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Carsta Löck

Carsta Löck
Darsteller

* 28. Dezember 1902
Deezbüll (Südtondern)
Deutschland
† 19. Oktober 1993
Berlin
Deutschland

CARSTA LÖCK • Biographie Seite 1/1

Carsta Löck kommt relativ spät zur Bühne und zum Film. Mit 34 Jahren stellt sich dann aber der Erfolg ein. In deutschen Filmen zwischen 1933 bis 1945 fällt sie durch ihren norddeutschen Witz und Humor auf, spielt naive Mädchen, schusselige Mägde. Der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie kann sie sich nicht entziehen. In vielen Propagandafilmen gibt sie das saubere deutsche Mädchen, welche die Männer an der Front begehren.

Carsta Löck wird als Carsta Betty Löck am 28. Dezember 1902 in Deezbüll geboren. Ihr Vater ist ein wohlhabender Kaufmann. Die Familie lebt in Kiel. Schon in ihrer Schulzeit nimmt sie Schauspielunterricht. Weil ihr Vater aber einen "anständigen" Beruf erwartet, wird sie Schriftzeichnerin. Erst mit 28 Jahren verlässt sie die Familie und geht nach Berlin. Hier erhält sie ein Engagement am Theater in der Klosterstraße.

Zwischen 1930 und 1945 steht Carsta Löck auf verschiedenen Bühnen in Berlin. Sie gibt Gastspiele mit dem Ostdeutschen Landestheater, spielt am Deutschen Theater in Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert oder am Theater am Nollendorfplatz. Sie wird immer populärer, arbeitet unter Gustaf Gründgens am Preußischen Theater. Da dort aber die Rollen ausbleiben, kündigt sie. Während des II. Weltkrieges spielt sie auf zahlreichen Soldatenbühnen.

Drei Jahre nachdem sie das erste Engagement auf der Bühne erhält, wird die nunmehr 31jährige für den Film entdeckt. Carl Froelich bestetzt die Schauspielerin in REIFENDE JUGEND (1933). Der Regisseur arbeitet auch in seinem nächsten Film mit Carsta Löck: KRACH UM JOLANTHE (1934). Mit diesem Filmschwank wird sie einem großen Publikum bekannt, sie fällt durch Humor und Komik auf. In der Folge wird sie auf ähnliche Rollen festgelegt. Sie spielt die verbummelte Mädchen oder unbedarfte Mägde. Zu einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Carl Froelich und Carsta Löck kommt es in DIE VIER GESELLEN (1938). Hier spielt sie eine alleinstehende, emanzipierte Frau, die schließlich doch mit dem Mann ihres Lebens den Bund der Ehe eingeht.

Die Popularität von Carsta Löck wird auch für Propagandazwecke genutzt. In militärischen Filmen wie D III 88 (1939), KAMPFGESCHWADER LÜTZWOW (1941) oder U-BOOTE WESTWÄRTS (1941) gibt sie liebende Soldatenbräute. Sie ist die sich sorgende deutsche Frau, die allen Widerständen zum Trotz an die Rückkehr ihrer Männer glaubt. Sie spielt in den Soldatenfilmen von Karl Ritter POUR LA MERITE (1938) und ÜBER ALLES IN DER WELT (1941) das begehrenswerte Mädchen.

Nach dem II. Weltkrieg ist die Karriere von Carsta Löck ungebrochen. Sie wechselt nur das Fach. Jetzt sind es Mütter, Gattinnen oder selbständige Frauen mittleren Alters, die sie im westdeutschen Film bis in die 70er Jahre hinein verkörpert. Zwar sind es in der Mehrzahl Nebenrollen, aber ihre Darstellungen sind immer prägend. Mit norddeutscher Volkstümlichkeit spielt sie in DIE BUDDENBROCKS (1959). Eine wunderbare Rolle, die auch heute Kindern wie Erwachsenen in Erinnerung ist, spielt sie in dem schwedischen Film IMMER DIESER MICHEL: MICHEL IN DER SUPPENSCHÜSSEL (1968), wo sie als Grösa Maja den Kindern Gruselgeschichten erzählt.

Neben ihrer umfangreichen Filmarbeit steht Carsta Löck in ihrer Wahlheimat Berlin auch immer wieder auf der Bühne. Sie gibt Gastspiele in München und tourt mit "Zum goldenen Anker" durch das Land. Erst mit mehr als 80 Jahren zieht sie sich von Film und Bühne zurück. 1989 erhält sie für ihr Leistungen um den deutschen Film das Filmband in Gold.

Carsta Löck stirbt am 19. Oktober 1993 in Berlin.

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