräsidenten von Wulkow.

Danach spielt sie nur in Westdeutschland. Einerseits steht sie auf der Theaterbühne im Schloßpark-Theater, am Schiller- und am Hebbeltheater. Auch der Film engagiert die Schauspielerin. Im Veit Harlans VERRAT AN DEUTSCHLAND (1954) ist sie zu sehen, wie auch nochmals unter der Regie von Wolfgang Staudte in DER LETZTE ZEUGE (1960). Für ihre Rolle wird sie mit dem Bundesfilmpreis in Gold als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Ab den 70er Jahren ist die Schauspielerin auch im westdeutschen TV-Serien zu sehen, z.B. in "Ich heirate eine Familie" (1984) oder "Ein Heim für Tiere" (1985).

Mitte der 70er Jahre beginnt Blandine Ebinger parallel zu ihrer filmischen Laufbahn eine zweite Karriere als Chanson-Interpretin. Sie tritt mit ihren alten Erfolgen, den "Liedern eines armen Mädchens" auf, geht auf Tourneen nach Paris, Amsterdam, Los Angeles. 1983 erhält die Schauspielerin und Sängerin für ihr langjähriges Wirken für den deutschen Film den Bundesfilmpreis.

Blandine Ebinger ist von 1919 bis 1926 mit dem Komponisten und Liedtexter Friedrich Hollaender verheiratet. Aus der Ehe geht die Tochter Philine hervor. 1965 heiratet die Schauspielerin ein zweites Mal, ihre Gatte wird der Verleger Dr. Helwig Hassenpflug.

Bladine Ebinger stirbt am 25. Dezember 1993 in Berlin.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,95257