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Wolfgang Preiss

Wolfgang Preiss
Darsteller

* 27. Februar 1910
Nürnberg
Deutschland
† 27. November 2002
Baden-Baden
Deutschland

WOLFGANG PREISS • Biographie Seite 1/1

Werner Preiss zählt zu den Charakterdarstellern der westdeutschen Filmproduktion. Als deutscher Offizier von Dienst überzeugt er national und international Kritiker wie Zuschauer in zahlreichen Filmen. Er wirkt korrekt, schneidig, zackig, preußisch - ein typischer deutscher Offizier. Zu selten kann er der Festlegung entfliehen. Mit seiner Darstellung des dämonischen Verbrecher Dr. Mabuse, der die Weltherrschaft erringen will, schafft er es.

Wolfgang Preiss wird am 27. Februar 1910 in Nürnberg geboren. Sein Vater ist Studienrat. Seine Mutter arbeitet als Lehrerin. Nach dem Gymnasium studiert er Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Universität in München. Nebenbei läßt er sich als Schauspieler bei Hans Schlenck ausbilden.

Bereits 1932 debütiert er auf der Theaterbühne in München. Weitere Engagements führen ihn bis 1937 in viele Städte Deutschland. Er spiel in Königsberg, Heidelberg, Bonn, Bremen, Stuttgart und Baden-Baden, bis er Ende der 30er Jahre nach Berlin an die Volksbühne kommt und unter dem damaligen Intendanten Eugen Klöpfer spielt. Neben seiner Theater- und bald auch Filmarbeit dient er als Helfer bei einer Flakbatterie.

1942 debütiert der Schauspieler beim Film. Neben den großen Stars Zarah Leander und Viktor Staal spielt er in dem Erfolgsfilm DIE GROSSE LIEBE (1942) den Oberleutnant von Etzdorf. Für einen weiteren Film BESATZUNG DORA (1943) wird er abkommandiert. Der Film wird allerdings verboten und gelangt nicht zur öffentlichen Vorführung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielt Wolfgang Preiss Theater. Er arbeitet mit dem Humoristen Werner Finck zusammen und spielt in dessen Kabarett "Die Mausefalle" in Stuttgart. Außerdem steht er auf der Bühne am Stadttheater Baden-Baden.

Mitte der 50er Jahre arbeitet Wolfgang Preiss verstärkt für den Film, national wie international. Als Adjutant in der Filmbiographie CANARIS (1954) erzielt er einen ersten Achtungserfolg. Mit seinem nächsten Film DER 20. JULI (1955), in dem er den Oberst Graf Stauffenberg spielt, erntet er Erfolg im In- und Ausland. Wolfgang Preiss erhält den Bundesfilmpreis in Silber. In der Folge spielt er häufig deutsche Offiziere, U-Boot Kommandanten, wird das Paradebeispiel deutscher Uniformierter.

Werner Preiss ist Ende der 1950er Jahre bis Ende der 1960er Jahre ein vielbeschäftigter Schauspieler in deutschen Filmen. In Unterhaltungsfilmen ist er ebenso dabei wie zeitgenössischen Problemstreifen. Er spielt Dr. Mabuse in verschiedenen Filme. In der letzten Fritz Lang-Verfilmung DIE TAUSEND AUGEN DES DR. MABUSE (1960) gibt er den dämonischen Verbrecher. Es folgen vier weitere Mabuse-Filme. Auch andere Bösewichter darf der Schauspieler verkörpern in den damals sehr beliebten Edgar Wallace-Filmen. Aber schauspielerisch glänzen kann er in anderen Produktionen. In Wolfgang Staudtes brillant inszenierter und gespielter Zeitkritik ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT (1959) spielt er den Generalstaatsanwalt an der Seite von Martin Held.

Auch international macht sich der Schauspieler einen Namen. Er gehört zu den wenigen deutschen Mimen, die sich eine internationale Karriere aufbauen können. Unter der Regie von des deutschstämmigen Wilhelm Dieterle spielt er in dem Abenteuerfilm HERRIN DER WELT - 1. TEIL (1960) an der Seite solch internationaler Stars wie Lino Ventura und Michele Presle. In der Folge wird der Schauspieler gern eingesetzt in Spionagefilmen wie etwa VERRAT AUF BEFEHL (1960) oder Kriegsfilmen wie DER LÄNGSTE TAG (1962). Werner Preiss dreht mit international viel beachteten Regisseuren wie Otto Preminger, John Frankenheimer oder Richard Attenborough. An mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen ist er in seiner langen und erfolgreichen Karriere beteiligt.

Ende der 1960er Jahre sehen die Zuschauer den Schauspieler vermehrt in anspruchsvollen Fernsehproduktionen. Der junge Schauspieler Marius Müller-Westernhagen ist sein Partner in der Satire "Der Minister und die Ente" (1970). Er spielt wiederholt deutsche Offiziersprominenz, steht als Albert Schweizer vor der Kamera, gibt Alexander von Humboldt. Der Schauspieler arbeitet auch als Sprecher für Hörspiele oder leiht als Synchronsprecher seine Stimme ausländischen Kollegen. 1987 erhält er für sein Lebenswerk nochmals den Bundesfilmpreis, diesmal in Gold, zugesprochen.

Wolfgang Preiss ist dreimal verheiratet. Die dritte Ehe führt er seit 1955. Seine Ehefrau Ruth verstirbt im Februar 2002. Kurze Zeit später stirbt Werner Preiss am 26. November 2002 im Alter von 92 Jahren in einer Klinik bei Baden-Baden.

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