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Brigitte Horney

Brigitte Horney
Darsteller

* 29. März 1911
Berlin
Deutschland
† 27. Juli 1988
Hamburg
Deutschland

BRIGITTE HORNEY • Biographie Seite 1/1

Selten gelingt Regisseuren, den spröde Charme der deutschen Schauspielerin Brigitte Horney ins Bild zu setzen. Aber wenn es glückt, dann zeigt sich, dass sich die darstellerische Leitung der Schauspielerin nicht verstecken lässt. Brigitte Horney ist eine der eigenwilligsten deutschen Schauspielerinnen, für die sich keine Schublade findet.

Brigitte Horney wird am 29. März 1911 in Berlin geboren. Ihr Vater ist Oscar Horney, ein diplomierter Industrieller. Er hat seinen Doktor in Philosophie und Jura. Ihre Mutter Karen Horney, geb. Danielsen, arbeitet als Psychoanalytikerin. Sie macht sich als Reformerin der Freudschen Schule einen Namen, arbeitet in Chicago, New York und Boston. Brigitte Horney hat noch zwei Schwestern. Sie ist die älteste.

Nach dem Besuch einer Schule in Berlin-Zehlendorf lebt und lernt Brigitte Horney in einem Internat in Zuoz (Schweiz). Mit 17 Jahren schließt sie sich der Berthe Trümpy-Tanzschule an. Sie lässt sich bis 1930 bei der weltbekannten Meisterin Mary Wigman im Ausdruckstanz ausbilden. Außerdem nimmt sie Schauspielunterricht bei der Altmeisterin Ilka Grüning. 1930 gewinnt Brigitte Horney den Max-Reinhardt-Nachwuchspreis. Einer erfolgreichen Karriere steht nichts mehr im Wege. Sie geht an das Stadttheater in Würzburg. Bereits nach kurzer Zeit wechselt sie ans Lessing-Theater. In der Spielzeit 1931/1932 arbeitet sie am Deutschen Theater in Berlin, bis sie im nächsten Jahr ihre Bühnen-Heimstätte findet. Bis 1943 wird sie an der Volksbühne in Berlin arbeiten.

Der Film entdeckt Brigitte Horney schnell. Nach dem Gewinn des Nachwuchspreises bietet ihr der Regisseur Robert Siodmak die Hauptrolle der Verkäuferin Hella in ABSCHIED (1930) an. Von der Presse wird ihr bemerkenswertes Debüt positiv aufgenommen; Kritiker prophezeien ihr große Entwicklungsmöglichkeiten. Danach interessiert sich die Ufa für die erst 19-jährige Schauspielerin. Den ersten großen Erfolg feiert sie 1934 in der Robert Stevenson-Verfilmung LIEBE, TOD UND TEUFEL (1934). Als leichtlebige Sängern Rubby, die in einer Kneipe auftritt, erobert sie mit dem Song "So oder so ist das Leben" das Publikum.

Danach folgen über 10 Jahre hinweg deutsche Filmerfolge. An der Seite von Hans Albers spielt sie in der Kriminalgeschichte SAVOY-HOTEL 217 (1936). In dem Abenteuerfilm DER GOUVERNEUR (1939) ist sie neben Willy Birgel zu sehen. Im MÜNCHHAUSEN (1943) verkörpert sie die Zarin Katharina II. Der spröde Charme der Darstellerin prädestiniert sie nicht für klassische Hausfrauen- oder Liebesgeschichten. So richtige finden die Verantwortlichen keinen Typ für sie.

Zwar passt die Schauspielerin nicht in das stereotype Frauenbild der Nationalsozialisten, aber spielen muss sie diese trotzdem. Sie kämpft um ihren Ehemann in EIN MANN WILL NACH DEUTSCHLAND (1934), offenbart Treue und Hingabe in DER KATZENSTEG (1937) oder demonstriert Vaterlandsliebe in FEINDE (1940). Eine ihrer wichtigsten Rollen wird die Darstellung der Bildhauerin Dürthen in BEFREITE HÄNDE (1939). Die Bildhauerin entscheidet sich für die Kunst, schlägt die Liebe eines reichen Gutsbesitzersohnes aus. Brigitte Horney geht hier den Weg von einer schüchternen zur selbstbewussten Frau, die sich ihren künstlerischen und Lebensweg frei wählt.

1944 erkrankt Brigitte Horney an Tuberkulose. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Kameramann Konstantin Irmen-Tschet, mit dem sie seit 1941 verheiratet ist, siedelt sie in die Schweiz über. Ab 1946 arbeitet sie dort am Schauspielhaus in Zürich, später in Basel. 1948 arbeitet sie auch wieder für den Film in Österreich, später auch in Westdeutschland. An ihre Ufa-Karriere kann sie allerdings nicht anschließen, dafür fehlt es an geeigneten Rollen.

Brigitte Horney lebt ab 1952 in Boston in die USA. Nach dem Tod ihrer Mutter arbeitet sie dort am Nachlass der bekannten Psychoanalytikerin und kümmert sich um deren Lebenswerk. Ein Jahr später nimmt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Inzwischen ist sie mit Hanns Swarzenski, Kunstprofessor und Kurator am Bostoner Museum of Fine Art, verheiratet. Ab und zu arbeitet sie für das Theater, reist nach Göttingen, Zürich.

In den 1980er Jahren schließt sich eine Karriere beim westdeutschen Fernsehen an. In "Jakob und Adele" spielt sie eine alte, unternehmungslustige Dame. In den Serie "Teufels Großmutter" oder "Das Erbe der Guldenburgs" avanciert sie wieder zum Publikumsliebling. 1972 erhält die Künstlerin den Bundesfilmpreis für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film.

Brigitte Horney stirbt am 27. Juli 1988 in Hamburg.

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