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Hans Richter

Hans Richter
Darsteller

* 12. Januar 1919
Berlin
Deutschland
† 05. Oktober 2008
Heppenheim
Deutschland

HANS RICHTER • Biographie Seite 1/1

Hans Richter kann das Image des "ewigen Lausbuben" des deutschen Films nie wirklich ablegen. Als 12jähriger spielt er eben diesen Typ in dem Klassiker EMIL UND DIE DETEKTIVE (1931) und wird in der Folge zum Kinderstar des deutschen Tonfilms. Sein Gesicht, gesprenkelt mit Sommersprossen und ausgestattet mit abstehenden Ohren und Stupsnase, wirkt überaus pfiffig. Er wird zur idealen Besetzung für Schuljungen, Hotelboys, Schuhputzer und Zeitungsjungen.

Hans Richter wird am 12. Januar 1919 in Nowawes, bei Berlin geboren. Bereits als 12jähriger steht er vor der Kamera. Hans Richter spielt den Fliegenden Hirsch in dem Erich Kästner-Film EMIL UND DIE DETEKTIVE (1931) von Gerhard Lamprecht. Die Rolle macht in überaus beliebt, der Kinderstar der Universum Film AG (Ufa) ist geboren. In der Folge wird Hans Richter zu einem vielbeschäftigten Darsteller, der als kesser Gassenjunge, als Berliner Bengel oder liebeswerter Lausbub in zahlreichen Filmen aller Genre eingesetzt wird. Im Sturm erobert er die Leinwand und erreicht in den 30er Jahren eine enorme Popularität.

Hans Richter wird auf den "ewigen Jungen" festgelegt, spielt miest fröhliche, komische bis kauzige Figuren, die verläßlich und pragmatisch als Freunde sind und ansonsten durch ihren orginellen Witz und ihre Schlagfertigkeit auffallen. Hans Richter wird zur idealen Besetzung für Schuljungen, Liftboys, Schuhputzer, Zeitungsverkäufer und "Max-und-Moritz"-Typen. Filme, in denen der junge Schauspieler in Erinnerung bleibt sind unter anderem DIE ENGLISCHE HOCHZEIT (1934) oder DAS MÄDCHEN IRENE (1936), beide in der Regie von Reinhold Schünzel. Er arbeitet mit den wichtigsten Regisseuren der Zeit zusammen; Erich Engels oder Carl Froelich holen ihn mehrmals vor ihre Kamera. Unvergessen bleibt seine Darstellung des Schülers Rosen in der zweiten und erfolgreichen Verfilmung der FEUERZANGENBOWLE (1944) an der Seite von Heinz Rühmann.

Nach seinem Abitur 1943 nimmt Hans Richter Schauspielunterricht bei Albert Florath. Er beginnt zudem ein Studium der Kunstgeschichte in Berlin, aber 1944 wird er als Soldat eingezogen. Er gerät in Gefangenschaft. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges siedelt er zunächst nach München, aber der Norden liegt dem Schauspieler mehr. Seit 1948 lebt er in Hamburg. Er wird einer der meistbeschäftigten Schauspieler in Westdeutschland. In unzähligen Unterhaltungs- und Heimatfilmen steht er vor der Kamera. Überweigend wird der Darsteller in Nebenrollen besetzt, die aber durch seine Präsenz in Erinnerung bleiben.

1949 erhält er endlich eine Hauptrolle in dem Film ARTISTENBLUT (1949). Er spielt den Musical-Clown Antonio, der die Manege verläßt und in eine Fabrik einheiratet. Dort trifft er seinen Doppelgänger. Er schafft den Weg in die bürgerliche Existenz nicht und kehrt in den Künstlerberuf zurück. Der Film wird ein Erfolg. Aber nur selten kann Hans Richter "ernste" Rollen spielen.

Mitte der 50er Jahre versucht sich Hans Richter auch zweimal als Regisseur. Er dreht die Komödien VATERTAG und HURRAH - DIE FIRMA HAT EIN KIND (1955). Er beweist in diesen Filmen Sinn für die Pointen, steht aber auch nach seiner Arbeit als Regisseur lieber vor der Kamera. In zahlreichen Filmen bleibt er dem Typ des kleines Mannes verhaftet, der die Probleme in seinem Leben pragmatisch-optimistisch aus dem Weg räumt. Er spielt Chauffeure, Busfahrer oder Kellner.

Auf der Theaterbühne hat er eher die Möglichkeit, sein facettenreiches Spiel zu beweisen. Er spielt mehrere Jahre unter der Regie von Gustaf Gründgens am Hamburger Schauspielhaus. Er spielt in "Woyzeck" von Georg Büchner, ist in Bertolt Brechts Stück "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" zu sehen oder in "Warten auf Godot" von Samuel Beckett. In den 60er Jahren wechselt der Schauspieler an die Städtischen Bühnen Frankfurt, am Main, in den 70er Jahren ist er Gründer der Heppenheimer Festspiele. Dieses Theaterfestival hat sich einen festen Platz in der westdeutschen Theaterkultur erarbeitet. Die Leitung des Festivals übernimmt er selbst, übergibt sie Ende der 80er Jahre seinem Sohn.

Hans Richter ist seit 1945 mit der Autorin Ingeborg Bieber verheiratet. Beide haben zwei Söhne: Thomas Richter und Hansjoachim Richter. Der Schauspieler stirbt am 05. Oktober 2008 in Heppenheim.

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